Bundesliga 
Kölner Keller hilft dem SC Freiburg in Berlin
SC-Trainer Christian Streich. Bildquelle dpa-pipeline

Ein Ausgleichstreffer wie aus dem Nichts - und dazu noch vom Videobeweis profitiert: Der SC Freiburg ergatterte am Sonntag in Berlin ein 1:1 - und freut sich über neun Punkte nach neun Bundesliga-Spielen.

Freiburgs Verteidiger Manuel Gulde atmete nach dem 1:1 bei Hertha BSC Berlin tief durch. Kurz zuvor hatte es noch so ausgesehen, als könne sein Team durch einen Elfmeter in Rückstand geraten, den er dann verschuldet gehabt hätte. Doch Schiedsrichter Benjamin Cortus nahm den bereits verhängten Strafstoß nach Ansicht der Videoaufnahmen zurück - und löste wilde Diskussionen über den »Kölner Keller« aus. Berlins Trainersohn Pal Dardai war im Zweikampf zu Fall gekommen. Ein »klares Offensivfoul«, wie Gulde fand. »Er zupft mich, ich nehme das dankend an. Das wäre schon der Hammer gewesen, wenn wir wegen so einem Ding noch kurz vor Schluss verlieren.« Ganz anders sah das Pal Dardai senior, der eine »50:50-Situation« ausmachte und zurecht darauf hinwies, dass Cortus kurz zuvor ein Foul an Davie Selke nicht gepfiffen hatte, für das Dominique Heintz als letzter Mann auch einen Platzverweis hätte kassieren können (80.). 

Petersen eingewechselt
Freiburg begann mit Luca Waldschmidt als zentralem Angreifer, unterstützt von Janik Haberer. Nils Petersen, der zuletzt wegen einer Schultereckgelenkprellung gefehlt hatte, kam erst nach dem Seitenwechsel für Marco Terrazzino. Jerôme Gondorf (Muskelfaserriss) hatte die Reise nach Berlin ebensowenig angetreten wie der verletzte Florian Niederlechner sowie die Rekonvaleszenten Mike Frantz, Pascal Stenzel und Tim Kleindienst, die zeitgleich mit der Regionalligamannschaft gegen Ulm spielten. Und während die drei einen 2:0-Sieg feierten, blieb es bei den Profis bei einem Remis, das dem SC im neunten Saisonspiel den neunten Punkt bescherte - eine mehr als ordentliche Zwischenbilanz.

Die Berliner, die bis dato in drei Heimspielen drei Siege gelandet hatten, kamen am Sonntag gleich gut ins Spiel und gingen schon in der 7. Minute durch Ondrej Duda in Führung, Freiburgs Lukas Kübler und Kollege Koch hatten bei der Entstehung nicht gut ausgesehen. Auch nach der frühen Führung liefen die meisten Berliner Angriffe über die linke Seite, wo Salomon Kalou und Javairo Delrosun ihre individuelle Überlegenheit ausspielen konnten. Wie aus dem Nichts stand es plötzlich dennoch 1:1, nachdem Koch aus 22 Metern einfach draufhielt und traf (36.). »Ein echter Hieb ohne Vorankündigung«, wie Sportdirektor Jochen Saier fand. Und ein glücklicher Ausgleich. 

Freiburg nervös
In der Tat hatten die Zuschauer bis dato eine spielfreudige Hertha gesehen. Und eine Freiburger Elf, die nach dem Rückstand nur selten ihre Nervosität ablegen konnte. Der SC wurde nach der Pause besser, Chancen hatte aber nach wie vor Berlin, Ibisevic per Kopf (62.) und Kalou (70.) vergaben die besten. Doch fast wäre kurz vor Schluss noch das 1:2 gefallen, als Waldschmidt an Rune Jarstein scheiterte (83.). Nicht die einzige Szene, der Christian Streich nachtrauerte. »Am Schluss hätten wir vielleicht sogar gewinnen können, wenn wir die Räume genutzt hätten, die Hertha uns ließ«, fand er. Zufrieden mit dem Punkt war allerdings auch der Freiburger Trainer.


Top-Torjäger der Liga

1. Francisco Alcacer García (Borussia Dortmund) 12
2. Timo Werner (RasenBallsport Leipzig) 10
Luka Jovic (Eintracht Frankfurt) 10
Robert Lewandowski (FC Bayern München) 10
Marco Reus (Borussia Dortmund) 10
6. Alassane Plea (Borussia Mönchengladbach) 9
Sébastien Haller (Eintracht Frankfurt) 9
Thorgan Hazard (Borussia Mönchengladbach) 9
9. Yussuf Poulsen (RasenBallsport Leipzig) 8
10. Ondrej Duda (Hertha BSC) 7
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