Bundesliga 
Vorne hapert es beim SC Freiburg
Enttäuscht: Freiburgs Woo-yeong Jeong nach dem Spiel. Bildquelle dpa

Kurz nachdem SC-Trainer Christian Streich in der zweiten Halbzeit gegen Union Berlin drei Offensivkräfte gleichzeitig austauschte, kassierten die Freiburger den entscheidenden Treffer durch Grischa Prömel (64.), der letztlich die 0:1-Niederlage bedeutete. 

Es war die erste Heimniederlage seit dem 1:3 am 22. November gegen Mainz. ,,Das Tor war im Endeffekt zu einfach", fand Manuel Gulde, der allerdings daran beteiligt war. Er begleitete Marcus Ingvartsen nur, sodass dieser ungestört flanken konnte, und in der Mitte verlor Baptiste Santamaria den Torschützen aus den Augen, der frei zum Kopfball kam.

Duell der Brüder

Für Gulde war wenig später das Spiel beendet, für ihn wurde Keven Schlotterbeck eingewechselt, sodass es in der Schlussphase doch noch das Bruderduell gab. Bei Union gehörte SC-Leihgabe Nico Schlotterbeck zur Startelf und machte ein gutes Spiel. Mit Keven Schlotterbeck wollte Streich aus dem Zentrum der Dreierkette heraus für andere ,,Spielaufbauvarianten und für gute Struktur sorgen, um in gefährliche Räume zu kommen". Das war dem Sport-Club vor allem in der ersten Hälfte so gut wie gar nicht gelungen. Die Freiburger hatten zwar mehr Ballbesitz, taten sich gegen die defensive 5-4-1-Formation der Eisernen und deren körperliche Präsenz aber sehr schwer.

Union gefährlicher

Dass sich der SC entschieden hatte, es zunächst im 4-4-2 dagegen zu versuchen, erklärte SC-Kapitän Christian Günter: ,,Wenn man Union spiegelt, ist es schwer, dann kommen sie ins Eins-gegen-eins, das wollten wir umgehen." Aber gegen einen so tief stehenden Gegner brauche man ,,gute Entscheidungen nach vorne". Und an denen hat es gehapert. Nicht eine Chance konnten sich die Freiburger in der ersten Hälfte herausspielen, Union war zumindest etwas gefährlicher, unter anderem durch einen Weitschuss von Robert Andrich (29.), der am langen Pfosten vorbeistrich.

Umstellung auf Dreierkette

Nach der Pause wechselte Streich Verteidiger Dominique Heintz für Mittelfeldspieler Janik Haberer ein, und stellte auf eine Dreierkette um. Das führte dazu, dass sich die Außenverteidiger Günter und Jonathan Schmid mehr ins Offensivspiel einschalten konnten. Schmid bereitete auch gleich die ersten Chancen vor, indem er jeweils auf Lucas Höler flankte, der beim ersten Versuch nicht ganz an den Ball kam, und beim zweiten (52.) über die Latte köpfte. Höler blieb genauso glücklos wie Nils Petersen, der erstmals seit Dezember wieder zur Startelf gehörte, aber überhaupt nicht zum Abschluss kam.

Union mit besseren Chancen

Die frische Dreieroffensive mit Roland Sallai, Woo-yeong Jeong und Ermedin Demirovic sorgte, nachdem der Schock des Gegentreffers verdaut war, für etwas mehr Wirbel. Die besseren Chancen hatte dennoch Union. Christopher Lenz (66.) schoss nur ganz knapp am zweiten Pfosten vorbei, und Torwart Florian Müller parierte glänzend mit der Hacke gegen Petar Musa (83.), der vorher Santamaria den Ball abgeluchst hatte.

Gelbe Karte umstritten

Als Niko Gießelmann bei einem Konter Jeong rüde von den Beinen holte, sah er dafür die Gelbe Karte, bei der es auch blieb, nachdem sich Schiedsrichter Storks die Szene nach Intervention des Videoassistenten noch mal angeschaut hatte. Streich fand das ,,vollständig unerklärlich - zum Glück trifft er ihn nicht richtig, sonst wäre es schlimm gewesen". Als Ausrede für die Niederlage wollte er es nicht verstanden wissen, auch wenn durch die Aktion ein vielversprechender Angriff unterbunden wurde.

SC auf Platz neun

Union-Trainer Urs Fischer, der seine Mannschaft für eine ,,sehr solidarische Verteidigung" lobte, bekam von ihr zum 55. Geburtstag einen Auswärtssieg geschenkt. Nico Schlotterbeck sicherte sich als Souvenir das Trikot von Lucas Höler, mit dem er in der kommenden Saison wahrscheinlich wieder gemeinsam in einer Mannschaft auflaufen wird. Zunächst aber freute er sich darüber, mit den Berlinern in der Tabelle wieder am Sport-Club vorbeigezogen zu sein auf Platz sieben. Die Freiburger sind jetzt Neunter.

 


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