Bundesliga 
Baptiste Santamaria: Spektakulär unspektakulär
Baptiste Santamaria soll beim SC Freiburg in den nächsten Jahren eine feste Größe im Mittelfeld werden. Bildquelle dpa

Baptiste Santamaria ist der teuerste Einkauf in der Vereinsgeschichte des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg, hält sich auf dem Platz aber eher im Hintergrund. Die Eingewöhnungsphase läuft noch.

Beim Testspielsieg gegen den Zweitligisten SV Sandhausen am Donnerstag hat Mittelfeldspieler Baptiste Santamaria mit einem wuchtigen Schuss das erste von zwei Toren für den SC Freiburg erzielt. Es wäre dem 25-jährigen Franzosen sicherlich lieber gewesen, wenn ihm das gleich bei seinem Debüt für den Sport-Club im Bundesliga-Heimspiel gegen Wolfsburg gelungen wäre. Die Chancen dazu hatte der Rekordeinkauf der Freiburger, auch wenn er eigentlich kein torgefährlicher Spieler ist und bei seinem Ex-Verein SCO Angers nur auf zwei Treffer in 149 Spielen kam.
Der Sport-Club hat ihn ohnehin wegen anderer Qualitäten geholt, in einem zähen Poker mit Angers nicht nachgelassen und sich die Verpflichtung rund zehn Millionen Euro kosten lassen. ,,Präsenz und gute Ballsicherheit" bescheinigt SC-Trainer Christian Streich dem Neuzugang mit dem klangvollen Namen, der die Social-Media-Abteilung des Verein dazu verleitet hat, ihn mit dem gleichnamigen Roland-Kaiser-Song vorzustellen. Auf dem Platz sei er ,,spektakulär unspektakulär", erklärte Sportdirektor Klemens Hartenbach die Vorzüge des Franzosen. 

Viel Lob vom Ex-Verein

In Angers, wo er in der ersten französischen Liga vier Jahre lang Stammspieler war, weinten sie Santamaria viele Tränen hinterher und verabschiedeten ihn mit liebevollen Worten. Mit ihm gehe seine ,,Hingabe, Eleganz und Omnipräsenz", zudem sei er mit seiner ,,Bissigkeit und Authentizität und seinem guten Humor ein würdiger Vertreter des SCO" gewesen. ,,Es war schon schwer, Angers zu verlassen, ich habe dort viele Freunde, außerdem habe ich mich dort in der ersten Liga durchgesetzt", sagt Santamaria, ,,es war berührend, dass mich die Fans so verabschiedet haben, aber es war für mich der richtige Zeitpunkt zu gehen, um mich mit Freiburg in der Bundesliga zu beweisen."
Das ist ihm nach seinem auffälligen Debüt gegen Wolfsburg in den vergangenen Spielen nicht mehr ganz so gut gelungen, bei Union Berlin und in Leipzig wurde er jeweils nach einer guten Stunde ausgewechselt. ,,Es ist viel auf ihn zugekommen, ein neues Land, eine neue Sprache und auch taktisch", hatte Streich gleich zu Beginn gemahnt. Er hat zwar einige Videositzungen mit dem Mittelfeldspieler anberaumt, wollte aber auch vermeiden, ,,dass er einen zu großen Rucksack mit sich rumträgt".

Andere Spielweise

Beim Sport-Club sieht Santamaria Parallelen zu seinem vorherigen Arbeitgeber, da beides ,,familiäre Clubs" seien. Die Spielweise sei aber in der Bundesliga anders als in der Ligue 1. ,,In Frankreich ist das Spiel taktischer geprägt", erzählt der 25-Jährige, ,,die Intensität ist hier höher, vor allem zwischen den Strafräumen, das Spiel ist auch physischer." Daran müsse er sich immer noch ein bisschen gewöhnen. Ansonsten fühlt er sich nach zwei Monaten in Freiburg ,,angekommen und auch gut integriert". Das liege zum einen daran, dass es ihm die neue Mannschaft leicht gemacht habe, und zum anderen daran, dass er ein Haus gefunden hat, sodass seine Frau und sein Sohn nachziehen konnten.
Zurücklassen ­musste ,,Santa", wie er von seinen Mitspielern genannt wird, neben seinen Ex-Mannschaftskollegen und Freunden auch seine drei Rennpferde. Sie werden weiterhin in Frankreich betreut und im Einsatz sein. Eine Kooperation zwischen dem SCO Angers und der örtlichen Pferderennbahn hat seine ohnehin vorhandene Leidenschaft für Pferde noch mal verstärkt. Für ihn gibt es auch einige Ähnlichkeiten zwischen Rennpferden und Fußballprofis, was das Training und die auf Hochleistung abgestimmte Ernährung betrifft. Jetzt scharrt er selbst sprichwörtlich mit den Hufen, um in Freiburg durchzustarten, und den SC nach sechs sieglosen Spielen wieder auf eine bessere Bahn zu lenken.


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