Ein Weltmeister-Trikot als Trophäe
Der Glücksmoment des SV Oberachern: Nico Huber (hinten links) hat das Tor zum 1:8 erzielt. Rais Awell, Luca Fritz, Cemal Durmus und Nicola Leberer (v.l.) freuen sich mit ihm. Bildquelle Philipp von Ditfurth

Trotz der 1:9-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach konnte der SV Oberachern den größten Tag seiner Vereinsgeschichte in vollen Zügen genießen. Auch finanziell hat es sich gelohnt, ein sechsstelliger Betrag bleibt hängen.

Selten kommt es vor, dass es nach einem 1:9 beim Verlierer nur strahlende Gesichter gibt und der Unterlegene vom Publikum frenetisch gefeiert wird. Eine solche Szenerie bietet meistens nur der DFB-Pokal. Für die Spieler und Verantwortlichen des Oberligisten SV Oberachern war es an diesem hochsommerlichen Sonntag im Freiburger Dreisamstadion jedenfalls egal, ob der haushohe Favorit Borussia Mönchengladbach am Ende nun fünf, sechs oder eben neun Treffer erzielt hatte.

„Immerhin haben wir nicht zweistellig verloren und selbst ein Tor gemacht“, lachte Nico Huber und hatte auch allen Grund dazu, denn der langjährige Torjäger des SVO war es, der mit einer fantastischen Aktion in der 61. Minute für den Glücksmoment sorgte, von dem er auch selbst sicherlich das eine oder andere Mal geträumt hatte: „Außerdem können wir in solchen Spielen einfach ganz viel lernen. Zweikampf, Taktik, Geschwindigkeit - das macht schon Spaß, so was hautnah mitzuerleben.“ Als persönliche Trophäe schnappte sich Huber nach dem Spiel das Trikot von Christoph Kramer. „Wer hätte nicht gern das Trikot eines Weltmeisters“, freute sich der Oppenauer.

Blick nach vorne

Das ganze SVO-Team ließ den größten Tag der Vereinsgeschichte noch bei einem gemeinsamen Essen im Dreisamstadion ausklingen, währenddessen man auch das EM-Finale der DFB-Frauen verfolgte. „Danach sind die meisten dann mit dem Bus zurück nach Oberachern gefahren. Es war ein langer und heißer Tag“, beschreibt der Vorsitzende Ralf Lorenz und richtete den Blick bereits auf die nächsten sportlichen Aufgaben. „Wir spielen am Freitag das Oberliga-Derby gegen den OFV und am Mittwoch danach im Pokal beim SV Linx. Das sind direkt wieder richtig spannende Prüfungen.“

Auch am Montag konnte Lorenz noch nicht die offizielle Zahl nennen, wie viele Zuschauer die Partie im Dreisamstadion verfolgt hatten. „Uns fehlen noch die endgültigen Zahlen von unserem Ticket-Partner Reservix“, so der Vorsitzende, der von gut 12.000 Besuchern ausgeht. Von der Zusammenarbeit mit dem Ticketportal hatte er sich im Voraus mehr erhofft. „Ich würde Reservix nicht weiterempfehlen“, gesteht er und nennt als Begründung ein Beispiel: „Wir haben auf Vorschlag von denen eine Rabattaktion für Vereinsmannschaften gestartet und wurden dann vom DFB zurückgepfiffen. Ein Portal mit so viel Erfahrung wie Reservix hätte vorher wissen müssen, dass so was nicht möglich ist.“

Versprechen von Lorenz

Unabhängig von der endgültigen Zuschauerzahl verteidigt Lorenz vehement die Entscheidung, das Spiel in Freiburg auszutragen. „Da sind so viele Rädchen, die ineinander greifen mussten. Das wäre bei so einem Gegner für uns in Kehl oder Offenburg unmöglich gewesen“, erklärte der Vorsitzende und schickte ein Versprechen hinterher: „Wenn wir uns nächstes Jahr wieder qualifizieren und gegen einen Zweitligisten spielen, dann bleiben wir in der Ortenau.“

Wie alle Pokal-Teilnehmer erhält der SVO vom DFB die Prämie von 209.247 Euro. „25 Prozent davon gehen an den südbadischen Fußballverband“, erklärt Lorenz. Dem SVO bleiben also gut 150.000 Euro in der Vereinskasse. „Einen Teil davon werden wir in eine neue Flutlichtanlage investieren. Das Thema bereitet uns schon lange Bauchschmerzen“, gibt der Vorsitzende einen Einblick in die Planungen.


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