Pokaltraum der SF Ichenheim und Ankara Gengenbach geplatzt
Pokal und Medaillen werden 2020 nicht vergeben. Bildquelle Ulrich Marx

Nach der Absage des Bezirkspokal-Endspiels müssen sich die Finaldebütanten SF Ichenheim mit dem Bezirksliga-Klassenerhalt und Ankara Gengenbach mit dem Kreisliga-A-Aufstieg trösten. 

Mit 174:8 Stimmen bei 21 Enthaltungen haben sich die Delegierten des Südbadischen Fußball-Verbands (SBFV) am Samstag beim virtuellen außerordentlichen Verbandstag dafür ausgesprochen, das Bezirkspokalfinale 2020 ersatzlos zu streichen und keinen Sieger zu ermitteln. Besonders bitter ist dieses Ergebnis für die Finalisten der Frauen, SC Lahr und SG Ödsbach-Zusenhofen, sowie der Männer, SF Ichenheim und Ankara Gengenbach. 

Lange auf so ein Finale gewartet

Mit 2200 bis 3000 Gästen hatte der gastgebende VfR Willstätt gerechnet, zumal das Endspiel für die beiden Männerteams eine Premiere gewesen wäre. ,,Für uns ist das schon sehr enttäuschend, wir haben lange auf solch ein Finale gewartet und hätten gerne gespielt. Wer weiß, wann wir mal wieder so weit kommen", ist Christian Thau, Trainer der Sportfreunde Ichenheim, die Enttäuschung anzumerken: ,,Man muss die Entscheidung akzeptieren, vielleicht hätte man das Endspiel aber auch weiter nach hinten schieben können. Fakt ist, ein Finale ohne Zuschauer wäre auch für uns kein Thema gewesen." So bleibt den Sportfreunden, die ab der kommenden Saison eine Spielgemeinschaft mit dem FV Altenheim bilden, der Klassenerhalt in der Bezirksliga als kleiner Trost, denn als Drittletzter profitieren die Neurieder davon, dass es im Zuge des Saisonabbruchs keine Absteiger geben wird. ,,Das ist die Kehrseite, in der Liga ist der Abbruch für uns ein Vorteil. Allerdings bin ich mir sicher, dass wir den Klassenerhalt auch sportlich geschafft hätten", so Thau.

Spiel wäre Highlight gewesen

Ganz ähnlich ist die Stimmungslage bei Ankara Gengenbach. ,,Dieses Finale wäre das Highlight in unserer Vereinsgeschichte gewesen", ist die Enttäuschung über die Absage auch bei Sascha Waslikowski, dem Sportlichen Leiter von Ankara Gengenbach, riesig. ,,Ich hätte mir ein wenig mehr zeitliche Flexibilität beim Austragungstermin des Finals gewünscht. Aber ich wollte nicht in der Haut der Verbandsleitung stecken, das war eine ganz schwierige Entscheidung, für die ich Verständnis habe", so Waslikowski, für den ein Finale ohne Zuschauer oder gar ein Losentscheid ,,nicht infrage gekommen" wäre. Auch wenn der Pokaltraum geplatzt ist, einen Grund zum Feiern hat Ankara Gengenbach dennoch. Denn die Mannschaft von Trainer Timo Waslikowski steigt nach dem Saisonabbruch mit einem Quotienten von 2,47 Punkten pro Spiel als Meister der Kreisliga B/III in die Kreisliga A auf. ,,Meisterschaft und Aufstieg sind ein kleiner Trost, den wir bei einer internen Party unter Auflagen am kommenden Samstag feiern werden." 

VfR Willstätt kaum überrascht

Betroffen von der Absage ist auch der VfR Willstätt, der die Finalisten als Ausrichter im Stadion am Rosengarten begrüßt hätte. ,,Wir sind sehr enttäuscht. Wir hatten die Planungen so weit abgeschlossen und waren startklar. Die Finalisten sind aber deutlich härter getroffen", erklärt der 1. Vorsitzende Stefan Hochwald, den die Entscheidung des SBFV allerdings kaum überrascht hat: ,,Es hat sich in den letzten Wochen abgezeichnet. Natürlich hätten wir auch als Ausrichter eines Geisterspiels bereitgestanden, aber das hätte nicht den Final-Charakter gehabt." Hochwald, der wie jedes andere Mitglied seines sechsköpfigen Organisationsteams bereits rund 60 bis 80 Stunden in die Vorbereitungen investiert hat, hofft nun auf einen erneuten Zuschlag für das Endspiel 2021: ,,Es gibt keine Zusage vonseiten des Bezirks, aber wir würden das Ganze natürlich gerne nachholen."  


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