Hitzige Diskussionen um die Staffeleinteilung
Nach sechs Jahrzehnten wurde Hermann Baumann (Zweiter von links) von SBFV-Vizepräsident Peter Cleiß, dem Schiedsgericht-Vorsitzenden Karsten Rendler und dem Bezirksvorsitzenden Heinz Schwab (v.l.) verabschiedet. Bildquelle Thorsten Mühl

Feierlichen, gegen Ende hin auch stürmischen Charakter erhielt der Bezirkstag des Fußball-Bezirks Offenburg am Samstag in Ulm. Neben Ehrungen und soliden Rahmendaten kochte bei der Klasseneinteilung die Stimmung hoch.

Aus Sicht des Fußball-Bezirks Offenburg und des Fußball-Ausschusses (BFA) steckte die Spielzeit 2018/2019 folgenden Rahmen: Von 124 (-1) Vereinen nahmen 118 (+1) am Spielbetrieb teil. 6178 Spiele wurden eingeteilt, 507 zurückgegeben. Im Seniorenbereich gingen 258 Mannschaften (-11) an den Start. Im Bereich Sportgericht lag die Quote bei 567 Urteilen, was aber nur vordergründig Entspannung bedeutete. Rund 230 Monate an Sperren wurden verhängt, ebenso Geldstrafen in einer Gesamthöhe von rund 15 000 Euro. Auch im Jugendbereich wurden über 300 Urteile notwendig, insgesamt ist die Situation weiter mit Besorgnis zu betrachten. Pass- und Online-Vergehen seien zwar rückläufig, doch das beleidigende Klima gerade gegenüber Unparteiischen klinge nicht ab. »Das ist längst ein gesellschaftliches Problem«, hielt Bezirksvorsitzender Heinz Schwab (Oppenau) fest. Man werde sich mit aller Kraft dagegen stemmen. Schiedsrichter-Obmann Wilfried Pertschy (Freiburg) sagte, es sei »längst nicht mehr vor, sondern nach Zwölf«, zumal zu viele Vereine die Situation scheinbar nicht (genug) kümmere.

Während die Neuwahlen bis 2021 keine großen Veränderungen ergaben, verliehen Ehrungen und Verabschiedungen der Veranstaltungen (siehe Kästen) einen feierlichen Charakter. SBFV-Vizepräsident Peter Cleiß (Oberkirch) kündigte in seinem Grußwort das Ende der Papier-Spielpässe für Ende des Monats an - sofern der Verbandstag entsprechend votiere. Änderungen sind auch beim Thema Schiedsrichter-Soll vorgesehen, wie eine Präsentation Pertschys zeigte. Geplant ist ein gedrehtes System, das alle Mannschaften eines Vereins berücksichtigt. Es soll nicht mehr nach der Anzahl der eingesetzten Schiedsrichter, sondern nach geforderten Spielleitungen gehen. »Ziel ist mehr Verursacher-Gerechtigkeit«, so Pertschy. Schiris, die zwei Spiele pfeifen, sollen ebenso viel zählen wie solche, die über 100-mal im Einsatz sind. 

Für zeitweise erhitzte Debatten sorgte die Klasseneinteilung für die Saison 2019/2020. Die in die Kreisliga B3 eingestufte TGB Lahr drückte ihre deutliche Unzufriedenheit aus, mehrfach ins Kinzigtal reisen zu müssen. Aus geographischen, daraus folgend auch finanziellen Gründen werde das als unfair erachtet. Schwab gab seitens des BFA immer wieder zu verstehen, es habe im Vorfeld viele Gespräche und Lösungsversuche gegeben. Da sich in die Debatte immer wieder andere Vereinsvertreter einmischten, nahm die Diskussion zuweilen chaotische Züge an. Sämtliche Versuche, andere Vereine zu finden, um mit TGB Lahr zu tauschen, schlugen fehl. Schwab brach die Diskussion irgendwann ab und ließ über die ursprüngliche Klasseneinteilung - mit Lahr in der B3-Staffel - abstimmen. Diese Variante erhielt eine knappe Mehrheit, so dass Schwab zwar mit einigem Bedauern, aber auch in deutlicher Form den Lahrer Vertretern riet, »diesen Härtefall im demokratischen Sinne zu akzeptieren«. Der Bezirkstag 2020 wird vom FC Wolfach ausgerichtet.

Abschied nach sechs Jahrzehnten

Die goldene Verbandsehrennadel konnte Staffelleiter Reiner Lehmann (Offenburg) in Empfang nehmen. Neben der Funktion als Staffelleiter versieht Lehmann auch die Leitung des Bezirkspokals und von Turnieren. Nach sechs Jahrzehnten im BFA, Stationen als Spieler, Trainer und über 1500 geleiteten Spielen als Schiedsrichter, wurde Hermann Baumann (Kehl) verabschiedet. Baumann baute die Idee des Eurodistrikts maßgeblich mit auf, hat sämtliche Auszeichnungen auf Bezirksebene erhalten. Der Bezirkstag spendete ihm stehende Ovationen. Sein Nachfolger als Ehrenamts-Beauftragter ist Fritz Wendling (Rheinau).


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