Bundesliga 
Später 3:0-Sieg des SC Freiburg
SC-Torschütze Jonathan Schmid l.) Bildquelle dpa

Zum ersten Mal seit 2001 hat der SC Freiburg sein Auftaktspiel in der Bundesliga gewonnen. Beim 3:0 gegen den FSV Mainz fielen die Tore erst in den Schlussminuten. Getroffen haben der eingewechselte Lucas Höler, Rückkehrer Jonathan Schmid und Luca Waldschmidt per Foulelfmeter.

Mit seiner Aufstellung überraschte Trainer Christian Streich, denn im Vergleich zum Pokalspiel vor einer Woche änderte er seine Startelf nicht nur auf drei Positionen, er ließ sie auch in einem taktisch anderen System spielen, im 3-4-3. In den Testspielen und den öffentlichen Trainingseinheiten hatten die Freiburger immer an der Viererkette festgehalten. Als letzte Woche die Türen geschlossen waren, wurde jedoch intensiv an der Umstellung gefeilt. »Zum Glück haben wir Trainings, die nicht-öffentlich sind«, sagte Lucas Höler verschmitzt grinsend, »der Trainer hatte einen Plan, und der ist aufgegangen.«

Anfangs große Probleme
Allerdings erst sehr spät, innerhalb von sechs furiosen Minuten in der Schlussphase. Am Anfang hatten die Freiburger große Probleme, dem Druck der Mainzer standzuhalten, hatten jedoch in der ersten Hälfte ähnlich viele Chancen wie der FSV. Nach der Pause nahmen die Probleme des SC zu und Torwart Alexander Schwolow musste unter anderem gegen Boëtius (56. Minute) und Onisiwo (61.) retten. Erst nach der Einwechslung von Höler, der Bundesligadebütant Brandon Borrello ersetzte, kamen auch die Freiburger wieder zu Abschlüssen, die aber ungefährlich waren. Höler hatte die Enttäuschung runtergeschluckt, nicht von Anfang an zu spielen, wie er sagte, und sich »vorgenommen, heute komme ich von der Bank und haue alles rein«.

Höler der Dosenöffner
Als in der 82. Minute ein langer Ball von Nico Schlotterbeck zu Nils Petersen flog, habe er gewusst, dass der das Kopfballduell gewinnen würde, sich entsprechend positioniert und dann erst Gegenspieler Hack und danach Torwart Müller getunnelt. »Das kann natürlich auch in die Hose gehen, aber heute hatte ich das Glück auf meiner Seite«, freute sich Höler, »es war ein besonderes Tor, wie man so sagt der Dosenöffner.« Freiburg war danach kaum noch zu bremsen und legte durch Jonathan Schmid (84.), der mit links aus der Distanz traf, und Luca Waldschmidt (87.), der einen Foulelfmeter sicher verwandelte, zum 3:0 nach.

»Herausragende individuelle Aktionen haben das Spiel entschieden, aber das Ergebnis entspricht nicht dem Spielverlauf«, gab Streich zu, sah es aber auch als Wiedergutmachung für die bittere 0:5-Niederlage in Mainz in der Rückrunde der letzten Saison, die kurios zustande kam.

"Findungsphase kompliziert"
Im Vorfeld hatte sich das Trainerteam jedoch schwer getan, wie es seine Mannschaft auf Mainz einstellen will. »Die Findungsphase war echt kompliziert«, berichtete Streich, der sich letztlich für eine Dreier-Offensive und eine Dreierkette in der Defensive entschied. Noch überraschender als der Bankplatz für Kapitän Mike Frantz, für den Jerome Gondorf im Mittelfeld spielte, war die Besetzung der Defensive, in der neben Philipp Lien­hart (23) der gleichaltrige Robin Koch und der 19-jährige Schlotterbeck aufliefen. »Es zeigt, dass der Trainer dem ganzen Kader vertraut«, sagte Koch, »mit drei Innenverteidigern, die alle noch jung sind - wir haben alle Qualität.«

Trotz des Erfolgs muss das nicht bedeuten, dass der SC Freiburg nun auch in den nächsten Partien auf die gleiche Taktik setzt. »Das war ganz klar auf Mainz bezogen«, betonte Streich.


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