Bundesliga 
1:2 in München: SC Freiburg im Lattenpech
Manuel Gulde (r.). verteidigt hier den Ball gegen Bayern-Stürmer Leroy Sané. Bildquelle dpa

Rekordmeister Bayern München beendete mit einem 2:1 die Siegesserie des SC Freiburg in der Fußball-Bundesliga. Kurz vor Schluss wäre Nils Petersen fast noch der Ausgleich gelungen.

Es lagen nur wenige Minuten zwischen einem sehr entspannten Christian Streich, der freundschaftlich Bayern-Coach Hansi Flick begrüßte, und einem verzweifelt dreinblickenden. Denn gleich in der ersten Minute des Spiels der Freiburger beim Rekordmeister verletzte sich Mittelfeldspieler Baptiste Santamaria am Knie und musste raus. Mit dem gerade erst eingewechselten Amir Abrashi war der Sport-Club noch nicht wieder richtig sortiert, da stand es bereits 1:0 für München. Zu diesem Zeitpunkt sah es nicht danach, dass der Sport-Club den Bayern trotzdem noch einen harten Kampf liefern und am Ende nur knapp mit 1:2 (0:1) verlieren würde.
Nach zwei Pflichtspiel-Niederlagen wollten die Münchner schnell wieder in die Spur finden, und nach dem Pokal-Aus bei Zweitligist Holstein Kiel hatte Flick seine Startelf auch gleich auf sechs Position verändert. Der Sport-Club trat hingegen mit der gleichen Anfangsformation wie beim 5:0 gegen Köln an, dazu mit reichlich Selbstvertrauen nach fünf Siegen in Folge. Das mussten sich die Freiburger aber nach dem Schock in der Anfangsphase erst wieder erarbeiten.
Zunächst gab es bange Sekunden, weil sich nach einem Handspiel von Manuel Gulde (5.) der Videoassistent meldete, Schiedsrichter Dingert es aber aber als nicht strafbar beurteilte. Dann kam Abrashi gegen Thomas Müller zu spät, und Keven Schlotterbeck konnte Robert Lewandowski (6.) nicht verteidigen, der mit seinem 21. Tor einen Bundesliga-Hinrunden-Rekord aufstellte. Nach gut zehn Minuten hatten die Freiburger den Fehlstart verdaut, erarbeiteten sich phasenweise sogar mehr Ballbesitz, und nach einem Pass von Nicolas Höfler, der von Jerome Boateng abgefälscht wurde, vergab Roland Sallai (17.) die erste SC-Chance.

Haberer gibt Comeback

Auch wenn die Freiburger das Spiel bis zur Pause ausgeglichen gestalten konnten, hatten die Bayern die größeren Chancen. Zunächst wehrte Torwart Florian Müller einen leicht abgefälschten Weitschuss von Serge Gnabry (25.) ab, dann zielte Leroy Sane (30.) nur knapp daneben. Er war für den den verletzten Gnabry ins Spiel gekommen. Das größere Pech hatte am Sonntag aber der Sport-Club. Schon in der 55. Minute musste Abrashi nach einem Zweikampf mit Müller wieder vom Platz. Er wurde durch Janik Haberer ersetzt, der erstmals seit seinem Wadenbeinbruch im Juni 2020 zum Kader gehörte. Zumindest Spielglück hatte der SC in dieser Phase, weil ein Schuss von Lewandowski (59.) an die Latte prallte und Müller den zweiten Versuch von Leon Goretzka abwehrte.
Bei einem Dreifachwechsel kam unter anderem Nils Petersen aufs Feld, und mit seinem ersten Ballkontakt bewies er mal wieder seine herausragenden Jokerqualitäten. Nach einer von Höfler per Kopf verlängerten Ecke köpfte Petersen (61.) den Ausgleich. In der ersten Minute der Nachspielzeit hätte der Stürmer seinen Kurzeinsatz noch veredeln können, traf nach Vorlage von Günter freistehend aber nur die Latte, von der nur der Schnee ins Tor rieselte. ,,Das ärgert mich brutal, ich verlange schon von mir, den zu machen", sagte Petersen am Sky-Mikrofon, ,,am Ende waren sie das eine Tor cleverer."

Mittelfeldproblem droht

Müller (74.) hatte die Münchner nach einer eingesprungenen Vorlage von Sane wieder in Führung gebracht. Und danach hatte der Freiburger Müller mit guten Paraden gegen Lewandowski (78.) und Sane (89.) dafür gesorgt, dass die Bayern bei Petersens Lattenpech nicht bereits höher führten. Ein 2:2 wäre nach Ansicht von Streich ,,nicht unverdient gewesen, aber das 2:1 für Bayern geht auch in Ordnung".
Mehr als das Ende der Siegesserie dürfte den SC-Coach schon der Blick voraus auf das Heimspiel gegen Frankfurt am Mittwoch beschäftigt haben, in dem es ein Mittelfeldproblem geben könnte, wenn Santamaria und Abrashi ausfallen sollten. Der in München überragende Höfler wird nämlich nach seiner fünften gelben Karte auf jeden Fall fehlen.


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