Bundesliga 
SC Freiburg kann nach 2:0 gegen FC Augsburg von Europa träumen
Saison-Premiere am 26. Spieltag mit 56 guten Spielminuten: Guus Til (rechts im Zweikampf mit Augsburgs Felix Uduokhai) hatte am Sonntagabend seinen ersten Startelf-Einsatz seit seinem Wechsel im Sommer zum SC Freiburg. Bildquelle dpa

Der FC Augsburg bleibt ein gern gesehener Gast im Schwarzwald-Stadion. Mit dem 2:0 (0:0) schraubte der SC Freiburg am Sonntagabend seine Bundesliga-Heimbilanz gegen den FCA auf 22 von 27 möglichen Punkten. 

Einen Schönheitspreis hatte das Spiel indes nicht verdient, dazu war es durch viele Fouls zu oft unterbrochen. Aber der Sportclub feierte nach zwei Niederlagen wieder einen Sieg und darf weiter von Europa träumen. Begonnen hatte die Partie mit zwei Auffälligkeiten. Zum einen fehlte kurzfristig Nils Petersen im Kader, weil der Stürmer einen uneindeutigen Corona-Test hatte. Zum anderen spielte der Sport-Club ganz in Gelb, wie bei Auswärtsspielen. Grund war die Rot-Grün-Sehschwäche eines Freiburger Profis. Angesichts der grünen Gästetrikots war Verwechslungsgefahr möglich.

Einige personelle Wechsel

Die Freiburger hatten sich viel vorgenommen, das war sofort zu sehen. Trainer Christian Streich hatte seiner Unzufriedenheit mit dem jüngsten 0:1 in Mainz personelle Wechsel folgen lassen. Heintz, Schlotterbeck, Jeong und Schmid saßen nur auf der Bank, dafür kehrten Kübler, Gulde und Santamaria in die Startelf zurück - dazu durfte Guus Til erstmals von Beginn an ran, ,,weil er es sich verdient hatte", so Streich.

Im 4-4-2 spielte der Niederländer neben Lucas Höler und war wohl auch wegen seiner Größe als Anspielstation für lange Bälle vorgesehen, von denen der SC ungewöhnlich viele in der ersten Hälfte schlug. Die erste gefährliche Situation vor dem Gästetor entstand jedoch nach Flanke von Christian Günter, als Santamarias Schuss (6.) von Ex-SC-Keeper Rafal Gikiewicz pariert wurde. Im Anschluss köpfte Til übers Tor, aber der Treffer hätte nicht gezählt, weil Santamarias Bein zu hoch war. In dem zweikampfbetonten Spiel nahmen sich beide nicht viel, der SC sah aber deutlich mehr gelbe Karten - insgesamt sieben. Der Plan der Freiburger, im Offensivspiel wieder sicherer und gefährlicher zu werden, ging zunächst nicht auf. Nach zwei Weitschüssen von Marco Richter (18./22.), von denen einen Torwart Florian Müller hielt, hatte Laszlo Benes (39.) nach Vorlage von Richter die beste Chance der ersten 45 Minuten. Nachdem er sich gegen Gulde durchgesetzt hatte, schoss er knapp übers Tor.

Kapitän Günter in Top-Form

Mit einem seiner typischen dynamischen Vorstöße leitete der bis dahin schon beste Freiburger Christian Günter kurz nach der Pause das 1:0 ein. Er sprintete mit Ball bis in den Strafraum und legte quer zu Roland Sallai (51.) der zwischen zwei Augsburgern hindurch traf. Nach der Niederlage in Mainz haben ,,wir Jungs uns zusammengesetzt und gesagt, dass wir wieder mehr wollen, das ist heute passiert", sagte Günter bei Sky. Direkt nach Wiederanstoß hätte Augsburg ausgleichen können, Müller parierte aber den Schuss von Richter. Der SC-Keeper war bei einem Weitschuss von Rani Khedira (58.) dann noch mehr gefordert. Auch einen Freistoß des Ex-Freiburgers Daniel Caligiuri (66.) aus 18 Metern konnte er über die Latte lenken. Auf der anderen Seite schlug Günter eine Freistoßflanke, die der für Til eingewechselte Ermedin Demirovic an den Pfosten köpfte. Philipp Lienhart (79.) brachte den Abpraller per Kopf im Tor unter, jubelte aber zunächst nur kurz, da auf Abseits entschieden wurde, was erst nach längerer Videoüberprüfung korrigiert wurde. Das 2:0 hielt der Sport-Club bis zum Schluss, daran konnte auch der eingewechselte dritte Ex-Freiburger beim FCA, Florian Niederlechner, nichts ändern.

,,Einfach mal weiter kicken"

,,Jetzt sind wir drei Punkte von Europa weg, und wenn wir daran schnuppern können, machen wir das", kommentierte Günter Platz 8. ,,Wir wären glücklich, wenn es klappt", fügte Torwart Müller hinzu. Streich hingegen freute sich vor allem über die 37 Punkte zum jetzigen Zeitpunkt: ,,Jetzt kicken wir einfach mal weiter. Wenn wir ganz hoch rauf wollen, müssen wir aber noch mal spielerisch eine Schippe drauflegen".


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