SC Freiburg in Leipzig nur Partygast


Freiburg musste die Klassenerhaltsfeier erneut vertagen. Nach der 1:2-Niederlage bei 
RB Leipzig konnte der Sport-Club nur dem Team von Ralf Rangnick beim Jubeln zuschauen, das sich mit dem Erfolg für die Champions League qualifizierte. Ein umstrittener Handelfmeter sicherte RB den Sieg.



Letztlich passierte in Leipzig genau das, was der Sport-Club und Trainer Christian Streich unbedingt vermeiden wollten, sie waren nur Partygäste. Während sich die Leipziger zur Champions-League-Hymne glückselig in den Armen lagen, herrschte bei Freiburg Tristesse. Wie in Bremen hatte der SC ein gutes Auswärtsspiel gezeigt, aber wieder knapp verloren. Nach vier Niederlagen in Folge und sechs sieglosen Spielen konnte auch das Lob von RB-Trainer Ralf Rangnick nicht trösten, der den Freiburgern attestierte, seinem Team »das Leben extrem schwer gemacht« zu haben, »so schwer wie lange schon kein Gegner mehr hier bei uns im Stadion«.

Wieder mal Werner
Mit einer Dreierkette, in der erneut Nico und Keven Schlotterbeck spielten, Amir Abrashi im Mittelfeld und dem wieder genesenen Lucas Höler in der Spitze hatte der SC schon in der ersten Halbzeit mehr Ballbesitz als RB und stand defensiv trotzdem stabil. Nur einmal waren die Freiburger überfordert, als sich Timo Werner (19. Minute) nach einem Zuspiel von Yussuf Poulsen um die eigene Achse drehte und gegen seinen Lieblingsgegner zum 1:0 traf. Es war sein zehntes Tor gegen Freiburg - gegen keinen anderen Klub traf er häufiger.
»Wir waren nicht ballsicher genug in der ersten Halbzeit, weil es doch in den Knochen steckt, dass du ein paar Mal nicht gewonnen hast«, erklärte Streich. Andererseits hatte Höler kurz nach dem Rückstand eine Doppelchance zum Ausgleich (22.), aber Peter Gulacsi parierte zweimal glänzend. Der Leipziger Torwart musste sich nur einmal geschlagen geben, weil Vincenzo Grifo in der 66. Minute Schlitzohrigkeit bewies und einen Freistoß direkt verwandelte, als Gulacsi noch seine Mauer stellte, Schiedsrichter Robert Schröder den Ball aber schon freigegeben hatte. Rangnick ärgerte sich über die »krasse Fehlentscheidung«, den Freistoß zu geben.

Bei einer der letztlich spielentscheidenden Situation stellte sich der RB-Coach hingegen auf die Seite der Freiburger. Den Handelfmeter, den Emil Forsberg (78.) sicher zum 2:1 verwandelte, hätte Rangnick »wahrscheinlich nicht gegeben«, weil es »auf keinen Fall Absicht« war und auch keine Torchance verhindert wurde, als Keven Schlotterbeck der Ball vom Kopf an den Arm prallte. »Wo soll er mit der Hand hin, soll er sie absägen?«, fragte Grifo sarkastisch. Und Streich wunderte sich, warum Schröder auf die Videoüberprüfung verzichtete. In dem »brutalen Hexenkessel« habe der Schiedsrichter »enorm unter Druck« gestanden.

Sonntag kommt Düsseldorf
Die Niederlage wollten aber weder Streich noch Grifo nur an dem umstrittenen Elfmeter festmachen. »Wir hatten unsere Chancen, und wenn wir die besser nutzen, hätten wir etwas mitnehmen können«, sagte der Torschütze. So aber mussten sich die Freiburger ohne Punkte auf den Rückweg machen. Den Klassenerhalt wollen die Freiburger nun am Sonntag nach dem Heimspiel gegen Düsseldorf feiern.


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