2. Bundesliga 
Karlsruher SC: Geringes Maß an Normalität
KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer Bildquelle dpa

Karlsruhes Trainer Christian Eichner plant erst mal bis Freitag einen geregelten Trainingsbetrieb seines Profi-Kaders. Michael Becker und Oliver Kreuzer am Montag bei der DFL-Versammlung.

Während andernorts die Verantwortlichen ihrer Mannschaft eine einwöchige Trainingspause verordneten wie beim VfB Stuttgart oder das Gesundheitsamt im Falle von Hannover 96 den ganzen Profikader 14 Tage unter häusliche Quarantäne stellte, herrscht beim Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC noch ein geringes Maß an ,,Normalität" - zumindest, was den Trainingsbetrieb anbelangt. ,,Wir haben jetzt erst einmal bis Freitag geplant", sagte Christian Eichner am Samstag auf Anfrage.

Trainingsspiel
Der KSC-Coach kompensierte die am Freitag von der Deutschen Fußball Liga (DFL) bis vorerst Donnerstag, 2. April beschlossene Einstellung des Spielbetriebs und die damit verbundene Absage des Heimspiels gegen Darmstadt 98 mit einem internen Trainingsspiel ,,elf gegen elf." Anschließend hatten die Wildparkprofis frei - bis am Sonntag Nachmittag.
Am Dienstag und Freitag hat Eichner jeweils zwei Trainingseinheiten vorgesehen, am Mittwoch und Donnerstag je eine. Dabei wird es darum gehen, die körperlichen und taktischen Voraussetzungen für einen letztendlich erfolgreichen Kampf gegen den Abstieg zu verbessern.

Zur Corona-Prävention hat der KSC auch folgende Maßnahmen ergriffen: Die Trainingseinheiten der Profis finden ab sofort unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weder Medien noch Fans dürfen das Trainingsgelände betreten. Die Spieler sind angehalten, keine Selfie- und Autogrammwünsche mehr zu erfüllen. Alle offiziellen Veranstaltungen und PR-Termine des KSC sind vorerst abgesagt. Die Mannschaften des Nachwuchsleistungszentrums stellen den Trainings- und Spielbetrieb bis mindestens 23. März ein. Die Nachwuchsspiele wurden bereits durch die zuständigen Verbände DFB und Badischer Fußballverband abgesagt.

Hannover 96 in Quarantäne
Christian Eichner war froh, dass das Spiel gegen Darmstadt abgesagt wurde. ,,Alle haben ja nur noch über Corona diskutiert. Die Spieler konnten sich schon gar nicht mehr auf die Darmstädter konzentrieren." Jetzt gehe es im Training darum, ,,die Mannschaft zu belasten, damit wir, wenn es weiter geht, fit sind."

Wann es weiter geht, weiß niemand. Nach dem jetzigen Stand der Dinge ist es für den KSC-Coach ,,unvorstellbar, dass wir am 4. April in Hannover spielen." Denn: Die Niedersachsen stehen bis 26. März unter häuslicher Quarantäne und könnten sich dann nur acht Tage auf ihre Hausaufgabe gegen die Badener vorbereiten.
Eine zumindest mittelfristige Lösung der momentan nur vertagten Probleme erhoffen sich alle Beteiligten von der für Montag anberaumten außerordentlichen Mitgliederversammlung der 36 DFL-Vereine (Erste und Zweite Liga) in Frankfurt, an der für den KSC die Geschäftsführer Michael Becker und Oliver Kreuzer stimmberechtigt teilnehmen, vielleicht auch Präsident Ingo Wellenreuther als Gast. 

Uphoff wird gehen
,,Die DFL wird uns wohl verschiedene Szenarien vorstellen", vermutet Becker und hofft, die nötigen Informationen zu erhalten, um alle Möglichkeiten wie Saisonabbruch oder weitere Verschiebungen oder Saisonverlängerung beurteilen zu können. Welche Lösung dem KSC vorschwebe, ließ sich Becker nicht entlocken. ,,Diesbezüglich fehlt uns einfach der nötige Hintergrund. Wir wissen momentan nicht, welche Auswirkung welche Maßnahme hätte." 

Wenigstens zum Teil gelüftet hat KSC-Torhüter Benjamin Uphoff (26) das Geheimnis um seine fußballerische Zukunft. Die liegt nicht im Wildpark. Er werde seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern, ließ der Stammkeeper den Verein letzte Woche wissen. Wessen Tor Uphoff künftig hüten wird, ist noch nicht bekannt. Handlungsbedarf für Oliver Kreuzer resultiert aus Uphoffs Mitteilung zumindest nicht direkt. Denn mit Marius Gersbeck und Sven Müller hat der KSC für die Saison 2020/21 noch zwei Schlussmänner unter Vertrag.


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