2. Bundesliga 
Karlsruher SC: Naiv verteidigt und prompt verloren
KSC-Trainer Alois Schwartz. Bildquelle GES

Jetzt weiß der Karlsruher SC auch wieder, wie Niederlagen in der 2. Fußball-Bundesliga schmecken. Am Sonntag verlor der stark gestartete Aufsteiger bei Holstein Kiel mit 1:2.
 

Das sah eigentlich ganz gut aus, was der Karlsruher SC über weite Strecken der ersten Halbzeit in Kiel ablieferte. Die Badener gingen in der 17. Minute durch Lukas Grozurek in Führung und ließen bis kurz vor der Pause keine gegnerischen Chancen zu. Dann aber wurde Daniel Gordon wie ein Schulbube von Jae-Sung Lee ausgespielt und der Südkoreaner erzielte in der 45. Minute aus spitzem Winkel den 1:1-Ausgleich. »Zur Unzeit«, wie KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer feststellte. 

Amateurhafte Abwehrarbeit
Von da an ging es bergab mit den Wildparkprofis, die sich völlig unnötig mit 1:2 die erste Saison-Niederlage einhandelten. Denn Lee erzielte in der 64. Minute noch seinen zweiten Treffer in dieser Partie. In der Schlussphase sah auf Kieler Seite der frühere KSC-Spieler Jonas Meffert nach einem rüden Einsteigen gegen Marvin Wanitzek im Mittelfeld die Rote Karte (87.). 

»Wir haben bei beiden Gegentoren ein bisschen naiv verteidigt«, attestierte Kreuzer seinen Profis eine eher amateurhafte Abwehrarbeit. »Aber das ist ein Lernprozess. Andererseits müssen wir die sich bietenden Chancen besser nutzen«, stellte er fest.

Strömender Regen
Nach einer ausgeglichenen Startphase erspielten sich die Kieler »Störche« zwar ein leichtes Übergewicht, ohne jedoch das KSC-Tor auch nur annähernd in Gefahr zu bringen. Die Badener hingegen schlossen nach Vorarbeit von Wanitzek ihren ersten gelungenen Schnellangriff durch Grozurek mit dem 1:0 ab. Vor knapp 12 000 Zuschauern und bei strömendem Regen setzten die KSCler aber wieder mal nicht entschlossen genug nach. In der 36. Minute lag das 2:0 in der Luft. Aber Marvin Pourié war nach Wanitzeks toller Vorarbeit etwas zu weit vor dem Ball.

Und defensiv schlich sich eine gewisse Sorglosigkeit bei den Schützlingen von Trainer Alois Schwartz ein, die mit dem Ausgleich durch Lee (45.) bestraft wurde. 
Schon beim 2:1-Sieg in Wiesbaden (90.+3) und beim 4:2-Heimsieg über Dresden (45.+1 und 90.) hatte der KSC jeweils späte Gegentore kassiert. Deshalb war der KSC-Coach besonders verärgert, »dass wir wieder unkonzentriert waren und ein Tor so kurz vor der Pause bekommen haben.«

Kiel leidenschaftlicher
Auch nach dem Seitenwechsel ließ Karlsruhe den Kielern zu viel Luft und KSC-Keeper Benjamin Uphoff brauchte gegen Lee die Unterstützung seines rechten Pfostens, sonst wäre schon in der 53. Minute der Rückstand fällig gewesen. Das 2:1 hätte auf der anderen Seite zwar auch der KSC durch Grozurek (61.) und Marc Lorenz (62.) erzielen können. Das gelang aber nicht. Stattdessen ließen sich die Wildparkprofis über links aufrollen wie eine Ölsardinendose, Baku brachte den Ball vor den KSC-Kasten, wo wieder Lee am ersten Pfosten den nötigen Schritt schneller war als Pisot und Kiel verdientermaßen mit 2:1 in Führung schoss.

Die Schleswig-Holsteiner waren lauffreudiger, zweikampfstärker und entschlossener als der KSC und brachten mehr Leidenschaft auf den Platz. Nur Uphoff war es zu verdanken, dass Lee in der 68. Minute nicht sein drittes Tor erzielte.


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