SC Freiburg braucht eine Schaufel
Christian Günter, Philipp Lienhart und Baptiste Santamaria (v.l.) möchten mit dem SC Freiburg in Mönchengladbach punkten. Bildquelle Tom Weller

Im Duell mit dem direkten Konkurrenten Borussia Mönchengladbach möchte der SC Freiburg in der Fußball-Bundesliga am Samstagabend seine internationalen Ambitionen unterstreichen.

Am Gründonnerstag hat sich der Trainingsplatz am Freiburger Schwarzwald-Stadion wieder gefüllt. SC-Stürmer Nils Petersen hat nach überstandener Corona-Infektion zwar zunächst nur individuell mit einem Physiotherapeuten gearbeitet, die zurückgekehrten Nationalspieler konnten aber bis auf den angeschlagenen Wooyeong Jeong (muskuläre Probleme im Knie) wieder mit der Mannschaft trainieren. Voraussetzung waren nach ihren Länderspielreisen zwei negative Coronatests.
Die musste auch Petersen nachweisen, dazu kam bei ihm noch eine sportmedizinische Untersuchung. Vielleicht wird der 32-Jährige, der bei seiner Covid-Erkrankung nur leichte Erkältungssymptome hatte, schon im Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach (Samstag, 20.30 Uhr) wieder spielen. „Natürlich nicht von Anfang an, aber er ist immer eine super Option, um eingewechselt zu werden“, sagte SC-Trainer Christian Streich. Für die Startelf kommen hingegen die Nationalspieler Philipp Lienhart, Vincenzo Grifo, Roland Sallai und Ermedin Demirovic in Frage, von denen Sallai die größten Erfolgserlebnisse hatte. Zwei Tore in zwei Spielen hat er für Ungarn erzielt, dazu noch eine Vorlage.

Große Ziele

Für ihn und die anderen Rückkehrer werde es nun darum gehen, „dass sie es im Kopf hinkriegen, dass ein schweres Auswärtsspiel in Gladbach bevorsteht“, betonte Streich. Andererseits hat er beobachtet, dass sich alle darüber gefreut hätten, wieder in Freiburg zu sein. „Das hat man an der guten Stimmung auf dem Trainingsplatz gemerkt.“ Schließlich haben sie nicht nur mit ihren Nationalteams große Ziele, sondern auch in der Bundesliga. Nach hinten muss der Sport-Club schon lange nicht mehr gucken, und so nehmen die Spieler auch öffentlich die internationalen Plätze ins Visier.
Spielerisch müssten sie dafür aber „noch eine ­Schippe drauflegen“, hatte Streich vor der Länderspielpause gesagt, und vor dem Spiel in Mönchengladbach präzisierte er das. Er habe damit „keine Baggerschippe“ gemeint, sondern eher „eine Schaufel, um die Erde ein bisschen zu verteilen, damit noch mal ein bisschen mehr Substanz drankommt“. Denn vor dem Heimsieg gegen Augsburg hatten die Freiburger in vier von fünf Spielen kein Tor geschossen und sich auch nur wenige Chancen heraus gespielt.

"Nicht weniger ehrgeizig"

Besser habe seine Mannschaft das im Hinspiel beim 2:2 gegen Gladbach gemacht, in dem die erste Halbzeit „eine der besten in dieser Saison“ gewesen sei. Insgesamt hatte der SC neun Torchancen. Die Partie war der Auftakt zu einer Rekordserie von fünf Siegen in Folge. Könnte der Sport-Club das annähernd wiederholen, wäre die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb wohl kein Traum mehr. Bei den Gladbachern war und ist es hingegen das Ziel, international dabei zu sein. Das gerät nach dem verkündeten Abschied von Trainer Marco Rose und der darauf folgenden Niederlagenserie aber immer weiter in die Ferne. Als Zehnter steht die Borussia zwei Plätze hinter dem Sport-Club. „Darauf können wir keine Rücksicht nehmen, wir sind Konkurrenten“, sagte Streich, „und ich glaube nicht, dass wir weniger ehrgeizig sind.“
Er rechnet mit einem „guten und offensiven Fußballspiel“, vor dem er allerdings noch eine schwierige Frage zu klären hat: Wer ersetzt den gesperrten Nicolas Höfler (zehnte gelbe Karte) im Mittelfeld? Janik Haberer, Yannik Keitel und Lino Tempelmann wären Kandidaten. „Vielleicht überraschen wir aber auch mit etwas ganz anderem“, so Streich.

Müller bleibt im Tor

Klar positioniert hat er sich in der Torwartfrage. Auch wenn Mark Flekken im Testspiel gegen Basel sein Comeback nach langer Verletzungspause gegeben hat, wird auf jeden Fall weiter Florian Müller zwischen den Pfosten stehen, „aufgrund seiner Leistungen ist das klar“. Ob Flekken anstelle von Benjamin Uphoff als Ersatzmann mitkommt, wollte Streich aber noch mit Torwarttrainer Andreas Kronenberg besprechen.


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