Bundesliga 
Regeneration steht im Fokus beim SC Freiburg
Der Japaner Ritsu Doan ist wie elf weitere Freiburger in dieser Woche mit der Nationalmannschaft seines Landes unterwegs. Bildquelle Uwe Anspach

Nach dem 0:0 in der Fußball-Bundesliga in Hoffenheim sind zwölf Spieler des SC Freiburg mit ihren Nationalmannschaften unterwegs. Die übrigen Akteure sollen Kraft tanken für das anstehende Mammutprogramm.

Mit dem torlosen Unentschieden am Sonntagabend im badischen Duell bei der TSG Hoffenheim hat der SC Freiburg den 14. Punkt nach sieben Spieltagen geholt und geht als Tabellendritter in die Länderspielpause. Zusammen mit dem Erfolg in der ersten DFB-Pokalrunde beim 1. FC Kaiserslautern und den beiden Siegen in der Europa League haben die Freiburger einen glänzenden Saisonstart hingelegt.

Nach dem deutlichen Sieg am Donnerstag bei Olympiakos Piräus hatte SC-Trainer Christian Streich gesagt, eine richtige Aussage wäre es erst, wenn sein Team auch bei den stärker eingeschätzten Hoffenheimern bestehen würde - dann würde er seinen Hut vor der Mannschaft ziehen. Und das tat er nach dem 0:0 auch: „Chapeau, mit welchem Willen und welcher Überzeugung wir aufgetreten sind. Die Mannschaft hat alles gegeben.“ Am Ende sei das Unentschieden gerecht gewesen.

Zwölf Nationalspieler

Bei der TSG hatte er zum dritten Mal innerhalb einer Woche die gleiche Startelf auf den Platz geschickt. „Wir hätten sie nicht aufgestellt, wenn wir nicht das Gefühl gehabt hätten, dass sie frisch sind“, erklärte Streich. Auch die Rückmeldungen der Physios und Ärzte sowie der Spieler selbst seien entsprechend gewesen. „Es gab keinen Grund zu wechseln, und wenn du gute Spiele machst, gibt es dir noch mal Energie und Kraft.“ Deshalb wartete der SC-Coach sogar fast bis zur 80. Minute, bis er zum ersten Mal wechselte, und den Offensivkräften Vincenzo Grifo, Ritsu Doan und Daniel-Kofi Kyereh einen etwas früheren Feierabend verschaffte. Kurz darauf folgte noch Stürmer Michael Gregoritsch.

Alle vier gehören zu den zwölf Freiburger Nationalspielern, die in dieser Woche mit ihren jeweiligen Ländern auf Reisen gehen. Insgesamt sind es acht aus der Startelf der letzten drei Spiele. „Ich hoffe inständig, dass sie in zehn Tagen gesund zurückkommen“, sagte Streich. In der Länderspielphase werde es bei dem Rest vor allem um Regeneration gehen, schließlich folgen danach sechs englische Wochen nacheinander. „Große Inhalte werden wir nicht bearbeiten können, aber die Mannschaft ist stabil, ich bin sehr zufrieden mit dem Auftreten, und es macht große Freude, mit den Jungs zu arbeiten“, so der SC-Coach.

Internes Testspiel

Diejenigen, die zuletzt wenig zum Einsatz kamen und nicht unterwegs sind, werden an diesem Donnerstag ein internes Testspiel gegen die eigene U23 bestreiten. Das Wochenende ist für sie dann frei. „Die Jungs, die nicht zur Nationalmannschaft fahren, aber bei uns viel spielen, die sollen sich jetzt ausruhen, dass wir nächste Woche wieder topfit sind“, wünschte sich Grifo. Der 29-Jährige wurde nach anderthalb Jahren erstmals wieder vom italienischen Nationaltrainer für die Nations-League-Spiele nominiert. „Das zeigt einfach, dass man nie aufgeben sollte“, sagte Grifo, „ich hatte auch letztes Jahr eine gute Saison, aber der Trainer hat so entschieden. Italien hat viele gute Spieler, deswegen bin ich happy, dass er mich angerufen hat.“

Einen Anruf hat auch Christian Günter bekommen, von Bundestrainer Hansi Flick. Der habe ihm erklärt, warum er ihn nicht zum DFB-Team eingeladen hat. Die Begründung wollte der SC-Kapitän für sich behalten. Er sei zwar enttäuscht gewesen, aber er gibt die Hoffnung nicht auf, es doch noch zur Weltmeisterschaft in Katar zu schaffen. „Ich kann ihm die Antworten nur auf dem Platz geben und ihm die Entscheidung im Winter so schwer wie möglich machen“, betonte Günter. Er wird die kommenden Tage sicherlich dazu nutzen, sich von den ersten beiden englischen Wochen der Saison zu erholen.

"Tolle Mannschaft"

Dass dem Sport-Club vor den noch folgenden vielen Spielen in kurzer Zeit nicht bange sein muss, habe er mit den letzten Spielen bewiesen, findet Grifo: „Wir haben gezeigt, was für eine tolle Mannschaft wir sind, und dass wir auch mit so etwas umgehen können, das ist ja Neuland für uns.“


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