Karlsruher SC trifft zu Hause das Tor nicht mehr
Bitter enttäuscht waren Kevin Wimmer und Kollegen nach der 0:1-Heimniederlage. Bildquelle dpa/Uli Deck

0:1-Heimniederlage gegen den Abstiegskandidaten VfL Osnabrück. Die Karlsruher warten seit dem 23. Januar im Wildparkstadion auf einen eigenen Treffer.

Auch wenn sich Fußball-Zweitligist Karlsruher SC, allen voran Cheftrainer Christian Eichner, nie als Teilnehmer des Aufstiegsrennens betrachtete - mit ihren Leistungen im Januar und Februar (sieben Siege, zwei Unentschieden, eine Niederlage) ließen die Wildparkprofis doch Bundesligaträume sprießen. Spätestens nach der 0:1-Heimniederlage gegen den VfL Osnabrück gehören diesbezügliche Hoffnungen aber der Vergangenheit an.

,,Das war nicht nur das bisher schlechtestes Spiel dieser Saison, sondern auch unter meiner Regie", fasste Eichner, der seit rund 14 Monaten die sportliche Verantwortung am Adenauerring trägt, die sechste (!) Heimniederlage 2020/21 zusammen.
Nicht einmal ein von Christoph Kobald amateurhaft verschuldeter Foulelfmeter, der von Sebastian Kerk geschossen und von KSC-Keeper Marius Gersbeck gehalten wurde (2.), konnte die favorisierten Gastgeber wachrütteln. Der als Drittletzter angereiste VfL hätte auch nach dem Strafstoß noch vor der Pause in Führung gehen können. Die beste Möglichkeit dazu vergab Christian Santos (30.). Für seine Mannschaft sah Eichner in den ersten 45 Minuten nur ,,ein paar Halbchancen."

Was immer der KSC-Coach seinen Schützlingen für die zweite Halbzeit mitgab - es wirkte nicht. ,,Der unbedingte Wille, dieses Spiel gewinnen zu wollen, war eher bei Osnabrück zu sehen, als bei uns", erklärte Gersbeck. Die Hausherren gerieten durch einen vom VfL klasse vorgetragenen Konter 0:1 in Rückstand (48., Santos) und blieben offensiv mehr oder weniger harm-, glück- und deshalb erfolglos. Nachdem Marvin Wanitzek (62.) und Dominik Kother (63.) an Gästekeeper Philipp Kühn gescheitert waren, traf Kevin Wimmer mit der besten Chance nur das Außennetz (76.). Der KSC hat im Wildpark nun seit dem 23. Januar bzw. mehr als zehn Stunden keinen Treffer mehr erzielt, denn der 1:0-Sieg gegen Hannover am 27. Januar war auf ein Eigentor der Niedersachsen zurückzuführen. Osnabrück hingegen konnte seine Sieglosserie nach zehn Niederlagen und einem Unentschieden im Wildpark beenden.

Immerhin versuchten Eichner und seine Spieler nicht, ihren enttäuschenden Auftritt auf die wegen zweier Corona-Fälle (Philip Heise und Alexander Groiß) und zweier Trainingsausfälle (Dienstag und Donnerstag) ,,turbulente" Woche nach der Länderspielpause zu schieben. KSC-Kapitän Jerôme Gondorf jedenfalls ließ das ,,nicht als Ausrede gelten". Und auch Philipp Hofmann meinte: ,,Trotzdem muss jeder Gas geben und 90 Minuten auf dem Platz voll da sein."

Eichner nahm zwar seine Mannschaft in Schutz. Einen solchen Aussetzer müsse man den Jungs ,,auch mal zugestehen". Allerdings empfand er den Leistungsunterschied zum 2:2 in Paderborn zwei Wochen zuvor ,,schon krass."

Abschließend erinnerte der KSC-Coach an seine früheren Aussagen. Der Unterschied zu den Mannschaften im Tabellenkeller sei nicht so groß. ,,Plus/minus sind wir auf Augenhöhe - die Tagesform entscheidet. Wenn bei uns nicht alle ihre Normalform bringen, haben wir es nach wie vor sehr schwer, in dieser Liga Punkte zu holen." Und ,,Normalform" zeigten beim KSC nur Torhüter Gersbeck und Philipp Hofmann - mit Abstrichen auch Robin Bormuth und Marvin Wanitzek. Im Grunde genommen als Totalausfall waren Kyoung-Rok Choi und Christoph Kobald zu bezeichnen.
Auch Marc Lorenz hatte alles andere als einen Sahnetag. Nach 25 Einsätzen in dieser Saison verlängerte sich aber sein bis zum 30. Juni 2021 laufender Vertrag um ein Jahr.


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