Kreisliga A Süd 
Ein denkwürdiger Hattrick mit 18
Hausachs Talent Moritz Matt (Mitte), der noch in der A-Jugend am Ball ist, drehte bei den Großen mit einem Hattrick in den letzten sechs Minuten die Partie in Ettenheim. Bildquelle Marc Faltin

Dass ein A-Jugendspieler binnen sechs Minuten einen lupenreinen Hattrick bei den Aktiven erzielt und in der Schlussphase aus einem 0:2 ein 3:2 macht, gehört zu den Geschichten, die der Fußball immer wieder schreibt - der Hausacher Moritz Matt schaffte also Denkwürdiges.

Als der Tabellenzweite FV Ettenheim durch Marvin Weber in der 85. Minute auf 2:0 gegen die als Tabellenvorletzter angereisten Kinzigtäler erhöhte, schien die Partie gelaufen zu sein. Dann aber schlug Moritz Matt entscheidend zu - in Minute 90+4, 90+9 und 90+10. Diese extralange Nachspielzeit hatte mit einer längeren Unterbrechung wegen der Verletzung eines Ettenheimers zu tun.

„Es war einfach unglaublich!“

„Es war einfach unglaublich!“, so der 18-jährige Matchwinner, der erst eine sehr gute Vorlage verwertete und dann jeweils aus 16 Metern mit präzisen Schüssen traf. Drei Chancen - drei Tore! Und als der Ball zum 2:3 im Netz zappelte, pfiff der Schiedsrichter das verrückte Spiel ab. Nach Einwechslungen in den ersten Spielen und Startelf-Debüt im Pokal nominierte der neue SVH-Spielertrainer Keven Feger das große Talent erstmals in der Liga von Beginn an - „auf meiner Lieblingsposition als Zehner im Mittelfeld“, gab es für Moritz Matt schon vor dem Anpfiff Gründe zur Freude.

Live-Ticker zu früh abgeschaltet

Sein Vater, der einst ebenfalls als Zehner reichlich Tore schoss und in seiner Zeit zu den Top-Fußballern nicht nur des Kinzigtals zählte, kann diesen Samstag kaum begreifen. „Ich habe leider die falsche Entscheidung getroffen und mich für Dortmund gegen Schalke am Fernseher entschieden“, gesteht Thomas Matt. Der 54-jährige Steinacher, der mit seiner Familie schon lange in Hausach wohnt und für den SVH auch in der Verbandsliga offensiv am Ball war, ist seit seiner Kindheit ein leidenschaftlicher S04-Anhänger. Nach dem entsprechend frustrierenden 0:1 seiner Königsblauen beim schwarzgelben Erzrivalen folgte zunächst der nächste Frust. „Als im Live-Ticker das Ettenheimer 2:0 zu lesen war, habe ich das Ding abgeschaltet“, schüttelt „Chips“ Matt erneut seinen Kopf. Danach folgte der geradezu historische Auftritt seines Sohns, der von den D- bis B-Junioren beim Offenburger FV meistens auf der 6er-Position spielte, bevor er zu seinem Heimatverein zurückkehrte.

Feger lobt den Zwölftklässler des Robert-Gerwig-Gymnasiums natürlich für seinen außergewöhnlichen Auftritt in Ettenheim. Dass Moritz Matt wie sein Alterskamerad Fabio Schmidt - beide hatten fünf gemeinsame OFV-Jahre - bereits in der ersten Mannschaft eingesetzt wurde, hat einige Gründe. „Uns fehlten am Samstag sechs Stammspieler“, so Feger, „außerdem haben wir die A-Jugend in unseren Vorbereitungswochen bewusst einbezogen“. Und die Kreisliga-Saison der A-Junioren startet erst noch. Die SVH-Jungs mit Sport-Vorstand Armin Badke als Trainer und dem „Meistertitel als klares Ziel“, so Moritz Matt, spielen zum Auftakt am 28. September bei der SG Orschweier.

In der A-Jugend mal vier Tore

„In der A-Jugend habe ich in der vergangenen Saison mal vier Tore gegen Schwanau geschossen“, antwortet der Fan des FC Bayern München auf die Frage, ob er bis zu diesem 17. September 2022 überhaupt schon mal drei Tore in einem Spiel geschossen habe. Ob diese drei Volltreffer in Ettenheim seine bisher wichtigsten sind? „Logisch“, antwortet Moritz Matt, dessen 14-jährige Schwester Marlene bei den B-Juniorinnen der SG Wolfach kickt, kurz und knapp auf diese rhetorische Frage.

Spannender ist die Antwort von Thomas Matt auf die Frage nach seinen bedeutendsten Toren, schließlich hat er lange viel erlebt und traf für seinen Heimatverein SV Steinach, den SV Hausach und die SpVgg Schiltach oft. Dies liegt zwar Jahrzehnte zurück, dennoch muss er nicht lange überlegen. Sein Freistoßtor beim 2:1 des SVS in Altdorf in der Saison 1996/97 fällt ihm sofort ein, als durch diesen Sieg die Meisterschaft in der Kreisliga A Süd so gut wie sicher gewesen sei.

Unvergessen für den Vater

Unvergessen bleibe das Südbaden-Pokalspiel 1992/93 mit dem SVH als Landesligist im Freiburger Möslestadion beim FFC, einem Spitzenteam in der Oberliga, damals der dritthöchsten Klasse: „Martin Leukel und ich haben unsere Tore geschossen bei der nur knappen 2:3-Niederlage. Beim FFC spielte damals ein gewisser Christian Streich.“ Während Streich seit mehr als zehn Jahren Erfolgstrainer des Bundesligisten SC Freiburg ist, gehört Leukel, der aktuelle Chefcoach des Bezirksligisten SV Haslach, zu den erfolgreichsten Trainern im Ortenauer Amateurfußball.

Am Samstag trifft der SV Hausach im Waldstadion auf den SV Grafenhausen. Thomas Matt, äußerst stolz auf seinen Sohn, ist dann live vor Ort. Und Moritz Matt hofft, wieder am Ball sein zu dürfen.


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