Bundesliga 
SC Freiburg mit Glück zum Sieg
Freiburgs Ermedin Demirovic (l). jubelt nach seinem Tor zum 1:1 mit Kollege Vincenzo Grifo. Bildquelle dpa

Fußball-Bundesligist SC Freiburg feierte im Baden-Württemberg-Derby einen 2:1-Sieg gegen einen vor allem in der zweiten Hälfte starken VfB Stuttgart. Die Breisgauer zögern aber beim Ausrufen neuer Saisonziele.

Den siebten Saisonsieg haben die Offiziellen in Freiburg noch ein wenig länger als üblich auf der eiskalten Tribüne gefeiert. Minuten lang klatschte auch mancher Ersatzspieler beim Vereinslied mit. Der 2:1-Erfolg war schließlich auch ein besonderer Grund zur Freude. Zum einen, weil er gegen den VfB Stuttgart im schwäbisch-badischen Duell errungen wurde. Zum anderen, weil man mit 27 Punkten aus 18 Spielen in der Tabelle nach oben schauen kann. Und natürlich, weil er trotz starker kämpferischer Leistung ziemlich unverdient war.

Angriff auf Angriff des VfB

Ein einziges Mal kam der Sportclub im zweiten Durchgang überhaupt nur zu einem Torabschluss durch Ermedin Demirovic (78.). Die wenigen Entlastungsversuche endeten ansonsten jeweils nach wenigen Sekunden. Die zusehends wütender anrennenden Stuttgarter hingegen reihten im zweiten Durchgang Angriff an Angriff. Doch entweder zeigte Freiburgs Bester, Keeper Florian Müller, eine seiner vielen Glanzparaden wie bei den Schüssen von Gonzalo Castro (47.) und Konstantinos Mavropanos (75.). Oder der Pfosten verhinderte einen Stuttgarter Torerfolg wie bei den Schüssen von Erik Thommy (87.) und Nicolas Gonzalez (90.).

,,So viel Glück wie in der zweiten Halbzeit hatten wir in dieser Saison noch nicht", gab auch der SC-Trainer Christian Streich nach dem Spiel zu. ,,Ich bin natürlich nicht mit unserer spielerischen Leistung im zweiten Durchgang zufrieden, aber Stuttgart war auch sehr stark." 

,,Drei Punkte vom Kampf her verdient"

So sah es auch Kapitän Christian Günter, der allerdings fand, dass die ,,drei Punkte vom Kampf her verdient" waren. Außerdem plädierte er auf ausgleichende Gerechtigkeit: ,,Jetzt haben wir vielleicht gerade das Glück, das uns am Anfang der Saison gefehlt hat." Tatsächlich hatte Freiburg da einige Spiele unglücklich verloren. Eines aber gewann der Sportclub schon im Sommer mit viel Glück: den Saisonstart beim VfB, gegen den man nun beide Saisonspiele gewinnen konnte. 

Gonzalez vergibt Foulelfmeter

Am Samstag, beim Rückrundenbeginn, waren es allerdings die Schwaben, die früh durch Silas Wamangituka in Führung gingen (7.). Doch wie bereits beim Spiel gegen Eintracht Frankfurt am vergangenen Mittwoch ließ sich der Sportclub nach dem frühen Rückstand nicht aus dem Konzept bringen und spielte munter und selbstbewusst nach vorne. Demirovic (14.) und Wooyeong Jeong (37.) schossen eine 2:1-Halbzeitführung heraus. Die hatte allerdings auch deshalb Bestand, weil Stuttgarts Nicolas Gonzalez Müller einen Foulelfmeter in die Arme schoss, den Janik Haberer mit einem völlig unnötigen Foul an Wamangituka verursacht hatte (45.). 

Gäste mit hohem Tempo

Während der Sportclub drei Tage nach dem tollen Spiel gegen Frankfurt (2:2) im ersten Durchgang zeigte, dass er in dieser Spielzeit eher in die obere als in die untere Hälfte der Tabelle gehört, spielte danach nur noch ein Team: der VfB, der nach fahrigem Beginn zeigte, wie ballsicher er ist. Auch das Tempo war deutlich höher als bei den Gastgebern. Dementsprechend groß war nach dem Schlusspfiff die Enttäuschung beim Aufsteiger, bei dem man Spielverlauf und Ergebnis nicht so recht unter einen Hut bringen konnte. Das Ergebnis, fand Mittelfeldmann Daniel Didavi, sei ,,schwer zu akzeptieren".

,,Da müssen Sie den Trainer fragen"

Ganz anders die Gemütslage in Freiburg, wo man nur noch 13 Zähler von den 40 Punkten entfernt ist, die für den Klassenerhalt sicher reichen würden. Neue, höhere Ziele werden sie allerdings beim SC nicht ausrufen, so lange der notorische Pessimist dort Trainer ist. Das weiß auch Kapitän Christian Günter, der auf die Frage, ob man nun das internationale Geschäft anvisiere, empfahl, erst mal weitere Siege zu landen. ,,Je früher wir mehr Punkte haben, desto eher schauen wir nach oben." Im Übrigen gelte: ,,Das müssen Sie den Trainer fragen."

 


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