2. Bundesliga 
KSC möchte die Trendwende einleiten
Für Marco Thiede (l.) vom KSC ist die Partie gegen Sandhausen, wo er vier Jahre aktiv war, etwas ganz Besonderes. Bildquelle dpa

Am sechsten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga empfängt der Karlsruher SC am Freitagabend (18.30 Uhr/Sky) den SV Sandhausen zum Nachbarschaftsduell. Zwischen den Standorten der beiden Clubs liegen nur etwa 50 Kilometer. Der KSC steht nach zuletzt drei Niederlagen etwas unter Druck

Marco Thiede muss nicht lange überlegen, als er auf die atmosphärischen Unterschiede zwischen den Stadien in Sandhausen und Karlsruhe angesprochen wird: »Wenn man bei einem Verein wie dem KSC mit so einem enormen Fanpotenzial spielt, macht das schon mehr Spaß.« Die Stimmung sei eine ganz andere, das merke er bei jedem Anpfiff und bei Eckball.
Vier Jahre hat der fleißige Rechtsverteidiger für den SV Sandhausen gespielt, ehe er 2017 in den Wildpark wechselte. Kein Wunder also, dass er gar nicht erst so tun wollte, als sei die Begegnung heute eine Zweitligapartie wie jede andere: »Das Spiel ist schon etwas Besonderes.« Bei seinem guten Freund, dem Sandhäuser Mittelfeldmann Denis Linsmayer, habe er versucht, Details über die Aufstellung herauszufinden. Doch der sei genauso wortkarg gewesen wie er selbst, als er vom Kumpel gelöchert worden sei.
Dabei gibt es aus Karlsruher Sicht eigentlich recht wenige Geheimnisse um die Aufstellung. Linksverteidiger Damian­ Roßbach, der neben Thiede, Manuel Stiefler und Daniel Gordon vierte ehemalige Sandhäuser beim KSC, wird definitiv ausfallen. »Sein Sprunggelenk hat wieder eine Reaktion gezeigt«, berichtet Trainer Alois Schwartz, der ebenfalls auf drei Jahre beim SVS (2013 bis 2016) zurückblickt. Anstelle von Roßbach dürfte heute Dirk Carlson zum Einsatz kommen. Der Luxemburger war zuletzt zwei Mal über die volle Distanz für seine Nationalmannschaft im Einsatz und hat dort nach Ansicht von Schwartz »seine Sache sehr gut gemacht«. Ob neben dem im Sturm gesetzten Philipp Hofmann wie zuletzt Marvin Pourié auflaufen wird, ist hingegen noch offen. Beim 1:3 in Osnabrück zeigte der Top-Torjäger der vergangenen Saison einen enttäuschenden Auftritt. Marco Djuricin konnte die Länderspielpause hingegen zur Eigenwerbung nutzen. Beim 4:2 gegen Metz zeigte er eine gute Partie, beim 7:1 gegen den SV Mörsch traf der Österreicher doppelt. 

Phantomdebatte

Derweil hatte es rund um den Wildpark zuletzt Diskussionen um die jüngsten Ergebnisse gegeben - befeuert durch Äußerungen von Sportdirektor Oliver Kreuzer der eine höhere Laufbereitschaft eingefordert hatte. Man sei »in den letzten drei Spielen immer weniger gelaufen als der Gegner. Gerade als Aufsteiger musst du aber über Mentalität und Zweikämpfe kommen«. Darauf angesprochen ließ Schwartz am Mittwoch durchblicken, dass er das für eine Phantomdebatte hält. »Man darf auch nicht unsinnig laufen, nur um ein paar Kilometer mehr auf dem Tacho zu haben.« Entscheidender sei das Verhalten vor dem eigenen und vor dem gegnerischen Tor sowie die Frage, ob das Umfeld die Ruhe und die Geduld behalte, die das Team in der zurückliegenden Aufstiegssaison beflügelt habe. »Wir sind Aufsteiger, haben sechs Punkte und sind im Pokal weiter.«
414 Fans des SV Sandhausen haben ein Ticket für die Partie gekauft, das ist für die dortigen Verhältnisse ein hoher Zuspruch. Dass auf der anderen Seite bereits 11 700 Tickets weg sind und der Heimbereich annähernd ausverkauft sein wird, dürfte Marco Thiede allerdings weit mehr freuen.


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