Bundesliga 
Die Geduldsprobe des Amir Abrashi vom SC Freiburg
Amir Abrashi Bildquelle dpa

Fast ein Jahr lang war Amir Abrashi bei den Bundesligaspielen des SC Freiburg nur Zuschauer. Am Wochenende stand der 28-Jährige beim 0:0 auf Schalke nach seiner langen Verletzungspause nicht nur erstmals wieder im Kader, er war auch gleich 90 Minuten auf dem Platz. Nur ein Sieg hätte seine Freude über das Comeback noch steigern können.

Energiebündel ist wohl der Begriff, der Amir Abrashi am besten in einem Wort umschreibt, und das gilt sowohl auf als auch neben dem Platz. In den vergangenen elf Monaten musste er sich aber oft zügeln und gedulden, Rückschläge wegstecken und sich immer wieder neu motivieren. Im März 2018 war im Spiel bei Hertha BSC sein Kreuzband gerissen, zum zweiten Mal in seiner Karriere nach 2011, Anfang November kehrte er ins Mannschaftstraining zurück. »Die Aufs und Abs waren der Wahnsinn, aber ich kannte diesen Prozess schon«, sagt der in der Schweiz geborene Albaner. Zusätzlich zur Behandlung durch die SC-Physiotherapeuten hat er in Aarau mit einem Personaltrainer gearbeitet, den er noch aus der Zeit bei GC Zürich kannte. »Der hat mich gepusht und immer ans Limit gebracht.«

Erster Test im Trainingslager
Im Trainingslager in Spanien Anfang Januar durfte der 28-Jährige zum ersten Mal wieder in einem Testspiel ran. Vor dieser Partie gegen Mainz war er aufgeregter als vor dem Bundesliga-Comeback beim FC Schalke, erzählt Abrashi: »Hoffentlich hält mein Körper, habe ich da nur gedacht, im Spiel gab es daran aber keinen Gedanken mehr.« Als er nach gut 60 Minuten ausgewechselt wurde, wäre er am liebsten auf dem Platz geblieben, konnte im Nachhinein aber verstehen, dass ihn sein Trainer runter genommen hat. Es folgten zwei Testspiele mit der Regionalliga-Mannschaft des SC Freiburg. »Und jetzt war ich sehr, sehr glücklich, dass ich auf Schalke gleich 90 Minuten spielen durfte«, sagt Amir Abrashi und strahlt.

Nach der Knieverletzung von Robin Koch ging es für den Mittelfeldspieler schneller, als er es sich erhofft und der Trainer es geplant hatte. Abrashi überzeugte sofort wieder mit seinem großen Einsatzwillen und seiner Zweikampfstärke, obwohl er schon in der ersten Hälfte eine gelbe Karte kassierte. »Inzwischen habe ich Erfahrung und kann mich ganz gut bremsen, deshalb hatte ich keine Angst vor einer weiteren Karte«, sagt Abrashi, der vor allem überrascht war, dass ihm am nächsten Tag nichts weh getan hat. »Die Freude hat wohl die Müdigkeit vertrieben.«

Keine Eingewöhnung
Getrübt wurde seine Rückkehr nur durch das Ergebnis, denn in Überzahl hatte der Sport-Club genügend Chancen, das Spiel für sich zu entscheiden. »Wir hätten es gewinnen müssen«, ärgert sich Abrashi. 
Auf Schalke hat er zunächst mit Kapitän Mike Frantz im Mittelfeld gespielt und nach dessen verletzungsbedingter Auswechslung mit Jérôme Gondorf. Eingewöhnen musste sich nicht. »Wenn eine Mannschaft funktioniert, ist es einfach rein zu kommen«, erklärt Abrashi, »und diese Mannschaft funktioniert als Gruppe und auf dem Platz.«
Hinzu kommt, dass er durch die Rückkehrer von Vincenzo Grifo wieder zusammen mit einem seiner besten Freunde spielen kann. Abrashi geht es nach fast einem Jahr Geduldsprobe also wieder richtig gut. Was seine Laune weiter steigern könnte, wäre der erste Rückrundensieg der Freiburger, möglichst am Samstag gegen den direkten Konkurrenten FC Augsburg.


Top-Torjäger der Liga

1. Robert Lewandowski (FC Bayern München) 21
2. Luka Jovic (Eintracht Frankfurt) 17
Francisco Alcacer García (Borussia Dortmund) 17
4. Marco Reus (Borussia Dortmund) 16
Andrej Kramaric (TSG 1899 Hoffenheim) 16
6. Ishak Belfodil (TSG 1899 Hoffenheim) 15
Yussuf Poulsen (RasenBallsport Leipzig) 15
8. Timo Werner (RasenBallsport Leipzig) 14
Sébastien Haller (Eintracht Frankfurt) 14
10. Kevin Volland (Bayer 04 Leverkusen) 13
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