Bundesliga 
Freiburg wie es singt und lacht
Jubel beim SC Freiburg Bildquelle dpa

Im Retrolook-Trikot anlässlich seiner ersten Bundesliga-Saison vor 25 Jahren schrieb der SC Freiburg am Samstag ein geschichtsträchtiges Kapitel. Das 5:1 (3:0) gegen den FC Augsburg war der zweithöchste Sieg im Fußball-Oberhaus. Und die Breisgauer können nach diesem ersten Dreier im Jahr 2019 im Grunde genommen bereits für ihre 20. erstklassige Saison planen.

Nachdem Stadionsprecher Claus Köhn die 23 600 Zuschauer kurz vor der  Partie zu einem lautstarken »Narri-Narro« animiert hatte, war zumindest für die Gäste mit Anpfiff von Schiedsrichter Welz gleich Schluss mit lustig im Schwarzwaldstadion. »Die sind rausgekommen, haben gepresst und kaum aufgehört - wow!«, staunte selbst Augsburgs Keeper Gregor Kobel über die Freiburger. Kobel hielt bei der 1:5-Klatsche, was zu halten war, und verhinderte vor der Pause noch Schlimmeres als das 0:3. Womit die Oberschwaben aus der Puppenkiste-Stadt gut bedient waren.

"Wahnsinnige Energie"
Ein solches Spiel und diese drei Punkte »haben die Spieler, Trainer und Fans gebraucht«, sagte Christian Streich erleichtert. Der SCF-Coach und Narrenschellenträger 2019 sprach von einem »besonderen Tag«  und zollte seinem Team höchsten Respekt für »dieses Anlaufen, diese wahnsinnige Energie, diesen Willen, sich total zu verausgaben«.

Dies wurde bei frühsommerlichen Temperaturen im Februar kurz vor der heißen Phase der fünften Jahreszeit bereits in der 9. Minute belohnt und Keeper Alexander Schwolow ein Assist-Punkt geschenkt. Nach seinem Abschlag schlug Rani Khedira als letzter Mann übers runde Spielgerät, als habe er bei einem Fasnachtsball bis in den frühen Samstagmorgen durchgezecht, Nils Petersen bedankte sich mit dem 1:0. Vincenzo Grifo (30.) mit tollem Freistoßtreffer und nochmals Petersen (43.) per Kopf nach Grifo-Ecke drückten die Überlegenheit der Rot-Schwarzen ansatzweise aus. Entsprechend schüttelte Manuel Baum den Kopf über diese »blutleere Vorstellung« seiner Profis, »die weit weg von dem war, für was wir in Augsburg stehen« - und die den Trainerstuhl des kleinsten Bundesligatrainers alles andere als stabilisierte.

Rot für Oxford
Allerdings kam sein Team mit anderer Körperhaltung und -kraft aus der Kabine. Als Khedira, der nun im zentralen Mittelfeld statt in der Abwehrkette seinen Fauxpas wettmachen wollte und dies in der 52. Minute unbedrängt nach langem Ji-Ball tun durfte, geriet Freiburgs Dominanz phasenweise ins Wanken. »Da hatten wir plötzlich etwas zu verlieren und etwas Glück«, gestand Streich. Mit dem 4:1 durch einen 17-Meter-Strich von Luca Waldschmidt beruhigten sich indes alle Gemüter auf Seiten der Gastgeber, auch wenn Michael Gregoritsch im Gegenzug den Pfosten traf und später aus fünf Metern an Schwolow scheiterte. In der Schlussviertelstunde verpassten die Breisgauer ihren höchsten Sieg in der Bundesliga, der weiter mit 5:0 gegen Hansa Rostock (1999) und den VfL Bochum (2000) zu Buche steht. Nur der eingewechselte Florian Niederlechner (85.) netzte nochmal ein und egalisierte das legendäre 5:1 gegen den FC Bayern vom 23. August 1994. Welz erhielt vom Kölner Videobeweispersonal den Hinweis, dass die angezeigte Abseitsstellung des neuen SCF-Edeljokers nicht der Realität entsprach. Der Schiedsrichter vor Ort rückte in der Nachspielzeit erneut ungewollt in den Fokus, als er ein Frustfoul von Reece Oxford am wieder durchgebrochenen Janik Haberer mit Rot ahndete.

Während die Fans noch sangen und lachten, strahlte Kapitän Mike Frantz über diesen »sehr, sehr guten Auftritt von uns«. Bereits bei den drei Unentschieden zuvor seien Siege drin gewesen, so Frantz, »wir sind auch fußballerisch auf dem richtigen Weg - das ist entscheidend«. Ebenso tabellarisch bei nun elf Zählern Vorsprung auf Relegationsplatz 16.


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