Landesliga 1 
Landesliga: Spitzenspiel der Überraschungsteams
Die SCO-Trainer Sergej Herter (l.) und Jürgen Wippich wollen gegen Niederschopfheim Druck ausüben. Bildquelle Peter Heck

Am 4. Spieltag der Fußball-Landesliga steht das Duell des drittplatzierten SC Offenburg gegen Tabellenführer SV Niederschopfheim im Mittelpunkt. Unterdessen empfängt der verlustpunktfreie SV Stadelhofen den SV Oberwolfach, der FV Langenwinkel den SV Sinzheim und der TuS Oppenau Verbandsliga-Absteiger SV Mörsch. Auswärts ist der SC Hofstetten gefordert, der am Sonntag in Würmersheim antreten muss.

SC Offenburg - SV Niederschopfheim

Bereits am 4. Spieltag der Landesliga-Saison kommt es zum Spitzenspiel zwischen dem SC Offenburg (3. Platz/7 Punkte) und Tabellenführer SV Niederschopfheim (9 Punkte). 

Kaum jemand hatten den beiden Mannschaften einen derart guten Start zugetraut. Aufsteiger SV Niederschopfheim zeigte sich in den ersten Spielen in Torlaune. Mit 18 Treffern in drei Spielen verfügt der Neuling über den mit Abstand besten Sturm der Liga. Mit Ottersweier und Altdorf hatten die Gäste zum Start eher das leichtere Programm im Vergleich zum SC Offenburg, jedoch konnte man auch bereits auswärts in Langenwinkel überzeugen und einen Sieg einfahren. Die Mannschaft von Trainer Dominic Künstle nimmt den Schwung aus der vergangenen abgebrochenen Saison mit in die neue Runde und wird auch beim SC Offenburg mit Selbstbewusstsein auftreten. Doch auch der Gastgeber befindet sich in sehr guter Verfassung, wie die letzten beiden Siegen über Mörsch und in Oberwolfach unterstreichen. ,,Das Auftaktprogramm hatte es in sich und wir haben zum Erstaunen vieler gezeigt, dass wir in dieser Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben wollen", so SCO-Trainer Jürgen Wippich, der die starke SVN-Offensive gar nicht zur Entfaltung kommen lassen will: ,,Wir sind uns der Stärken des Gegners bewusst. Solange wir Druck ausüben, wird es für die Gäste schwer, ein strukturiertes Spiel aufzuziehen."

Mit dem 8:2-Heimsieg über Ottersweier lieferte der SVN auch im dritten Spiel ein Spektakel. Gerade in der zweiten Hälfte brannte Niederschopfheim laut Trainer Dominic Künstle ein Feuerwerk in der Offensive ab. Jetzt wartet mit dem SC Offenburg ein anderer Gegner und die erste Standortbestimmung. Trainer Dominic Künstle: ,,Wir freuen uns auf das Derby, haben aber Respekt vor dem starken SCO, der einen guten Auftakt gezeigt hat. Wir rechnen uns trotzdem etwas aus, die Tagesform wird entscheiden. Wer mehr investiert und in die Zweikämpfe geht, wird sich am Ende mit den Punkten belohnen." Johannes Geyer fehlt urlaubsbedingt, zudem ist der Einsatz von Yannick Götz fraglich. Zur Verfügung steht dafür wieder Alen Muhamedagic, der leicht angeschlagen zuletzt nur auf der Bank saß.

 

SV Stadelhofen - SV Oberwolfach

Mit dem bisherigen Saisonverlauf und der Optimal- Ausbeute von neun Punkten aus drei Spielen sind alle beim SV Stadelhofen sehr zufrieden. ,,Wir wissen diese tolle Momentaufnahme jedoch richtig einzuordnen, da wir in den ersten beiden Spielen in Schutterwald und daheim gegen Hofstetten auch das nötige Quäntchen Glück hatten", bilanziert SVS-Trainer Jan Kahle erfreut, aber gleichzeitig realistisch den guten Lauf seiner Truppe.

Beim 2:0-Auswärtssieg vergangene Woche in Mörsch sah der junge Coach, wie seine Mannschaft defensiv als Team sehr konzentriert arbeitete, kaum Möglichkeiten des Gegners zugelassen hat und auch zum richtigen Zeitpunkt die Tore erzielte. Das war letztendlich die Basis für einen verdienten Auswärtsdreier.

Mit dem SV Oberwolfach erwartet der SVS jetzt aber ein anderes Kaliber. Das Team von Trainer Jogi Kehl beendete die vergangene abgebrochene Saison immerhin auf dem dritten Tabellenplatz und hat auch im Pokal für die eine oder andere Überraschung gesorgt. Jan Kahle sagt: ,,Die Oberwolfacher Mannschaft ist über Jahre hinweg sehr gefestigt und wird sich auch durch die jüngste 1:2-Heimniederlage gegen den SC Offenburg nicht verunsichern lassen. Wir möchten dem SV Oberwolfach Paroli bieten und zu Hause punkten. Das wird uns aber nur dann gelingen, wenn unser 28-Mann-Kader genauso konzentriert und engagiert als Einheit auftritt wie in den vergangenen Wochen und wir unsere Fehleranzahl weiter minimieren."

Beim 4:4 zum Auftakt gegen Langenwinkel verhinderte der SV Oberwolfach, der seit zwei Jahren nur ein Punktspiel zuhause verloren hatte, das letzte und bedeutungslose der Meistersaison in der Bezirksliga, in der Nachspielzeit gerade noch die erste Landesliga-Heimniederlage, doch beim 1:2 gegen den SC Offenburg riss diese stolze Serie dann doch. ,,Der SCO war sehr defensiv und wir haben in der ersten Halbzeit leider nicht alles investiert", sagt SVO-Trainer Joachim Kehl. Gerade dieses hundertprozentige Investieren zeichnet die Wolftäler grundsätzlich aus. Nach dem 0:2 und der Pause hätte sich sein Team zwar gesteigert, aber mehr als der zu späte Anschluss durch Pirmin Bonath gelang bei dieser ,,vermeidbaren Niederlage" nicht mehr. Bonath fehlt am Samstag wie Steffen Wild aus privaten Gründen bei ,,unserer nächsten ganz schwierigen Aufgabe", so Kehl. Denn es geht zum SV Stadelhofen, ,,der richtig gute Klasse auf dem Platz hat", so Kehl, ,,und einen Trainer, der vorangeht." Der neue Coach Jan Kahle meisterte mit seiner Mannschaft das happige Startprogramm in Schutterwald, gegen Hofstetten und in Mörsch mit 7:1 Toren und neun  Punkten optimal. ,,Wir müssen läuferisch, kämpferisch und spielerisch wieder an die Kante gehen", fordert Kehl.

 

TuS Oppenau - 1. SV Mörsch

Nach der 0:3-Niederlage­ im Punktspiel am letzten Samstag in Hofstetten kassierte der TuS Oppenau nun am Mittwoch auch noch eine 1:8-Klatsche im südbadischen Verbandspokal gegen den Offenburger FV. Das Pokal-Aus gegen den klassenhöheren OFV nimmt man in Oppenau nicht als Gradmesser. Sehr wohl aber die Niederlage in Hofstetten, wo sich der TuS laut Sportvorstand Toni Kimmig viel vorgenommen hatte, das aber gegen einen starken Gegner nicht umsetzen konnte. Nur Torhüter Jose Poveda Torrente verhinderte eine noch höhere Niederlage. 

Toni Kimmig meint: ,,Gegen Mörsch erwarten wir ein völlig anderes Gesicht unserer Mannschaft. Wir wissen alle, dass wir hoch konzentriert sein müssen. Um nicht in den Strudel der unteren Tabellenregionen zu geraten, heißt unser oberstes Gebot jetzt zu punkten - und das möglichst dreifach. Ich denke auch für uns gilt: Man kann das Glück erzwingen."

Der Sportvorstand ist für Sonntag jedenfalls optimistisch. Er zählt dabei auf die Mannschaft und sein Gefühl sagt ihm, dass die Spieler selbst eine Reaktion wollen und die TuS-Truppe alles in die Waagschale werfen wird, damit die Punkte im Renchtal bleiben.

 

FV Langenwinkel - SV Sinzheim

Hat der erste Saisonsieg bei Fußball-Landesligist FV Langenwinkel zusätzliche Leistungsprozente freigesetzt? Diese Frage stellen sich die Verantwortlichen vor dem Heimspiel am Sonntag (17 Uhr) gegen den SV Sinzheim. 
,,Die Trainingswoche war gut, aber wir müssen darauf aus sein, dass aus Lockerheit keine zu hohe Selbstsicherheit wird. Der Sieg in Loffenau war wichtig", stellt Klaus Stefan (FV-Trainerteam) klar. Gegner Sinzheim sei ein schwierig einzuschätzender Kontrahent, gerade auswärts immer für große­ Leistungsschwankungen gut. ,,Sie können an guten Tagen zum richtigen Kaliber werden, sind seit Jahren für ihre fortwährend gute Nachwuchsarbeit bekannt. Wir werden gut beraten sein, ruhig und kontrolliert ins Spiel zu gehen. Drei Punkte wären nicht schlecht, um unseren Weg weiter zu gehen", hält Stefan fest. 

Gegen den SV Sinzheim wird sich dann auch zeigen, ob sich der FVL in den ersten Saisonwochen leistungstechnisch weiter stabilisieren konnte. Mit der Einstufung des klaren Loffenau-Resultats tat man sich im Nachgang etwas schwer. Lag es doch eher an einem schwachen Auftritt des Kontrahenten oder an der eigenen starken Leistung? Dan Calinescu und Klaus Stefan arbeiten intensiv daran, Stabilität und Sicherheit in die Abläufe ihres Teams zu bringen - ein Prozess, der weiter andauert. Personell wird sich am Sonntag im Vergleich zur Vorwoche nicht allzu viel verändern. Während Andreas Neu voraussichtlich eine Pause einlegen wird, kehrt Abdoulie Sanyang nach abgesessener Sperre wieder in den Kader zurück.

 

FV Würmersheim - SC Hofstetten

Wie unangenehm die Auswärtsaufgabe des SC Hofstetten am Sonntag (17 Uhr) beim FV Würmersheim sein kann, deuten zwei Ergebnisse dieser jungen Saison an. In Würmersheim verloren im Pokal der starke Verbandsligist SC Lahr und zum Liga-Auftakt der ambitionierte TuS Oppenau jeweils 0:1 und bissen sich an der Defensive der Gastgeber die Zähne aus, die in der abgebrochenen Vorsaison sechs ihrer neun Heimspiele gewannen, darunter 3:0 gegen Oberwolfach und 4:2 gegen Hofstetten.

Damit es für den Sportclub diesmal im Ortsteil von Durmersheim bei Karlsruhe besser läuft, ,,müssen wir wie gegen Oppenau an die Leistungsgrenze gehen", sagt Gotthard Schwörer. Der SCH-Trainer war ,,wie Mannschaft und Umfeld erleichtert", dass beim 3:0 gegen die Renchtäler nicht nur die Leistung über 90 Minuten gestimmt habe, sondern auch das Ergebnis. ,,Zudem war es äußerst wichtig, dass die drei Torschützen endlich getroffen haben", weiß Schwörer, einst selbst ein Top-Stürmer. Sein Sohn Jannik und Giulio Tamburello hätten in den ersten Spielen zwei beziehungsweise drei Aluminiumtreffer gehabt.

Dafür musste der Sportclub seinen ersten Saisonsieg teuer bezahlen. Nachwuchstalent Jonas Kinast ,,machte ein Top-Spiel im Mittelfeld gegen TuS-Spielertrainer Sax, zog sich aber kurz vor Schluss bei einem unglücklichen Zweikampf einen Mittelhandbruch zu", bedauert Schwörer. Für Kinasts älteren Cousin Timo könnte die Vorrunde sogar bereits beendet sein. Der Abwehrspieler knickte um, zog sich eine Bänderdehnung zu und sprach beim Arztbesuch noch seinen krummen Finger an, den er seit dem Pokalspiel in Elchesheim hat. Diagnose: ein komplizierter Bruch, der eine OP erfordert. Überdies steht hinter dem Einsatz von Jonas Krämer, dem dritten Torschützen gegen Oppenau, wegen Adduktorenproblemen ein Fragezeichen. Dafür kehrt Marc Hengstler aus dem Urlaub zurück. Schwörer, der die Würmersheimer bei deren 0:3-Niederlage in Schutterwald beobachtete, erwartet einen ,,körperlich sehr starken und erfahrenen Gegner mit einigen Offensiv-Qualitäten". 

 

 


Top-Torjäger der Liga

1. Marvin Schillinger (SV Niederschopfheim) 8
Darwin Jacinto Sabando Cedeno (VfB Bühl) 8
3. Oleg Molla (FV Langenwinkel) 7
4. Lukas Frisch (FV RW Elchesheim) 6
David Göser (FV Schutterwald) 6
Gürkan Balta (FV Schutterwald) 6
7. Lionel Labad (SV Niederschopfheim) 5
Jannik Huber (SV Stadelhofen) 5
Kevin Kopf (FV Schutterwald) 5
Steven Müller (SV Ulm) 5
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