Bundesliga 
SC Freiburg: 70 Prozent Ballbesitz
SC-Trainer Christian Streich. Bildquelle dpa-pipeline

Der SC Freiburg verpasste am Samstag seinen ersten Bundesliga-Sieg beim FC Augsburg. Vor 26 822 Zuschauern mussten sich die fußballerisch klar überlegenen Breisgauer mit einem 1:1 begnügen, ,,einem hochverdienten Punkt", so Cheftrainer Streich.

Florian Niederlechner, der für den FC Augsburg gerade die Saison seines Lebens und im heimischen Bayern noch besser spielt als in seinen dreieinhalb Freiburger Jahren, hatte vor dem Anpfiff gute Karten, vielleicht die Hauptrolle zu übernehmen im Duell gegen seine Ex-Kollegen. Nicht zuletzt weil die Augsburger aber spielerisch nichts auf die Reihe bekamen, kam der 29-Jährige mit bisher elf Saisontoren, neun Assists und Rang 4 in der Bundesliga-Scorerliste jedoch nur kurz vor der Pause zu einer Torszene. Der kaum geforderte SC-Keeper Alexander Schwolow wehrte Niederlechners Schuss aus spitzem Winkel mühelos ab. 

Koch im Blickpunkt
So avancierte in einer Partie auf bescheidenem Erstliga-Niveau Robin Koch zum auffälligsten Akteur. Was nur in zweiter Linie mit dem Rugby-Kopfschutz wegen seiner genähten Risswunde am Hinterkopf zu tun hatte. Die hohe Qualität im Aufbauspiel des 23-jährigen Innenverteidigers trug zur fußballerischen Überlegenheit des Sportclubs mit gut 70 Prozent Ballbesitz bei, dazu eröffnete er mit exzellenten Flugbällen in die Tiefe Lucas Höler (31. Minute) und Janik Haberer (67.) zwei der besseren SC-Torchancen. Doch mit seinem Ballverlust nach 25 äußerst dominanten Minuten machte der Jung-Nationalspieler den Weg frei für einen Pfostenschuss von Marco Richter. Und in der 38. Minute schlug er über eine Verlegenheitsflanke von Iago Amaral Borduchi, wofür sich Philipp Max mit dem überraschenden 1:0 bedankte.

Diesen Gegentreffer nahm Koch natürlich auf seine Kappe und meinte - befreit vom eher lästigen Kopfschutz. ,,Positiv war unsere Kontrolle über das Spiel, aber wir müssten aus dieser Überlegenheit drei Punkte mitnehmen."

Abgefälschter Ausgleich
Dass es nur zu einem Zähler reichte, nachdem Haberer mit einem doppelt abgefälschten Schuss in der 51. Minute ausgeglichen hatte, erklärte der Cheftrainer ganz einfach: ,,Wir waren im letzten Drittel nicht torgefährlich genug, das ist die Königsdisziplin gegen einen tiefstehenden Gegner", so Streich, der SC-Rekordtorschütze Nils Petersen erst in der 84. Minute für den entkräfteten Haberer einwechselte. Umso zufriedener zeigte sich Streich mit ,,Ballsicherheit, Kombinationsfluss und Raumaufteilung". Zudem sei die Reaktion auf den unnötigen Rückstand stark gewesen.

Weshalb FCA-Trainer Martin Schmidt ,,gegen ein gutes Freiburg" ebenso mit diesem 1:1 zufrieden war wie Niederlechner, der das am Abend als Gast im ZDF-Sportstudio unterstrich. Diese Einladung spricht für sich und den Oberbayer, der an 64 Prozent der 34 Augsburger Saisontore beteiligt war und zu gerne gegen seine früheren Kameraden getroffen hätte - wie beim 1:1 im Hinspiel an der Dreisam und bei seinem letzten Versuch an der ZDF-Torwand. Die Frage nach seiner Chance, vielleicht sogar noch zur EM berufen zu werden, beantwortete der unorthodoxe Vollblutstürmer eher defensiv. Dafür würde er allerdings die für Juni geplante Hochzeit verschieben.


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