Oberliga Baden-Württemberg 
SV Linx: Gut gespielt, aber keine Punkte aus Neckarsulm
Der Linxer Alexander Merkel (rechts) trennt NSU-Spieler Philipp Seybold sauber vom Ball. Bildquelle Alexander Bertok

Mit einer unglücklichen 1:3-Niederlage im Gepäck musste Fußball-Oberligist SV Linx die weite Heimreise aus Neckarsulm antreten. Das Team von Trainer Sascha Reiß hatte in den 90 Minuten gegen die heimische Sport-Union vieles richtig gemacht, musste sich aber letztendlich durch zwei späte Treffer geschlagen geben. 

NSU-Sportdirektor Marco Merz brachte nach dem 3:1-Heimsieg die 90 Minuten für Gastgeber Neckarsulmer SU mit nur wenigen Worten prägnant auf den Punkt: »Sparsame Leistung, grandioser Ertrag.« Der Linxer Coach Sascha Reiß analysierte folgerichtig: »Heute hat bei uns eigentlich alles gestimmt - bis auf das Ergebnis.«

Der Linxer Cheftrainer hatte in Neckarsulm wie angekündigt Torjäger Adrian Vollmer ins Mittelfeld zurückgezogen. Ein taktischer Schachzug der gut aufging, weil Vollmer zusammen mit dem bärenstarken Alexander Merkel die Zentrale gut dichtmachte und die Gastgeber kaum zu einem geordneten Spielaufbau kommen ließen. 

Zähe Partie
Die Begegnung an sich gestaltete sich insgesamt zäh. Die Gastgeber aus Neckars­ulm, vor der Begegnung drei Tabellenplätze und fünf Punkte besser platziert als der SV Linx, zeigten lediglich in der Anfangsphase ihr gefürchtetes dynamisches Umschaltspiel. So musste der Linxer Keeper Joshua Huelsmann bereits nach zwei Zeigerumdrehungen sein ganzes Können aufwenden, um einen Schuss von Barini aus dem rechten Winkel zu fischen. Die Neckarsulmer Sport-Union hielt das Tempo zunächst weiter hoch, so fiel die 1:0-Führung in der 25. Minute folgerichtig. Maximilian Gebert traf per sehenswertem Kopfball, Huelsmann war chancenlos. »Das war eigentlich die einzige Situation, wo wir nicht aufgepasst haben«, ärgerte sich Sascha Reiß. 
Doch seine Mannschaft schlug nur acht Minuten später zurück. Nach einem ­Neckarsulmer Ballverlust passte Jean-Gabriel Dussot gedankenschnell in den Strafraum, wo Wacim Tine das Leder zum Ausgleich unter die Latte drosch. 
Das 1:1 hinterließ bei beiden Teams Wirkung. Während die NSU sich fortan schwer tat, wieder ins Spiel zu finden, agierten die Gäste aus Südbaden nun selbstbewusster und setzten den ein oder anderen gefährlichen Konter. Nur kurz nach dem Ausgleich hatte Marco Rubio per Flugkopfball eine gute Chance, die Linxer sogar in Führung zu bringen, doch Marcel Susser im Tor der Neckarsulmer parierte stark.

Kein Fußball-Leckerbissen
Das Spiel selbst war auch in der Folge kein Fußball-Leckerbissen, die Linxer zwangen den Gegner immer wieder zu Fehlern im Aufbauspiel. So waren Höhepunkte in dieser Phase Mangelware. Gefühlt schienen die äußerst diszipliniert auftretende Linxer in dieser Phase sogar näher am Führungstreffer als die Neckarsulmer.
»Das ist zu wenig Jungs«, schrie NSU-Innenverteidiger Robin Neupert in der 81. Minute über den Platz. Es schien eine Art Weckruf für seine Mitspieler zu sein. Denn nur drei Minuten später führte der schönste Angriff des Spiels zur erneuten Neckarsulmer Führung durch Serhat Ayvaz. Zuvor hatte Joshua Huelsmann noch glänzend pariert, gegen den Abstauber von Ayvaz war er aber machtlos.

SVL ärgert sich über verpassten Punkt
Der Neckarsulmer Jubel war kaum verhallt, da zirkelte Daniel Schmelzle einen Freistoß aus 20 Metern ins kurze Eck. SVL-Kapitän Rico Schmider hatte seinen Keeper noch gewarnt, »Joshua, der kommt direkt«, dennoch wirkte ­Huelsmann überrascht. Damit hatten die Gastgeber die drei Punkte eingetütet, bei den Linxern hingegen überwog der Ärger über das verpasste und eigentlich verdiente Unentschieden. Ingo Doberstein

Neckarsulmer SU - SV Linx 3:1 (1:1)
Neckarsulm:
Susser - R. Neupert, Klotz (64. Bellanave), Barini (69. Albert), Gebert, Seybold (79. Ayvaz), Gotovac (89. Hatzis), Romano, Schmelzle, S. Neupert. Schneckenberger.
Linx: Huelsmann - Feist, Kopf, Schmider (89 Henkel), Merkel, Vollmer, Recht (69. Föll), Tine, Dussot (81. Henkel), Rubio.
Schiedsrichter: Marcel Lalka (Göppingen) - Zuschauer: 300.
Tore: 1:0 Gebert (25.), 1:1 Tine (34.), 2:1 Ayvaz (84.), 3:1 Schmelzle (86.).


Top-Torjäger der Liga

1. Marcel Sökler (SGV Freiberg Fußball) 32
2. Kevin Dicklhuber (1. Göppinger SV) 28
3. Marc Rubio (SV Linx) 20
4. Adrian Vollmer (SV Linx) 18
Mijo Tunjic (SV Stuttgarter Kickers) 18
6. Santiago Fischer (Bahlinger SC) 17
Benedikt Haibt (FC 08 Villingen) 17
8. Daniel Schachtschneider (FV Ravensburg) 15
Mario Marinic (TSG Backnang) 15
10. Dominik Salz (1.CfR Pforzheim) 12
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