Erich Schmieder - leidenschaftlicher Schiri des SV Schapbach
Schiedsrichter Erich Schmieder vom SV Schapbach bei einem seiner vielen Einsätze - im Spiel des FC Ankara Gengenbach gegen den TuS Windschläg. Bildquelle Gertrud Wolber

Erich Schmieder ist als leidenschaftlicher Schiedsrichter des SV Schapbach seit vielen Jahren oft und weit unterwegs. Und der Spätberufene dient als Vorbild für andere Ex-Fußballer.

Als Erich Schmieder 2004 seine lange aktive Fußballerzeit beim SV Schapbach erst mit 40 beendete, wollte der Vorsitzende Uwe Weis, dass er eine Jugendmannschaft trainiert. Was aber berufsbedingt als Kraftfahrer nicht möglich war. Stattdessen entschied sich Schmieder für das Schiedsrichteramt. Und dort ist er auf Ballhöhe, körperliche Fitness weiter kein Problem für den 54-Jährigen, der ursprünglich ein hervorragender Leichtathlet war. Im 100-Meter-Sprint stand er 1986 sogar auf der Liste des Bundestrainers.

Auch in der Saison 2018/19 können die Spieleinteiler auf den Vater eines 22-jährigen Sohns zählen. Als Spielleiter achtet er die Akteure, kann gut vermitteln und beruhigen, heißt es in einer Beurteilung. Wohnortbedingt hat er meist die weiteste Anfahrt. Ob da manche Vereine nicht murren  wegen des Fahrgelds? Schmieder lächelt und sagt guten Gewissens, dass er gerne gesehen sei und die Fahrtkosten durch konsequente Leistung kompensiere. Und er erinnert sich gut, als er nach 101 Kilometern am Klippeneck ankam, an einem 3. Juni bei Schneefall. Für ihn »gibt es kein schlechtes Wetter - nur unpassende Kleidung«. So war er in den jüngsten Jahren doch das eine oder andere Mal verwundert über wetterbedingte Spielverlegungen.

»Mittelstand« vermisst

Unter seinen Kollegen vermisst er den »Mittelstand«, für ihn sind Männer und Frauen, die ihre aktive Laufbahn beenden, »ideale Schiedsrichteranwärter«. Teenager hingegen spielen oft selbst noch am Samstagnachmittag und werden von ihren Vereinen zu wenig unterstützt. Beiträge und Kritik vom Spielfeldrand steckt der gelernte Maurer schnell weg. Er verteidigt sich dann aber, dass von außen alles einfach aussehen würde: »Auf dem Platz muss man sekundenschnell entscheiden, die Betreffenden sollten mal selbst die Pfeife in die Hand nehmen.« Für Schmieder ist es wichtig, »dass ein Schiedsrichter seinen eigenen Weg findet.«

Für ihn habe übrigens der umstrittene Videobeweis in der Bundesliga den Fußball gerechter gemacht.
Der Südbadische Fußballverband führt demnächst den digitalen Spielerpass ein. Schmieder, der Vollzeit im örtlichen Sägewerk arbeitet und sich noch in der Katholischen Kirchengemeinde Schapbach engagiert, sei nicht gerade ein Computer-Genie, sieht dieser technischen Neuerung aber gelassen entgegen.


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