Oberliga Baden-Württemberg 
SV Linx verschenkt den Sieg in Überzahl
Samy Madihi vom SV Linx (l.) behauptet hier den Ball gegen die beiden Reutlinger Tim Schwaiger und Samuel Mayer (r.). Bildquelle Christoph Breithaupt

Durch zwei Gegentreffer in den Schlussminuten musste Fußball-Oberligist SV Linx beim 2:2 gegen den SSV Reutlingen bittere Punktverluste hinnehmen. Trainer Thomas Leberer war vor allem sauer auf Marc Rubio, der die Chance zur Entscheidung leichtfertig vergab.

Mit dem 2:2 (1:0) vor heimischem Publikum gegen den SSV Reutlingen hat Fußball-Oberligist SV Linx in einem von beiden Seiten technisch guten Spiel die große Chance verpasst, in der Tabelle einen Sprung ins Mittelfeld zu machen. Die Linxer führten bis zur 88. Minute 2:0, die drei Punkte waren eigentlich schon auf dem Konto der Heimelf, wäre da nicht die dreiminütige Nachspielzeit gewesen. Dem Gast gelang innerhalb von fünf aufregenden Schlussminuten der selbst kaum noch für möglich gehaltene Ausgleich. 
SVL-Coach Thomas Leberer war bitter enttäuscht, weil Sekunden vor dem Reutlinger Anschlusstreffer der eingewechselte Marc Rubio eigensinnig das 3:0 vergab, als drei Linxer frei vor Reutlingens Keeper Alejandro Piu auftauchten, Rubio seine Mitspieler aber ignorierte. 
Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Leberer hatte Adrian Vollmer in die Sturmspitze beordert, eine Umstellung mit Erfolg. Reutlingen war in Gedanken noch in der Kabine, da spurtete Nathan Recht über rechts auf und davon, flankte aus vollem Lauf zu Vollmer, der am langen Pfosten (4.) ungehindert zur Linxer Führung einköpfte. Das erste Saisontor von Adrian Vollmer schockte den Gegner aber nur kurz. ,,Wir haben an unserer Linie festgehalten, aus der Abwehr heraus zu kombinieren", so Gästetrainer Maik Schütt nach dem frühen Rückstand. Vor allem die linke Angriffsseite mit Armin Zukic und Samuel Mayer stoppte fortan den Offensivdrang von Nathan Recht, der dennoch bester SVL-Offensivspieler war.

Früher Platzverweis

Zwei Gästechancen durch Onesi Kuengienda und Jonas Preuss ließ die ansonsten sichere Abwehr der Rheinauer zu. Nach Flanke von Timo Wehrle vergab Vollmer wiederum per Kopfball seinen zweiten Treffer nur knapp, aber alles schien für den SV Linx zu laufen. Als der bereits verwarnte SSV-Kapitän Pierre Eiberger sich bei einer strittigen Situation mit dem Schiedsrichter angelegt hatte, hielt dieser ihm die Ampelkarte unter die Nase.
Elf Linxer gegen zehn Gästespieler und dennoch hatte Reutlingen mit der Einwechslungen von Till Sauerborn nach dem Seitenwechsel den besseren Start. Dann aber besannen sich die Linxer, spielten saubere Aktionen aus der Abwehr heraus, ohne aber zum Abschluss zu kommen. Ein strammer Schuss des ansonsten unauffällig spielenden Samy Madihi war die ganze Offensivausbeute. Nachdem Gästestürmer Samuel Mayer nach Zuspiel von Jonas Preuss das Gehäuse knapp verfehlte, waren im Gästeblock erstmals die SSV-Schlachtrufe zu hören. Sie verstummten aber schnell wieder, denn im Gegenzug holte der gerade erst eingewechselte Arbnor Nuraj als letzter Mann den ebenfalls neu ins Spiel gekommenen SVL-Stürmer Guillaume Ruiz von den Beinen. Nurajs sechsminütiger Einsatz endete (80.) mit der roten Karte und Freistoß für Linx, den der gefoulte selbst ausführte. Der Ball passierte alle Spieler, und der davon überraschte SSV Keeper Alejanro Piu bugsierte ihn letztlich zum 2:0 (81.) für Linx ins eigene Tor.

Offensive Wechsel

Leberer wollte unbedingt den Sieg sichern und wechselte, nachdem er mit Lukas Lux und Guillaume Ruiz bereits zwei neue Offensivkräfte gebracht hatte, Rubio als weiteren Stürmer ein. Er erwies seinem Team aber einen Bärendienst, weil er freistehend an Piu scheiterte. Das vergebenen 3:0 beflügelte den Gast, der nun trotz Unterzahl zum Sturmlauf ansetzte. ,,Wir mussten volles Risiko gehen, es ist gut gegangen", freute sich Schütt über die aufregenden Schlussminuten, als beim SV Linx nichts mehr ging der Gast in fünf Minuten aus dem 0:2 ein 2:2 machte. Nachdem Frederik Mohr mit dem Anschlusstreffer den Gästeblock so richtig in Stimmung gebracht hatte, gelang Till Sauerborn mit kräftiger Linxer Unterstützung in der 93. Minute der 2:2-Ausgleich.
Rubio hätte seinen Trainer wieder versöhnen können als er Sekunden vor dem Schlusspfiff frei zum Kopfball kam, der Ball aber knapp übers Tor strich. Danach gab es Freudengesänge der treuesten SSV-Fans auf der Fanblockseite,und hängende Köpfe bei den SVL-Spielern. ,,Wenn man die Chancen nicht reinmacht und Spieler meinen egoistisch zu sein, dann kippt so ein Spiel eben, wobei bei uns nach dem Pokal-Mittwochspiel in der Schlussphase die Kräfte schwanden, während Reutlingen am Mittwoch ohne Einsatz war", versuchte Leberer den verpassten Heimsieg einzuordnen. Bereits am kommenden Mittwoch müssen die Linxer beim Förderteam des SV Sandhausen antreten.

SV Linx - SSV Reutlingen 2:2 (1:0)
Linx: Süme - Joseph (80. Khedir), Schwenk, Sert, Feist, Gülsoy, Sepp (76. Rubio), Recht, Madihi (68. Ruiz), Wehrle (61. Lux), Vollmer
Reutlingen: Piu - Tuksar (75. Nuraj), Jäger, Mohr, Staiger (75. Ganaus), Eiberger, Schwaiger, Kuengienda (78. Küley), Preuß, Mayer, Zukic (75. Sauerborn)
Schiedsrichter: Ebe (Friedrichshafen) - Zuschauer: 350
Tore: 1:0 Vollmer (4.), 2:0 Piu (81./Eigentor), 2:1 Mohr (88.), 2:2 Sauerborn (90.+3)
Gelb-Rote Karten: Eiberger (Reutlingen/ 42.), Sert (Linx/86.)
Rote Karte: Nuraj (Reutlingen/80.)


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