2. Bundesliga 
Eiskaltes Ende für den Karlsruher SC
KSC-Trainer Christian Eichner. Bildquelle dpa

Als schon alle Beteiligten und die 450 Zuschauer auf der Baustelle Wildparkstadion mit einem Elfmeterschießen rechneten, ereilte den Zweitligisten Karlsruher SC doch noch das Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals. In der 118. Minute schoss Nico Schlotterbeck das 1:0 für den Bundesligisten Union Berlin - und die ,,Eisernen" in die nächste Runde.
 

KSC-Trainer Christian Eichner beschrieb seine Gefühle anschließend als ,,eine Mischung aus großer Enttäuschung und einer großen Portion Stolz - auf die komplette Mannschaft, auch auf die Spieler, die nicht zum Einsatz gekommen sind." Denn bis auf die Anfangsphase war der KSC den favorisierten Berlinern ein ebenbürtiger, teilweise gar überlegener Kontrahent. ,,Und in der Verlängerung hätte das Spiel auf beide Seiten kippen können", räumte Union-Coach Urs Fischer ein. 

KSC auf Augenhöhe
Die Berliner waren sofort besser im Spiel und erzwangen schon in der 4. Minute die erste Ecke. Dabei präsentierte sich der KSC unsortiert. Zum Glück für die Badener drückte Marvin Friedrich den Ball aber nur an den Pfosten. Drei Minuten später kam auch Berlins Niko Gießelmann von links völlig frei zum Abschluss, schoss aber weit vorbei.

,,Wir sind gut ins Spiel gekommen und aus meiner Sicht müssen wir führen", blickte Urs Fischer auf die Startphase zurück. Der 1. FC Union wirkte frischer, wacher und war meist einen Schritt schneller als die Karlsruher. Die fanden erst nach einer Viertelstunde besser ins Spiel und waren nach 30 Minuten endgültig auf Augenhöhe mit dem Bundesligisten. In den Schlussminuten der ersten Halbzeit, die der KSC mit 3:1-Ecken abschloss, waren die Wildparkprofis dem 1:0 sogar näher als die Elf aus dem Berliner Stadtteil Köpenick - etwa mit einem Freistoß von Marvin Wanitzek, der nur knapp vorbei schoss (45.). Insgesamt aber ließ der KSC im letzten Drittel die nötige Passgenauigkeit, Entschlossenheit und die für einen Torerfolg nötige Durchsetzungsfähigkeit vermissen. So ging die Partie mit 0:0 in die Pause.

Seitfallzieher
,,Das war im ganzen Spiel unser Problem", gab Christian Eichner zu, ,,der gegnerische Torwart musste nur einmal die Hände benutzen" - bei einem Schuss von Marco Djuricin (74.). Nach dem Seitenwechsel konnte der KSC seine optische Überlegenheit sogar noch steigern. Torgefährlicher wurden die Badener jedoch nicht. Und nach etwas mehr als einer Stunde entstand der Eindruck: Wer das erste Tor schießt, gewinnt. Es dauerte bis zur zweiten Hälfte der Verlängerung: Nach einem Freistoß von links brachte Schlotterbeck einen Seitfallzieher aus zehn Metern im KSC-Kasten unter. ,,Der Gegner ist, wenn er ein Tor mehr schießt, nicht unverdient weiter gekommen", zog Christian Eichner zumindest verbal schnell einen Schlussstrich. 

Das, was seine Schützlinge an Einsatz, Einstellung und Körperlichkeit gegen Union gezeigt haben, sei ,,die Messlatte für die nächsten Wochen", so der KSC-Coach weiter. Das Spiel nach vorne muss der KSC deutlich verbessern, um beim ersten Punktspiel, am Samstag (13 Uhr) in Hannover nicht leer auszugehen.


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