SC Freiburg: Gar nicht der Tag von Uphoff
Roland Sallai (M.) vom SC Freiburg Bildquelle Tom Weller

Fußball-Bundesliga: Freiburgs Ersatz-Torhüter, der anstelle des coronainfizierten Mark Flekken spielte, war entscheidend an der Bielefelder Aufholjagd zum 2:2 beteiligt. SC gab 2:0-Führung her.

Der Start ins neue Jahr ist für den SC Freiburg nicht so gelungen wie erhofft. Gegen Arminia Bielefeld gab der Sport-Club eine 2:0-Führung aus der Hand, und musste sich mit einem 2:2 begnügen.

"Er schläft am schlechtesten"

Das Rätselraten um die drei Corona-Infizierten beim SC wurde erst kurz vor der Partie beendet. Zwei der Ausfälle schmerzten die Freiburger dabei besonders, denn neben Nachwuchsmann Kiliann Sildillia mussten sie auf zwei Leistungsträger der Hinrunde verzichten: Nico Schlotterbeck und Mark Flekken. Der Verteidiger wurde durch seinen Bruder Keven Schlotterbeck vertreten, im Tor kam Benjamin Uphoff zu seinem Bundesliga­debüt. Beide konnten ihre Chance nicht nutzen. Besonders bitter verlief der Nachmittag für Uphoff, der mit zwei unglücklichen Aktionen dazu beitrug, dass der Sport-Club die Führung verspielte. ,,Er ist sicherlich derjenige, der am schlechtesten schläft", sagte Trainer Christian Streich, ,,es tut mir leid für ihn. Aber es ist kein Problem, ich mache auch Fehler."

Die des Ersatzkeepers benannte er dennoch. Beim ersten Bielefelder Treffer durch einen Weitschuss von Masaya Okugawa (60.) hatte Uphoff zu weit vor dem Tor gestanden, ,,und vielleicht hat er ihn auch nicht richtig gesehen", mutmaßte Streich. Der 28-Jährige reagierte kaum, als sich der Ball über ihn ins Netz senkte. Beim Ausgleich durch Bryan Lasme (87.) hatte Manuel Gulde noch leicht abgefälscht, aber auch bei dem Schuss aus spitzem Winkel traf den Ersatzkeeper eine Mitschuld. ,,Das zweite war ein furchtbares Tor, und das erste nicht weniger unschön", sagte der SC-Coach.

Höhere Führung verpasst

,,Wir müssen zur Halbzeit schon höher als 1:0 führen", fand Uphoff und stufte das Remis als ,,sehr enttäuschend und nicht nötig" ein. Die erste Hälfte hatte der Sport-Club sehr gut begonnen. Schon vor der frühen Führung durch den Volleyschuss von Janik Haberer (6.) nach einer zunächst geklärten Ecke hatte Wooyeong Jeong (3.) die erste Großchance, bei der Torhüter Stefan Ortega jedoch glänzend parierte. Danach traf der Südkoreaner, der kurz vor Weihnachten seinen Vertrag verlängert hat, noch die Latte (15.) und bei einem Kopfball von Jeong (33.) war wieder Ortega zur Stelle. Als Roland Sallai (38.) aus kurzer Distanz zum Abschluss kam, half Amos Pieper seinem Keeper per Kopfballabwehr.

Die Bielefelder hatten zwar auch Chancen und konnten unter anderem einen schwerwiegenden Fehlpass von Schlotterbeck nicht ausnutzen, die Freiburger Führung war jedoch verdient. Wie Uphoff vermutete auch Stürmer Lucas Höler, dass es mit einer besseren Effektivität schon vor der Pause ,,vielleicht nicht so weit gekommen wäre". Andererseits hatte der Sport-Club schon kurz nach dem Wiederanpfiff nachgelegt, als Jeong (46.) nach Vorarbeit von Vincenzo Grifo und einer Flanke von Christian Günter ein Kopfballtor erzielte. Das mögliche 3:0 verhinderte erneut Ortega, der einen Distanzschuss von Nicolas Höfler (56.) um den Pfosten lenkte.

"Kein Weltuntergang"

Nach dem Bielefelder Anschluss ließ sich Freiburg aber immer mehr zurückdrängen, und konnte am Ende froh sein, dass es in der Nachspielzeit nicht noch eine Niederlage setzte. ,,Wir waren nicht mehr zweikampfstark genug", kritisierte Streich, ,,bis zum 2:0 haben wir aber ein richtig gutes Spiel gemacht." Das Remis sei ,,kein Weltuntergang, aber ein bisschen schade". Und es hatte zur Folge, dass der Sport-Club in der Tabelle TSG Hoffenheim vorbeiziehen lassen musste.
Am Freitag geht es für die Freiburger mit dem Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund weiter. Sie müssen darauf hoffen, dass sich ihre mit Corona infizierten Stammspieler als Geimpfte möglichst schnell wieder freitesten können.


Werde Teil der Fußball-Community in der Ortenau und repräsentiere Deinen Verein.
Am Ende der Saison verlosen wir
attraktive Prämien!