3. Liga 
Karlsruher SC lässt sich auf Rang drei abdrängen
KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer Bildquelle dpa

Fußball-Drittligist Karlsruher SC verlor das Spitzenspiel beim SV Wehen Wiesbaden mit 0:2 und ist nur noch Tabellen-Dritter.

Wie schon so oft in dieser Saison konnte der Karlsruher SC auch im Drittliga-Spitzenspiel beim SV Wehen Wiesbaden die für zumindest einen Teilerfolg nötige Konzentration nicht über die gesamte Dauer der Partie aufrecht erhalten. Eine Schwächephase zu Beginn der zweiten Halbzeit bescherte den Badenern eine 0:2-Niederlage und kostete überdies Tabellenplatz zwei. Nach einer torlosen und ausgeglichenen ersten Halbzeit schoss Manuel Schäffler die Hessen kurz nach dem Seitenwechsel in Führung. Und als der KSC in der Schlussphase alles daran setzten, doch noch einen Punkt mitzunehmen, setzte Wiesbaden entscheidenden Konter zum 2:0 und verdrängte die nun punktgleichen Karlsruher auf Rang drei.

"Brutal enttäuscht"
»Die Mannschaft ist brutal enttäuscht«, sagte KSC-Kapitän David Pisot nach dem Spiel. Denn: »Da war viel mehr drin.« Aber lange Zeit,,die Köpfe hängen zu lassen, hätten er und seine Mitspieler nicht.
»Jetzt ist es passiert«, kommentierte Sportdirektor Oliver Kreuzer den Sieg des SVWW. »Mund abwischen. Aufstehen, Weitermachen«, lautete seine Parole. Kreuzer haderte mit der Angriffsleistung: »Unser Spiel nach vorne war zu unklar. Wir waren offensiv nicht präsent genug. Um zu gewinnen, ist uns im Angriff zu wenig geglückt.« Trainer Alois Schwartz war ähnlicher Meinung: »Wenn man kein Tor schießt, kann man nicht gewinnen.«  

Torlos, nach Ecken 1:1 und nach Gelben Karten 2:1 - die ersten 45 Minuten im Duell zwischen der besten Rückrundenmannschaft und der besten Auswärtsmannschaft der Dritten Liga verliefen ziemlich ausgeglichen. Fußballerisch war vor 7500 Zuschauern in Wiesbaden zunächst wenig geboten. Aber kämpferisch und läuferisch schenkten sich die Kontrahenten nichts. 

Aggressive Töne
Dass die Trainerbank der Gastgeber verbal dazu ihren Teil beitrug, empörte Kreuzer: »Es ist bekannt, dass Sportdirektor Christian Hock und Trainer Rüdiger Rehm brutal emotional mitgehen. Aber ich habe noch nie erlebt, dass ein Trainer seinen Kollegen derartig angeht.« »Schwartz setz' dich hin und halt' die Fresse«, habe Rehm herübergerufen.
Den offensiv etwas gefährlicheren Eindruck hinterließen in den ersten 45 Minuten die Wildparkprofis. Während die Hessen mit einem Kopfball von Daniel Kofi Kyereh (32.) und einem Fernschuss von Manuel Schäffler (44.) nur zwei Halbchancen verzeichneten, hatte der KSC vor der Pause eine dicke Möglichkeit. Nach Vorarbeit von Christoph Kobald und Marvin Wanitzek stolperte aber Manuel Stiefler den Ball aus kurzer Distanz rechts am Kasten vorbei (43.). Auch ansonsten waren die KSCler in der ersten Halbzeit dem 1:0 einen Tick näher, als der SVWW. 

»Ein bisschen zäh«, fand Rehm den ersten Abschnitt. Das, was seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit ablieferte, bezeichnete Wiesbadens Trainer hingegen als »überragend.« 
Denn nach dem Seitenwechsel war es mit der Torlosigkeit schnell vorbei. Die Gastgeber erzwangen zwei Ecken hintereinander, von denen der KSC auch die zweite nicht abschließend klären konnte. Moritz Kuhn konnte den Ball ein zweites Mal vors Karlsruher Tor bringen, wo Manuel Schäffler seine Torjägerqualitäten unter Beweis stellte und das 1:0 für den SVWW erzielte (48.).  Praktisch im Gegenzug hätte Marvin Pourié zwar nach einer Flanke von Marvin Wanitzek den Ausgleich herstellen können, köpfte aber übers Tor (50.). Anschließend waren wieder die Hessen am Drücker und Uphoff musste seine Mannschaft zweimal gegen Schäffler vor einem höheren Rückstand bewahren (55., 57.).

Das Glück fehlte

Fünf Minuten später reagierte KSC-Trainer Schwartz mit einem Doppelwechsel auf den Durchhänger seiner Schützlinge. Aber auch Saliou Sané anstelle von Anton Fink und Burak Camoglu für Christoph Kobald entwickelten nicht gleich die erhoffte Wirkung. In der 71. Minute bekam Marc Lorenz das 1:1 auf den Schlappen, ließ sich aber im letzten Moment vom Fuß spitzeln.

Anschließend entwickelte der KSC zwar ordentlich Druck aufs SV-Gehäuse, aber Manuel Stiefler (81.), Camoglu (82.) und Lorenz (83.) hatten nicht das nötige Glück und ihre Chancen waren auch nicht so hochkarätig, dass das 1:1 hätte fallen müssen. Auf der anderen Seite kam es letztendlich so, wie es kommen musste. Niklas Schmidt machte bei einem Konter des SVWW das 2:0 und den Sack damit zu (87.).


Top-Torjäger der Liga

1. Marvin Pourie (Karlsruher SC) 22
2. Manuel Schäffler (SV Wehen Wiesbaden) 16
3. Daniel Kofi Kyereh (SV Wehen Wiesbaden) 15
Anton Fink (Karlsruher SC) 15
5. Nick Proschwitz (SV Meppen) 14
6. Stephan Hain (SpVgg Unterhaching) 13
Stefan Schimmer (SpVgg Unterhaching) 13
8. Martin Kobylanski (SC Preußen Münster) 12
Christian Kühlwetter (1. FC Kaiserslautern) 12
10. Streli Mamba (FC Energie Cottbus) 11
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