Bezirksliga Herren 
VfR Willstätt möchte schrittweise nach oben
Spielleiter Ricardo Almansa (hinten r.) und sein Stellvertreter Michael Hetzel (hinten l.) mit den Neuen beim VfR Willstätt: Eimen Kelbi, Christian Seger (hinten v. l.), Bastien Grimaud, Steffen Grams, Enrique Aluwanga, Manuel Reichhold, Viktor Miller (vo Bildquelle Günter Ferber

Trotz spektakulärer Neuzugänge wie Christian Seger, Eimen Kelbi oder Jan Philipowski sieht sich der VfR Willstätt in der Fußball-Bezirksliga nicht als Geheimfavorit. ,,Im Mittelfeld etablieren" ist das ausgegebene Ziel.

Der VfR Willstätt gehört zu den Vereinen, denen der Abbruch der vergangenen Saison nicht ganz ungelegen kam. Mit nur sieben Punkten befanden sich die Hanauerländer auf dem vorletzten Tabellenplatz und damit mitten im Abstiegskampf. Das vorzeitige Ende der Spielzeit 2020/21 sicherte dem VfR ein weiteres Jahr in der Bezirksliga.
Während der monatelangen coronabedingten Zwangspause hat sich das Kellerkind zu einem Mit- oder Geheimfavoriten gewandelt. So sehen es zumindest zahlreiche Vereinsverantwortliche der Liga­konkurrenten. Grund dafür ist neben dem neuen, spielenden Trainerduo Christian Seger und Eimen Kelbi vor allem die Verpflichtung von Torjäger Jan Philipowski, der in den vergangenen Jahren beim SC Durbachtal seine Qualitäten zeigte. Beim VfR lässt man sich von den Prognosen jedoch nicht blenden. ,,Wir kommen vom vorletzten Tabellenplatz. Da geht es erst mal nur da­rum, sich im Mittelfeld zu etablieren", sagt Ricardo Almansa, der das Amt des sportlichen Leiters übernommen hat.

"Ein echter Glücksfall"

Die Vorfreude rund um das Rosengartenstadion ist jedenfalls riesig. Vor allem mit Blick auf Seger und Kelbi, die mit ihrer geballten Ober- und Verbandsligaerfahrung (u.a. Offenburger FV, TuS Oppenau, SV Linx) auf und neben dem Platz eine große Bereicherung sind. ,,Wir haben zwei sehr gute Fußballer und vor allem tolle Menschen dazubekommen. Über diese Verpflichtung sind wir richtig glücklich", zeigt sich Almansa stolz: ,,Gerade unsere jungen Spieler haben im taktischen und spielerischen Bereich noch Aufholbedarf. Da sind die beiden für uns ein echter Glücksfall."
Auch die Entscheidung von Jan Philipowski pro Willstätt spielt dem Verein in die Karten. ,,Wir haben einfach am besten zu seinem Lebensabschnitt gepasst. Seine Selbstständigkeit und der verstärkte Fokus auf die Familie lässt sich mit der Bezirksliga besser vereinbaren." Dass dem Stürmer nicht der beste Ruf vorauseilt, lässt Almansa kalt: ,,Unsere Gespräche mit Jan waren mehr als positiv, er hat sich auch schon prima eingefügt. Wir sind da total entspannt."

Grams flexibel einsetzbar

Ebenfalls fix für die Startformation eingeplant von den Neuzugängen ist Steffen Grams, der vom SC Offenburg zurückgekehrt ist. ,,Er ist ein Willstätter Junge und passt damit perfekt in unsere Philosophie. Zudem ist er extrem vielseitig, kann auf der Sechs, auf der Acht oder als Innenverteidiger spielen", erklärt Almansa und schwelgt in Erinnerungen: ,,Ich habe Steffen selbst trainiert im Jahr 2000, als er fünf Jahre alt war. Umso schöner ist es, dass er jetzt wieder das VfR-Trikot trägt."
Ein weiterer prominenter Name im Umfeld des Vereins ist Timo Reus. Der ehemalige Bundesliga-Torwart des SC Freiburg arbeitet parallel zu seiner Tätigkeit beim SC Lahr auch für den VfR als Torwarttrainer. Almansa schwärmt: ,,Das kann nur von Vorteil sein, wenn so eine Granate bei uns mithilft."

Mittelfristiger Blick in Richtung Landesliga

Grundsätzlich fühlt man sich bei den Willstättern in der Bezirksliga gut aufgehoben. ,,Das ist die Liga, in der wir uns dauerhaft etablieren wollen", erläutert Almansa, sagt aber auch: ,,Wenn in den nächsten zwei, drei, vier Jahren mal alles passen sollte und wir um den Aufstieg mitspielen könnten, würden wir das natürlich annehmen. Willstätt könnte die Landesliga stemmen, da bin ich mir sicher." Die Favoritenrolle in der am 8. August beginnenden Saison sieht er aber ganz klar bei anderen Teams: ,,Für mich sind der FSV Seelbach, der SV Oberkirch und der SV Renchen ganz vorne. Auch Linx II mit dem riesigen Kader ist zu beachten."
Beim ersten großen Saisonhighlight im Rosengartenstadion ist der VfR sportlich gar nicht beteiligt. Am 31. Juli (18 Uhr) treffen der SV Fautenbach und FV Rammersweier im Bezirkspokal-Finale aufeinander mit bis zu 1500 Zuschauern. ,,Das wird ein tolles Event, da freuen wir uns drauf. Natürlich wird auch die ganze Mannschaft da mit anpacken, wir brauchen jede helfende Hand", kündigt Almansa an und ist sich sicher: ,,Wir werden das gut über die Bühne bringen."

VfR Willstätt

Tor: Rudi Kanz, Enrique Aluwanga, Tim Meyer

Abwehr: Melvin Aby, Felix Almansa, David Arendt, Marvin Dubielowski, ­Marius Eckert, Karl Etamba, Bernhard Griesbaum, Johannes Kautzmann, Bastian Kirschenmann, Alex Moser, David Vix

Mittelfeld: Anil Celebi, Lukas Funk, Steffen Grams, Jannik Huft, Eimen Kelbi, Valentin Kirschenmann, Sergej Laptev, Euridy Matheus, Sergio Pauli, Emrecan Semen

Angriff: Viktor Miller, Jan Philipowski, Christian Seger, Ardian Zenelji

Trainer: Christian Seger - Co-Trainer: Eimen Kelbi (beide 1. Saison)

Zugänge: David Arendt (A-Junioren JFSG Gemeinde Willstätt und SV Kork), Steffen Grams (SC Offenburg), Jan Philipowski (SC Durbachtal), Viktor Miller (TuS Legelshurst), Enrique Aluwanga (ES Marly la Ville), Christian Seger (TuS Oppenau), Eimen Kelbi (FC Geudertheim)

Abgänge: Tim Poulet (SV Freistett), Theo Rocoplan (FV Langenwinkel), Mergim Hoxha (SG Ichenheim/Altenheim), Enrico Schabert (FV Ottersweier), Yayah Manneh (Ankara Gengenbach), Jeremy Jaeger, Benjamin Pfanner (beide Ziel unbekannt)


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