Verbandsliga Südbaden 
1:4 gegen Radolfzell: Kehler FV nach der Pause desolat
Kehls David Assenmacher (weißes Trikot) geht energisch zum Kopfball. Doch am Ende hatte der FC Radolfzell mit 4:1 die Nase vorne. Bildquelle Ulrich Marx

Nach zwei Siegen in Folge wurde Fußball-Verbandsligist Kehler FV am Samstag im Rheinstadion beim 1:4 (1:0) vom FC Radolfzell regelrecht »abgeschossen«. In Durchgang zwei bot der KFV eine desolate Vorstellung, die Niederlage hätte noch deutlicher ausfallen können.

Die Fußballer des Kehler FV haben es verpasst, sich frühzeitig weit oben in der Verbandsliga-Tabelle zu etablieren. Nach den beiden Siegen gegen Oppenau und in Pfullendorf stoppte die Niederlage gegen den FC Radolfzell den kurzzeitigen Höhenflug der Grenzstädter. Die 1:4-Pleite ist sicher nicht nur dem Fehlen von »Hochzeiter« Kevin Sax (er ist diese Woche wieder im Training) und Anis Bouziane (Muskelprobleme) sowie Tarik Aras (Kurzurlaub bis Dienstag) geschuldet. Denn nach 45 »ordentlichen« Minuten präsentierte sich die Truppe um Stefan Laifer und Ex-Profi Yacine Abdessadki im zweiten Spielabschnitt regelrecht »vogelwild«, produzierte unnötige Fehler im Aufbauspiel und hatte dann auch kein Mittel gegen das schnelle Umschaltspiel der »Seehasen«. 
In einigen Siutationen hatten die Schützlinge des neuen Radolfzeller Cheftrainers Steffen Kautzmann (er war vergangene Saison bis April Co-Trainer und zuvor einige Jahre im Nachwuchsbereich beim FC tätig) eine 5:3-Überzahl, die sie souverän ausspielten. Allerdings war in den zweiten 45 Minuten noch mehr für die Radolfzeller gegen ein ganz schwaches Kehler Team möglich.

KFV-Trainer Matmour auf Lehrgang
KFV-Co-Trainer Heinz Braun, der für den bei einem Trainerlehrgang weilenden Chef-Coach Karim Matmour das Kommando hatte, war entsprechend »angefressen« und hielt sich in der Pressekonferenz auch nicht mit Kritik an seinem Team zurück. »Wir haben im zweiten Durchgang einfache Bälle dem Gegner in den Fuß gespielt, was Radolfzell bestraft hat. Hätten wir in Halbzeit zwei so weitergespielt, wie in der ersten, dann wäre gar nichts passiert. Deshalb bin ich enttäuscht von der Mannschaft, dass sie so eine schwache Leistung trotz einer 1:0-Führung im Rücken abruft.« Da habe man keinen Willen erkannt, offensichtlich hätten die Spieler geglaubt, dass die 1:0-Führung reicht, schimpfte Heinz Braun. Das sei eine großer Fehler gewesen. Braun widersprach deshalb der Einschätzung seines Radolfzeller Kollegen zum Spielverlauf: »Ich glaube nicht, dass der FC so viel mehr getan hat, dass es in Halbzeit zwei besser lief, im Gegenteil, wir haben sehr viel getan, dass es auf unserer Seite schlechter wird.« 
Einig waren sich die beiden Trainer, dass der KFV in den ersten 45 Minuten leichte Vorteile hatte und die Führung verdient war. In der 43. Minute traf Dejan Zdraveski nach schnellem Kombinationsspiel über die Außenbahn zum 1:0. Dies war der verdiente Lohn nach einem Chancenplus der die Hausherren vor der Pause. 

Doppelwechsel ohne Effekt
Die Hoffnung, dass der KFV mit der Führung im Rücken im zweiten Spielabschnitt nachlegen könnte, waren schnell verpufft. Tobias Krüger profitierte von Kemal Serts Fehler im Strafraum und glich zum 1:1 aus (52.). Nur fünf Minuten später hatte dann FCR-Torjäger Alexander Stricker freie Bahn und schoss seine Farben 2:1 in Front. Trotz Doppelwechsel auf Kehler Seite (Manguele und Paqarizi kamen für Plautz und Sert) hatten die Gäste nun klare Vorteile: Robin Niedhardt erhöhte nach schnellem Konter auf 1:3 (78.) und hatte eine Minute später erneut freie Bahn, verfehlte aber das Ziel. 
Der vierte Radolfzeller Treffer resultierte aus einem Foul­elfmeter, als Felix Weingart Alexander Stricker fällte - den Elfmeter verwandelte dann Tobias Krüger.

Kehler FV - FC Radolfzell 1:4 (1:0)
Kehl: Künstle - D. Assenmacher, Abdessadki, Laifer, Bountouf, Y. Assenmacher, Plautz (64. Manguele), Zdraveski (56. Göser), Sepp, Weingart, Sert (64. Paqarizi).
Radolfzell: Tkacz - Berger, Vukadinovic (46. Berisha), Erdmann (85. Fischer), Stricker, Niedhardt (86. Macedo), Tsimba-Eggers (46. Strauß), Aichem, Krüger, Schmidt, Hlavacek.
Schiedsrichter: Steffen Fante (Neuenburg a. Rhein) - Zuschauer: 240.
Tore: 1:0 Zdraveski (43.), 1:1 Krüger (52.), 1:2 Stricker (57.), 1:3 Niedhardt (78.), 1:4 Krüger (81./Foulelfmeter).


Top-Torjäger der Liga

1. Marco Senftleber (Freiburger FC) 12
2. Nedzad Plavci (1. FC Rielasingen-Arlen) 11
3. Silvio Battaglia (1. FC Rielasingen-Arlen) 10
4. Fabian Herrmann (Offenburger FV) 9
Tobias Krüger (FC Radolfzell) 9
6. Robin Niedhardt (FC Radolfzell) 7
Martin Fischer (FSV Rot-Weiß Stegen) 7
Marco Petereit (Offenburger FV) 7
Christof Leiss (1.SV Mörsch) 7
10. Lucas Grünbacher (SV 08 Kuppenheim) 6
Werde Teil der Fußball-Community in der Ortenau und repräsentiere Deinen Verein.
Am Ende der Saison verlosen wir
attraktive Prämien!