DFB-Pokal 
Karlsruher SC kommt unter die Räder
KSC-Trainer Alois Schwartz. Bildquelle GES

Anstatt an einer Pokal-Sensation zu schnuppern, schied Drittligist Karlsruher SC in der ersten Runde gegen den Bundeslligisten Hanniover 96 mit einer krachenden 0:6-Niederlage aus.

Meilenweit von einer Überraschung entfernt war der Karlsruher SC in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Hannover 96. Der Unterschied, den die 12 234 Zuschauer zu sehen bekamen, war größer als nur zwei Spielklassen. Mit dem 0:6 war der chancenlose KSC noch gut bedient. Die Niedersachsen waren in allen Belangen haushoch überlegen.  

"Abgewatscht worden"
Während Hannovers Trainer André Breitenreiter seiner Mannschaft nach dem Einzug in die zweite Runde ein »großes Kompliment« aussprechen konnte, weil 96 »über 90 Minuten sehr souverän und sehr seriös« aufgetreten war, musste sein Karlsruher Kollege Alois Schwartz einräumen: »Mit der Qualität von Spielern wie Bebou oder Asano sind wir einfach nicht mitgekommen. Um so ein Spiel vielleicht gewinnen zu können, muss man hundert Prozent Leistung abrufen, die Tagesform muss stimmen, und man braucht auch ein bisschen Match-Glück und Schiri-Glück. Das alles war bei uns heute nicht gegeben. Wir haben richtig in die Fresse bekommen, sind abgewatscht worden. Das müssen wir jetzt wegstecken. Am Samstag spielen wir in Kaiserslautern.«

Blamabel ist wohl die richtige Beschreibung für das, was die Wildparkprofis schon in den ersten 45 Minuten auf den Platz brachten. Ballsicherheit? Passgenauigkeit? Zweikampfverhalten? Schwach, schwach, schwach. Dabei war bei den Niedersachsen zu Beginn eine gewisse Zurückhaltung zu spüren. Daraus aber ein Übergewicht zu entwickeln, verstand der KSC nicht. Im Gegenteil: Die Mannschaft von Trainer Alois Schwartz leistete sich zu viele einfache Fehler und Ballverluste. Weil sich der KSC auch in den Zweikämpfen zu dumm anstellte, kam Hannover über Standardsituationen immer besser ins Spiel. Die Folge: Nach einem Freistoß von Pirmin Schwegler und einem fatalen Fehler des vom FC Ingolstadt umworbenen KSC-Keepers Benjamin Uphoff köpfte Kevin Wimmer das 1:0 für 96 (17.). Beim zweiten Tor behielt nach einer Flanke aus dem Mittelfeld nur Ihlas Bebou die Übersicht - zwei KSC-Verteidiger sowie Uphoff sahen schlecht aus (31.). Schließlich führte die Karlsruher Zweikampfschwäche noch vor der Pause zum 3:0 für den Erstligisten. Manuel Stiefler foulte Takuma Asano und Niclas Füllkrug verwandelte den fälligen Elfmeter sicher (41.).

Hilflosigkeit
Kurz nach Seitenwechsel spielte dann Takuma Asano Stiefler aus und traf über den Innenpfosten ins kurzen Eck zum 4:0 für die Gäste (51.). Hannovers Torwart Michael Esser musste nur einmal im ganzen Spiel eingreifen. In der 59. Minute drehte er einen Schlenzer von Marvin Wanitzek um den Pfosten. Der Rest war auf Karlsruher Seite Hilflosigkeit pur. Hannover ließ Ball und Gegner laufen und tat nur noch das Allernötigste. Trotzdem musste Uphoff noch zweimal hinter sich greifen: Der eingewechselte Hendrik Weydandt machte das halbe Dutzend voll (85. und 90.).    

»Das war eine klare Angelegenheit«, hakte KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer den DFB-Pokal 2018/19 ab. »Man hat gesehen: Es ist ein himmelweiter Unterschied zwischen dritter Liga und Bundesliga. Da kommt man eben schnell unter die Räder.«


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