SC Freiburg betreibt Chancen-Wucher
Freiburger Jubel Bildquelle dpa

Mit einem knappen, aber verdienten 2:1 beim SV Waldhof Mannheim ist der SC Freiburg in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen.

Am Samstag war für einige Stunden allerdings gar nicht klar, ob der Sport-Club überhaupt zu seinem ersten Pflichtspiel antreten kann. Bei Pokalgegner Mannheim waren ein Spieler und ein Betreuer positiv auf das Coronavirus getestet worden, das gesamte Team musste kurzzeitig in Quarantäne. Am späten Abend kam dann die Entwarnung, das Gesundheitsamt entschied, das Spiel kann angepfiffen werden, nur drei Kontaktpersonen müssten in Quarantäne.

Corona-Wirrwarr
Letztlich fehlten bei den Mannheimern tatsächlich drei wichtige Spieler im Kader, und schon beim Warmmachen gab es für beide Teams zusätzliche Hiobsbotschaften. Zuerst zog sich SC-Torhüter Mark Flekken eine Ellbogenverletzung zu und war schon auf dem Weg ins Krankenhaus, als das Spiel noch gar nicht begonnen hatte, dann knickte Waldhof-Kapitän Marcel Seegert um und humpelte in die Kabine. Für Flekken rückte Neuzugang Benjamin Uphoff gleich im ersten Spiel in die Startelf, Mannheim musste Seegert ebenfalls kurzfristig ersetzen.

Angefeuert von knapp 500 Waldhof-Fans im Carl-Benz-Stadion, versuchten die Mannheimer auf Konter zu lauern und suchten ihr Glück aus der Distanz, konnten Uphoff allerdings nicht prüfen. Der Sport-Club, der sich zunächst um geduldiges Aufbauspiel bemühte, war bei seinem ersten Versuch etwas präziser. Vincenzo Grifos Distanzschuss (11.) prallte jedoch an die Latte. Neben Grifo und Nils Petersen hatte Trainer Christian Streich auf die beiden Südkoreaner Wooyeong Jeong und Changhoon Kwon in der Offensive gesetzt, und beide bedankten sich mit guten Leistungen. Sie waren Unruhestifter in der gegnerischen Hälfte und an den besten Chancen der ersten Hälfte beteiligt.

Drei mal Aluminium
Einziges Manko: Es sprang nur ein Treffer heraus. Nach einer Flanke von der linken Seite legte Petersen per Kopf ab, Kwon (19.) nahm den Ball volley und traf zur Führung. Nach einer Kombination von Petersen und Kwon, schoss Jeong (23.) aus kurzer Distanz an die Unterkante der Latte, das gleiche passierte Petersen (31.) nach einer Vorlage von Jeong. Nach drei Alu-Treffern mussten sich die Freiburger darüber ärgern, dass sie nur mit einem knappen Vorsprung in die Pause gingen.

Nach Wiederanpfiff setzten sie den Chancen-Wucher fort: Grifo versuchte vergeblich, den Torwart zu überlupfen (46.) und Jeong (48.) zirkelte den Ball am langen Pfosten vorbei. Bestraft wurde das mit dem Ausgleich durch Dominik Martinovic (57.), der sich gegen Philipp Lienhart durchsetzte, nachdem die SC-Verteidigung zu nachlässig war. Streich brachte mit Lucas Höler für Kwon und Roland Sallai für Petersen zwei frische Offensivkräfte. Die erneute Führung erzielte aber einer, der schon von Beginn an dabei war. Nach einer Kopfballverlängerung von Grifo ließ Rechtsverteidiger Jonathan Schmid (79.) zentral vor dem Strafraum zwei Gegner aussteigen und traf mit einem flachen Schuss mit links.

Zittern bis zum Schluss
Nach einem weiteren Einwurf vergab Höler (86.) die Chance auf die Vorentscheidung, indem er am langen Pfosten vorbei schoss. So war in der Nachspielzeit noch Zittern bei Freiburg angesagt, denn Waldhof holte eine Ecke nach der anderen heraus, konnte aber keine nutzen. So blieb es beim knappen Pokalerfolg, bei dem sich der Sport-Club im Gegensatz zu den Vorjahren immerhin die Verlängerung ersparte.


Werde Teil der Fußball-Community in der Ortenau und repräsentiere Deinen Verein.
Am Ende der Saison verlosen wir
attraktive Prämien!