SC Freiburg insgeheim doch der Derbysieger




Der SC Freiburg erlebte beim 2:2 in Stuttgart eine Achterbahn. Zwar fühlten sich die Badener beim Derby nach dem späten Ausgleich als heimlicher Sieger, doch die Muskelverletzung von Manuel Gulde schmerzt sehr.

Es lief die fünfte Minute der Nachspielzeit, als sich die Emotionen ein letztes Mal überschlugen. Gerade eben hatte Florian Niederlechner mit letzter Kraft den Ball über die Linie gedrückt und dem SC Freiburg mit seinem Tor zum 2:2 einen eminent wichtigen Punkt im Kampf gegen den Abstieg gesichert. Insofern war es nur logisch, dass Keeper Alexander Schwolow jubelnd auf die Knie sank und die Fäuste ballte. Denn während der VfB Stuttgart mit 15 Zählern Drittletzter bleibt, nutzt den Badenern das Remis ungleich mehr; schließlich bleibt der Sieben-Punkte-Abstand auf die Schwaben gewahrt.

Erster Platzverweis für Gomez
Dennoch dauerte es nach dem Schlusspfiff nicht lange, ehe der Jubel sich legte und die Äußerungen von Spielern und Funktionären nachdenklicher klangen: »Jetzt bin ich zufrieden«, sagte Trainer Christian Streich. »Aber bis zur 75. Minute hätte mir dieser Punkt nicht gereicht.« Bis zur der Minute also, in der erst Emiliano Insua den Ausgleich erzielte, ehe acht Minuten später Daniel Didavi (83.) eine Stuttgarter Führung herausschoss, die bis nach dem Ende der regulären Spielzeit Bestand hatte. 

Und während sich VfB-Trainer Markus Weinzierl noch darüber ärgerte, dass Schiedsrichter Deniz Aytekin den eingewechselten Mario Gomez nach zwei Ellenbogen-Remplern mit Gelb-Rot vom Platz gestellt hatte, reifte im Freiburger Lager die Erkenntnis, dass an diesem Abend mehr drin gewesen wäre. Wenn Lucas Höler (46.) oder Keven Schlotterbeck bei seinem Bundesliga-Debüt (60.) ihre Chancen genutzt hätten. Wenn sich die Abwehr bei den beiden Gegentoren nicht so unkonzentriert gezeigt hätte. Oder wenn die Mannschaft einfach so selbstbewusst weitergespielt hätte wie im ersten Durchgang, in dem sie das klar bessere Team war. Die Schwächen einer lange ideenlos agierenden Stuttgarter Mannschaft legten die Badener jedenfalls schonungslos offen. 

125 Kilometer gelaufen
Doch so konzentriert schon die Offensiven verteidigten und so bemerkenswert die Gesamtlaufleistung von fast 125 Kilometern ist - bei eigenem Ballbesitz tut sich Freiburg in dieser Saison schwer. Statt geordnet aufzubauen und den Ball laufen zu lassen, herrscht zu oft Aktionismus und Planlosigkeit. »Es war heute oft so, dass wir den Ball erobert haben und dann haben wir ihn gleich wieder verloren. Da waren wir nicht ballsicher genug«, hat Streich erkannt. Aber zugleich noch die Hoffnung geäußert, dass es beim nächsten Anlauf klappen wird mit dem ersten in Stuttgart erkämpften Dreier unter seiner Ägide. »Mit der A-Jugend habe ich hier manchmal gewonnen, aber mit den Profis muss ich wohl noch weitermachen, bis es irgendwann klappt. Ich hoffe, dass ich nicht so lange warten muss.«

Doch das Ergebnis war nicht der einzige Grund, warum Streich mit gemischten Gefühlen die Heimreise antrat. Denn während Christian Günthers Fleischwunde am Schienbein noch vor Ort genäht werden konnte, war schon direkt nach Spielende abzusehen, dass die Muskelverletzung, die sich Verteidiger Manuel Gulde ohne gegnerische Einwirkung zuzog, schwerwiegendere Folgen haben würde. »Ihm hat es hinten voll reingestochen«, berichtete Streich.  Die erste Diagnose verheißt nichts Gutes: Gulde hat einen Muskelfaserriss erlitten und fällt länger aus.


Top-Torjäger der Liga

1. Robert Lewandowski (FC Bayern München) 21
2. Luka Jovic (Eintracht Frankfurt) 17
3. Francisco Alcacer García (Borussia Dortmund) 16
Andrej Kramaric (TSG 1899 Hoffenheim) 16
5. Yussuf Poulsen (RasenBallsport Leipzig) 15
Ishak Belfodil (TSG 1899 Hoffenheim) 15
Marco Reus (Borussia Dortmund) 15
8. Timo Werner (RasenBallsport Leipzig) 14
Sébastien Haller (Eintracht Frankfurt) 14
10. Kevin Volland (Bayer 04 Leverkusen) 13
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