Bundesliga 
Der ewige Streich verlängert beim SC Freiburg
Im Sommer geht Christian Streich in seine elfte Saison als Trainer des SC Freiburg. Bildquelle dpa

Christian Streich würde es gerne aussehen lassen wie eine Formalie, und auch gar nicht viele Worte darüber verlieren. Aber natürlich weiß er, dass seine Vertragsverlängerung als Trainer des SC Freiburg doch ein größeres Thema ist. Am Donnerstag vor dem Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen (Samstag, 15.30 Uhr) hat der Verein bekannt gegeben, dass er auch in der kommenden Saison Chefcoach bleiben wird. ,,Weil es hier ist, wie es ist, ist es immer wieder etwas Besonderes", sagte Streich, ,,aber lieber wäre es mir, wir würden gar nicht mehr darüber reden, und irgendwann sagen, es ist vorbei."

Zuletzt hat der 55-Jährige immer nur für ein weiteres Jahr unterschrieben, weil er jedes Mal wieder ausloten will, ob seine Energiereserven für den Job noch ausreichen, und ob der Sport-Club mit seiner Arbeit weiterhin zufrieden ist. Angesichts der guten Saison mit 30 Punkten nach 20 Spieltagen - so viel wie der SC zu diesem Zeitpunkt noch nie hatte - ließ sich diese Frage jedoch noch schneller beantworten als sonst. ,,Es erleichtert die Situation für mich, das Gefühl zu haben, dass wir auf einem guten Weg sind", erklärte Streich, ,,aber gerade dann musst du aufpassen, dass du nicht entscheidende Fehler machst." Er will nicht zu viel Euphorie aufkommen zu lassen, und das gilt auch für die aktuelle sportliche Lage.

Kritik trotz Freude
Obwohl er gerade ,,eine wahnsinnige Freude mit der Mannschaft" hat, kritisierte er sie auch, trotz des ersten Sieges seit zehn Jahren gegen Borussia Dortmund. Der SC habe beim 2:1 auch davon profitiert, dass der BVB ,,nicht die Präzision im Passspiel hatte". In Bremen erwartet er ein ganz anderes Spiel und deutlich mehr Ballbesitz für sein Team. Nach der schwierigen vergangenen Saison, in der sich Werder gerade noch vor dem Abstieg retten konnte, und angesichts vieler Verletzter, sei Bremen ,,sehr bedacht auf Kompaktheit, dass der Gegner keine Torchancen hat", erklärte Streich. Nur sechs Gegentore seit Jahresbeginn sind Bestwert in der Liga, zusammen mit Wolfsburg, und unterstreichen diese Aussage.

,,Flexibilität ist wichtig"
Christian Streich ist ,,gespannt, ob wir Lösungen finden oder uns zu oft festlaufen". Personell gibt es keine Veränderungen im Vergleich zur Vorwoche, da Roland Sallai und Changhoon Kwon weiterhin ausfallen. Die Startelf könnte daher genauso aussehen wie gegen Dortmund, aber der Sport-Club könnte auch zum 3-4-3 zurückkehren, was dann auch mit mindestens einem personellen Wechsel durch einen zusätzlichen Innenverteidiger einher gehen dürfte. ,,Ich spiele gerne öfter gleich, weil man den Spielern Sicherheit gibt", erklärte der SC-Coach. Es sei gut, dass die Gegner nun nicht wüssten, wie er seine Mannschaft auflaufen lassen wird, noch wichtiger sei aber, dass sie selbst die Gewissheit habe, verschiedene Systeme spielen zu können - ,,Flexibilität ist wichtig".

Vorbereitung erschwert
Die Vorbereitung auf die Partie in Bremen wurde allerdings zum einen dadurch ein wenig erschwert, dass es keine ganz aktuellen Bilder von Werder gab, da deren Spiel in Bielefeld wegen des Wintereinbruchs ausgefallen ist. Zum anderen hat der Schnee auch dafür gesorgt, dass das Training am Schwarzwald-Stadion beeinträchtigt war. ,,Wir konnten gewisse Dinge nicht üben. Aber ich finde es schön", betonte Streich. Schließlich gebe es so ein Winterwetter nicht oft in Freiburg.

50 Punkte kein Thema
Vielleicht kann er das auch so entspannt sehen, weil der Sport-Club eine weitere sorgenfreie Saison erlebt. ,,Es ist schön, dass wir da stehen, so weit weg von hinten", sagte Streich, ,,wir haben eine gute Mannschaft, und das lässt auf eine gute Restsaison hoffen." Ob es dem SC gelingen kann, noch mal über 50 Punkte zu sammeln wie in der Saison 2012/13 - der bislang besten unter Streich mit Platz fünf - dazu wollte er aber keine Prognose abgegeben. ,,Wichtig ist, was sie auf den Platz bringen", sagte der SC-Coach.


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