Landesliga 
Die Weiterentwicklung geht weiter
Die gemeinsame Richtung stimmt: Chefcoach Joachim Kehl (von links) mit Assistent Daniel Schmieder und Thomas Springmann, Trainer der Reserve in der Kreisliga A Süd. Bildquelle Marc Faltin

Der vorsaisonale Tabellenfünfte SV Oberwolfach will seine Erfolgsgeschichte mit dem Trainer-Duo Kehl/Schmieder und damit Kontinuität fortsetzen. 40 Punkte sind das Grundziel der Wolftäler.

Nach den coronabedingt abgebrochenen Spielzeiten schloss der SV Oberwolfach im dritten Anlauf seine erste komplette Landesliga-Saison der 74-jährigen Vereinsgeschichte ab - mit 54 Punkten und 61:37 Toren auf Rang 5. Entsprechend zufrieden waren Chefcoach Joachim Kehl und Co-Trainer Daniel Schmieder, die in ihre neunte gemeinsame Spielzeit an der Wolf gehen. Mit Kontinuität und sprudelnder Quelle im Nachwuchsbereich bleibt alles im Fluss bei den Schwarz-Weißen, die akribisch an den Graustufen arbeiten.

Reserve von großer Bedeutung

,,Bei uns greifen viele kleine Rädchen ineinander", sagt Kehl, der weiter ,,sehr gerne" so oft von seiner Wahlheimat Hofstetten nach Oberwolf­ach fährt. Urlaubsbedingt waren kürzlich mal 28 Spieler im Training - ,,Negativrekord", schmunzelt der 52-jährige Welschensteinacher, einst ein Top-Keeper Südbadens. Dienstags - wenn erste und zweite Mannschaft gemeinsam trainieren - sind es gut und gerne 40 auf dem idyllisch im Dorfkern gelegenen Kunstrasenplatz zwischen Wolf und Vorgärten. Kehl betrachtet sein Wirken hier im Großen und Ganzen: ,,Es war uns sehr wichtig, dass unsere Reserve wieder in die Kreisliga A aufgestiegen ist, weil dort die Anforderungen höher sind gerade für unsere neuen Kräfte aus der A-Jugend und wir einen stabilen Unterbau wollen."

Dafür wurde das Trainerteam ausgebaut - mit Jürgen Ehrhardt, der seinen B-Trainerschein gemacht und zuvor im jüngeren Nachwuchsbereich gecoacht hat. Der einstige Torjäger ist neben Frank Rauber und Linus Schillinger zusätzlicher Assistent von Thomas Springmann, Cheftrainer von Kreisliga-B-Meister SV Oberwolfach II. Auch zwischen allen Trainern stimme die Chemie, so Kehl, wie zwischen dem SVO und SV Schapbach. Die Nachbarvereine pflegen Spielgemeinschaften bei den Junioren, die jedes Jahr reichlich Früchte für beide trägt. Die U19 der Wolftal-SG ist in der Landesliga längst eine feste Größe und wäre fast in die Verbandsliga aufgestiegen. ,,Die B-Junioren sind dafür in die Landesliga hoch", freut sich Kehl.

Die Perspektive stimmt

Gerade ,,die Perspektive, künftig weitere Juniorenspieler in den Männerfußball integrieren zu können", sei einer der Gründe, warum er sich als SVO-Trainer so wohlfühlt. Ganz zu schweigen vom Umfeld - von Vereinsführung, Struktur, Zuschauerzuspruch, Atmosphäre, Begeisterungsfähigkeit in und außerhalb der Mannschaften. Von den aktuell sieben Neuzugängen aus der A-Jugend könnten drei oder vier im Laufe der Saison den Sprung sogar in die Landesliga schaffen. ,,Tim Fleing ist ein sehr gutes Beispiel für die Möglichkeit, sich bei uns zu entwickeln", sagt Kehl, ,,er hat vor eineinhalb Jahren noch in der Dritten gekickt." Pirmin Bonath und Tim Springmann hätten in der vorigen Saison ebenfalls bemerkenswerte Sprünge in der Ersten gemacht.

Eine externe Verstärkung

Und es gibt für den SVO Außergewöhnliches - einen externen Neuzugang im Kader mit bisheriger Einheimischenquote von 99,9 Prozent. Dass es keine 100 sind, liegt an Mittelfeldturbo Roman Boser, nach dem Landesliga-Aufstieg vom SV Oberharmersbach gekommen, der in Wolfach mit Sichtweite zu Oberwolfachs Ortsschild wohnt. Nun wechselte Lucas Schmid nach berauschender Meister-Saison mit seinem SV Schapbach in der Kreisliga A Süd zum SVO. ,,Luci kam auf uns zu, weil er in die Landesliga wollte und aus seiner Komfortzone heraus", erklärt Kehl. Der 26-Jährige sei flexibel einsetzbar, ob offensiv oder defensiv, und schon jetzt eine Verstärkung. Umso wertvoller weil mit Nils Springmann eine Säule in der Abwehrreihe lange ausfällt.

Sein Kreuzbandriss im Test gegen Verbandsligist SC Lahr (1:5) war der einzige Negativpunkt der Saisonvorbereitung. ,,Nils ist 1:1 nicht zu ersetzen, alle zusammen können es aber schaffen - was eine große Stärke von uns ist", so Kehl. Dies gelte auch für ,,die Breite im Landesliga-Kader". Kehl schätzt die Liga etwas stärker ein als im Vorjahr mit Blick auf Verbandsliga-Absteiger SC Durbachtal, den verstärkten SV Stadelhofen und höheres Niveau im unteren Bereich. ,,Unser erstes Ziel sind 40 Punkte", betont Kehl: ,,Dazu wollen wir attraktiven Fußball bieten und alle Jungs weiterentwickeln." Manuel Harter, Abteilungsleiter Fußball des 1440 Mitglieder starken Vereins im rund 2600 Einwohner zählenden Dorf, fügt an: ,,Wir wollen in einer wohl noch ausgeglicheneren Liga an die Leistungen in den letzten Jahren anknüpfen."

Nach Liga-Start folgt Pokal-Hit

Bevor der SVO am Sonntag zum Liga-Auftakt den 1.SV Mörsch erwartet, stand Kehl in anderer Hinsicht vor der Qual der Wahl. Fast direkt vor seiner Haustür startet am Freitag der SC Hofstetten, den er 2010 als Spielertrainer sensationell erstmals in die Verbandsliga führte, in seine dritte Saison in Südbadens Oberhaus. Zeitgleich in Oberachern trifft der dortige SVO zum Oberliga-Start auf den Offenburger FV. ,,Ich hätte gerne den Sportclub gesehen, aber ich sehe gerne meinen Söhnen beim Fußballspielen zu, wenn es möglich ist", so ,,Jogi" Kehl.

Der 20-jährige Lars Kehl ist für die U23 des SC Freiburg in der 3. Liga am Ball, der ältere Luca für den OFV, der am Mittwoch, 10. August, beim Wolftäler SVO im Südbaden-Pokal gastiert - nachdem es in den Vorjahren für die Oberwolf­acher bereits pokalische Highlights gegen Oberachern und in Offenburg beim legendären 3:3 gegeben hat. Das 2:1 beim starken Bezirksligisten FV Sulz am Sonntag in der ersten Runde, als Tobias Dreher in Minute 120 das nötige Siegtor erzielte, hatte neben dem hochattraktiven OFV-Duell andere positive Aspekte. Nach etlichen personellen Ausfällen habe sich die Kader-Größe ausgezahlt, ,,und in der Verlängerung hatten wir entscheidende körperliche Vorteile", so Kehl.

Das spricht für erneut gute Arbeit in der Vorbereitung (inklusive 4:3-Sieg bei Verbandsligist SF Elzach-Yach) auf die vierte Saison in einer nach wie vor besonderen Spielklasse für diesen besonderen Verein.

SV Oberwolfach

Tor: Tobias Armbruster, Paul Harter, Oliver Mai

Abwehr: Pirmin Bonath, Manuel Groß, Nico Haas, Philipp Herrmann, Gabriel Schrempp, Nils Springmann, Tim Springmann, Simon Wolf

Mittelfeld: Roman Boser, Jonas Dieterle, Tobias Dreher, Stefan Hacker, Philipp Heitzmann, Marco Herrmann, Felix Rauber, Lucas Schmid, Lukas Springmann, Leon Weiß, Steffen Wild
Angriff: Frederic Burger, Julian Echle, Marc Heizmann, Tim Fleing, Jonas Wolf

Trainer: Joachim Kehl (9. Saison)
Co-Trainer: Daniel Schmieder (9. Saison)

Zugänge: Lucas Schmid (SV Schapbach), David Armbruster, Tom Baumann, Simon Faisst, Alexander Peter, Tom Rauber, Hannes Scharer, Hannes Sum (alle eigene Jugend)

Abgänge: Daniel Schmid, Sebastian Steiner (beide Karriereende).


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