2. Bundesliga 
VfB gegen KSC: Ein Derby mit Endspiel-Charakter
Auf die lautstarke, aber faire Unterstützung seiner Fans hofft der Karlsruher SC auch im wichtigen Derby beim VfB Stuttgart. Bildquelle Marvin Güngor
Dem baden-württembergischen Zweitliga-Derby zwischen dem VfB Stuttgart und dem Karlsruher SC (Sonntag, 13.30 Uhr/Sky) wird sportlich zusätzliche Brisanz verliehen.

Denn sowohl das Tabellenschlusslicht aus Baden um Neu-Trainer Marc-Patrick Meister als auch der Aufstiegs-aspirant aus Schwaben brauchen jeden Punkt für das Erreichen ihrer Ziele dringend.

Als das Wesentliche zum anstehenden Spiel beim VfB Stuttgart gesagt war, wollte Oliver Kreuzer noch ein paar Sätze loswerden. Der Sportdirektor des Karlsruher SC hatte sich über die Berichterstattung der vergangenen Tage geärgert. Der Eindruck, dass das KSC-Präsidium sich über Gebühr in sportliche Belange einmischt, sei falsch, betonte Kreuzer. Die Entscheidung, Mirko Slomka freizustellen, sei im Konsens mit ihm gefallen. "Es ist doch normal, dass ein regelmäßiger Austausch stattfindet, das Präsidium trägt schließlich die Gesamtverantwortung."

 

Lange Verletztenliste

 

Das war es dann aber auch, was zur kurzen Amtszeit von Slomka gesagt wurde. Dessen Nachfolger Marc-Patrick Meister blickte jedenfalls konsequent nach vorne, nachdem er betont hatte, er wünsche sich "ein friedliches Derby, bei dem der Fußball im Vordergrund steht". In einem allerdings ähnelte der 36-Jährige dann doch seinem Vorgänger: Einblicke in eine mögliche Startaufstellung verweigerte er genauso konsequent, wie Slomka das getan hätte. Immerhin: Dass Kapitän Dirk Orlishausen unter dem vierten Trainer der Saison das Vertrauen zwischen den Pfosten genießt, ließ der Mann, der im KSC-Shirt erschien, dann doch durchblicken. Ansonsten gab es nur die Liste der Verletzten - Grischa Prömel, Boubacar Barry, Erwin Hoffer, Stefan Mugosa, Morit Stoppelkamp, Manuel Torres - und Gesperrten (Enrico Valentini) zu hören. Beim VfB wird Anto Grgic (muskuläre Probleme) wohl durch Matthias Zimmermann ersetzt.

 

Trainer kennen sich

 

Meister ist allerdings offenbar kein Trainer, der die jeweils nächste gegnerische Mannschaft zum Nonplusultra erklärt und ausgiebig deren Stärken rühmt. Auch nicht, wenn sie wie der VfB Stuttgart mit Hannes Wolf von einem Mann trainiert wird, mit dem Meister im Nachwuchsbereich von Borussia Dortmund "zwei Jahre Tür an Tür gearbeitet" hat, wie er betonte. "Ich möchte mich frei davon machen, wie Stuttgart das am Sonntag angeht, ich bleibe da lieber bei meiner Mannschaft."

Tabellarisch könnte der Unterschied zwischen beiden Teams kaum klarer sein - der VfB, ist mit 51 Punkten Zweiter, der KSC mit 22 Letzter - doch den Niveau-Unterschied zwischen beiden Teams noch mal gesondert zu betonen, wäre wohl auch die falsche Herangehensweise, um eine Mannschaft zu erreichen, die derzeit auch nach Einschätzung von Sportdirektor Kreuzer blockiert und frustriert ist. Immer wieder haben sich die KSC-Verantwortlichen gefragt, wie es möglich ist, dass nach guten Leistungen wie beim 2:0 gegen Hannover ein desaströses Spiel wie in Aue folgen kann, oder warum eine Mannschaft, die beim 1:2 in Nürnberg ordentlich gespielt hat,im Spiel darauf wieder keinerlei Selbstbewusstsein ausstrahlt.

 

Die Antwort darauf ist noch nicht gefunden, wohl aber die optimistische Ansprache, mit der in den verbleibenden sieben Spielen die Punkte gesammelt werden sollen, um doch noch den Relegationsplatz zu erreichen. Die Mannschaft soll wieder selbst daran glauben, dass sie den Klassenerhalt noch schaffen kann. Ein Erfolgserlebnis in Stuttgart wäre dazu allerdings fast schon Pflicht - zumal die KSC-Fans wohl durch nichts schneller zu versöhnen sein dürften als durch einen Derbysieg. Ziel sei es jedenfalls, so Meister, dass die sich morgen zumindest phasenweise fragen, "welche Mannschaft die aus dem oberen Tabellendrittel ist und welche die aus dem unteren".

 


Top-Torjäger der Liga

1. Simon Terodde (1. FC Köln) 16
2. Philipp Klement (SC Paderborn 07) 8
Lukas Hinterseer (VfL Bochum 1848) 8
4. Robert Glatzel (1. FC Heidenheim) 7
Marco Grüttner (Jahn Regensburg) 7
Daniel Keita-Ruel (SpVgg Greuther Fürth) 7
Pierre-Michel Lasogga (Hamburger SV) 7
8. Christian Beck (1. FC Magdeburg) 6
Marc Schnatterer (1. FC Heidenheim) 6
Moussa Koné (SG Dynamo Dresden) 6
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