SC Freiburg: Stress-Test in Dortmund
Freiburgs Trainer Christian Streich Bildquelle Tom Weller

Fußball-Bundesliga: Im Freitagspiel beim Tabellenzweiten BVB kann der SC Freiburg zeigen, dass er tatsächlich zu den Spitzenteams in Deutschland gehört. Die drei Corona-Patienten fehlen weiter.

Die Hoffnung auf die Rückkehr der Leistungsträger wurde enttäuscht. Der SC Freiburg muss auch im Spitzenspiel beim Tabellenzweiten Borussia Dortmund am Freitag (20.30 Uhr) auf Torwart Mark Flekken und Innenverteidiger Nico Schlotterbeck verzichten. Sie fallen nach Corona-Infektionen weiter aus, und das gilt auch für Kiliann Sildillia.

Zwei in Ouarantäne

Schlotterbeck konnte sich zwar inzwischen freitesten, muss laut Trainer Christian Streich aber ,,erst wieder in einen körperlichen Zustand kommen, dass er dabei sein kann". Flekken und Sildillia sind hingegen weiterhin in Quarantäne. ,,Es geht ihnen so weit gut", berichtete Streich, der wegen der Ausfälle nicht hadern wollte. ,,Es haben in dieser Saison auch schon andere gefehlt", sagte er, ,,man kann nicht erwarten, dass man immer mit den gleichen durchspielt."

Im Tor wird auch in Dortmund wieder Benjamin Uphoff stehen, stellte der SC-Coach klar. Trotz der Patzer bei beiden Bielefelder Toren am Samstag mache er ,,einen guten Eindruck", sei ,,nicht verkrampft". Im Training würde man sehen, ,,dass er ein richtig guter Torwart ist", sagte Streich, im Spiel fehle ihm vielleicht der Rhythmus. Seit er vor anderthalb Jahren vom Karlsruher SC nach Freiburg gewechselt ist, hat der 28-Jährige fünf Spiele für den Sport-Club gemacht, drei davon in dieser Saison: jeweils eins in Bundesliga, 3. Liga und im DFB-Pokal. Erfolgreich war nur sein Einsatz im Pokal in Osnabrück, wo er im Elfmeterschießen das Weiterkommen sicherte.

Wer stoppt Haaland?

Fehlende Spielpraxis könnte laut Streich auch die Erklärung sein, dass Keven Schlotterbeck seinen Bruder gegen Bielefeld nicht adäquat ersetzen konnte. Ein verunglückter Querpass in der Anfangsphase und ,,der Druck, unbedingt ein gutes Spiel machen zu wollen", dürften nach Einschätzung des Trainers ebenfalls dazu beigetragen haben, dass der ältere Schlotterbeck nicht so überzeugen konnte wie noch vor Weihnachten neben seinem Bruder im Auswärtsspiel bei seinem Ex-Klub Union Berlin.

Defensiv wird der Sport-Club sehr gefordert sein in Dortmund. Beim 2:1-Sieg im Hinspiel war es vor allem Nico Schlotterbeck gelungen, Stürmer Erling Haaland fast komplett abzumelden. Der BVB traf nur durch ein Eigentor von Yannik Keitel. Doch auch wenn die Dortmunder ,,technisch gut sind und viel Dampf haben", hofft der SC-Coach auf ,,konstruktiven eigenen Ballbesitz". Nur dann habe sein Team eine Chance. ,,Wir wollen gerne so spielen wie richtig gute Mannschaften, die sehr gut besetzt sind, weil wir wollen, dass die Spieler besser werden", sagte er.

Nicht beklagen

Zu diesen Topteams zählen sicherlich auch die Dortmunder, die zuletzt in Frankfurt einen 0:2-Rückstand noch in einen Sieg drehten. Fehlen wird dem BVB die stimmungsvolle Atmosphäre im Stadion, da nur 750 Zuschauer zugelassen sind. Bei den Tickets haben es die Dortmunder ähnlich gehandhabt wie der Sport-Club bei seinen jüngsten Heimspielen, und sie kostenlos auf Partner, Familienmitglieder und Fans aufgeteilt. Die Fast-Geisterspiel-Kulisse ermüdet auch Streich immer mehr: ,,Am Anfang war es eine Aufgabe, die man als spannend wahrgenommen hat, jetzt macht es keinen richtigen Spaß mehr." Trotzdem sei er dankbar, dass die Bundesliga weiter spielen könne. ,,Wenn sich jemand nicht beklagen darf, dann sind wir es", betonte er.


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