3. Liga 
Emotionaler Abschied vom Wildparkstadion
Die KSC-Fans nahmen sehr stimmungsvoll Abschied vom Wildparkstadion. Bildquelle GES/Helge Prang

»Viel mehr Emotion geht nicht«, fasste Clubchef Ingo Wellenreuther das zusammen, was sich rund um den 2:1-Sieg des Karlsruher SC in der 3. Liga gegen die Würzburger Kickers abspielte. Verein und Fans nahmen nach 63 Jahren Abschied vom Wildparkstadion.

Schon beim Einlauf der Mannschaften überzogen die KSC-Fans die ganze Gegentribüne mit riesigen Fotos aus der Vereinsgesichte und dem Spruchband: »Mit einer Sportanlage fing alles an, so erlebten wir Momente, die man nie vergessen kann.« Die Erinnerung an viele dieser Momente wurde dann nach dem Abpfiff wachgerufen  und ein Großteil der fast 25 000 Zuschauer wollte daran teilhaben. Etliche »KSC-Legenden« bzw. »Wildpark-Helden« waren der Einladung des Vereins gefolgt und wurden von Stadionsprecher Martin Wacker an ihrer früheren Wirkungsstätte begrüßt. So zum Beispiel Heinz Ruppenstein (88) der beim Eröffnungsspiel am 7. August 1955 gegen den Deutschen Meister Rot-Weiß Essen (2:2) auf Seiten des gastgebenden Pokalmeisters in der 70. Minute eingewechselt wurde.
Den Schwerpunkt des Rückblicks auf 63 Jahre Wildparkstadion bildeten jedoch  die Spieler der Mannschaft, die am 2. November 1993 in der zweiten Runde des Uefa-Cups den FC Valencia mit 7:0 aus dem damals schon altehrwürdigen Oval fegte und »das Wunder vom Wildpark« bewirkte. Unter anderem waren Eberhard Carl, Gunther Metz, Jens Nowotny und Rainer Schütterle gekommen. »Ich hätte nie gedacht, dass dieser Sieg so nachhaltig in Erinnerung bleiben würde - bundesweit. Das überrascht mich immer noch«, sagte Edgar Schmitt, der sich an diesem denkwürdigen Abend mit vier Toren den Beinamen »Euro-Eddy« verdiente.
Auch sportlich lief es für den KSC am Samstag nach Wunsch, denn durch den 2:1-Sieg gegen die Würzburger Kickers schaffte man den Sprung auf den vierten Tabellenplatz. Marvin Pourié war mit zwei Toren der Matchwinner. »Wir haben gerackert und gearbeitet und unseren Teil zum Gelingen der Abschiedsparty beigetragen«, meinte KSC-Trainer Alois Schwartz nach dem Abpfiff.
Die Hausherren gingen kurz vor der Pause in Führung. Nach einem Abwurf von Torhüter Benjamin Uphoff ließen sich die Rothosen auskontern. Über Alexander Groiß und Manuel Stiefler kam der Ball zu Pourié. Der zog aus gut 20 Metern ab und traf mit seinem Flachschuss links unten (41.).
Kurz nach dem Seitenwechsel war die knappe Karlsruher Pausenführung aber schon wieder Geschichte. Würzburg spielte die KSC-Abwehr nach einem Ballverlust von Daniel Gordon so durcheinander, dass schließlich Patrick Göbel problemlos den 1:1-Ausgleich herstellen konnte (51.). Doch die Wildparkprofis bissen zurück. In der 67. Minute scheiterte Anton Fink in seinem 300. Drittligaspiel aus kurzer Distanz an Leon Bätge, aber in der 82. Minute eroberte Fink nach einem groben Schnitzer des Kickers-Keepers den Ball und bediente Pourié, dessen »Schüsschen«  zum KSC-Siegtreffer ins Würzburger Tor trudelte.


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