Frauen-Bundesliga 
Sands Trainer Colin Bell: Ich will gewinnen
Sands Manager Gerald Jungmann (l.) und der sportliche Leiter Dieter Wendling (r.) präsentierten gestern den neuen SC-Trainer Colin Bell. Bildquelle Ulrich Marx
Colin Bell freut sich, beim SC Sand zu sein. »Ich will gewinnen«, ist das Ziel des Engländers als neuer Trainer des Ortenauer Frauenfußball-Bundesligisten. Einen Tabellenplatz nannte der 54-Jährige aber bei seiner Präsentation am gestrigen Mittwoch im Kehler Hotel Ates nicht. Dafür aber, wie er Siege erreichen will: »Mit viel Arbeit und indem ich die Herzen der Spielerinnen gewinne.«  

Im Konferenzraum des Hotel Ates herrschte am gestrigen Mittwoch bei der Präsentation des neuen Trainers des Frauenfußball-Bundesligisten SC Sand Zuversicht. Zum einen, dass mit Colin Bell der richtige Mann als Nachfolger von Alexander Fischinger für die Trainerbank des DFB-Pokalfinalisten verpflichtet wurde. Und zum anderen, dass die dritte Saison in Folge in der Bundesliga eine erfolgreiche wird. »In Colin Bell haben wir unseren Wunschtrainer gefunden«, verteilte SC-Manager Gerald Jungmann schon einmal Vorschuss-Lorbeeren, und der sportliche Leiter Dieter Wendling ergänzte: »Bell hat große Erfahrung und ist ehrgeizig.« Beides waren wichtige Kriterien für die Verpflichtung des Engländers, der beim englichen Überraschungsmeister Leicester City das Fußballspielen erlernt hat und von 1982 an für verschiedene Vereine in Deutschland, darunter auch beim FSV Mainz 05, spielte. 

 

 

Dreijahresvertrag

Colin Bell, der beim SC Sand einen Dreijahresvertrag bis 2019 unterschrieb, trainierte zuletzt den norwegischen Spitzenclub Avaldsnes IL, wollte aber aus familiären Gründen nach Deutschland zurück. Zuvor arbeitete der 54-Jährige, der verheiratet ist, einen Sohn hat und in Siegenthal im Westerwald ein Haus besitzt, als Trainer im Frauenbereich bei den Bundesligisten SC Bad Neuenahr und 1. FFC Frankfurt. Mit den Hessen gewann Bell 2014 auch den DFB-Pokal und 2015 die Champions-League. »Ich will etwas erreichen«, hofft der neue SC-Coach, dass seine künftigen Spielerinnen durch das Erreichen des DFB-Pokalfinales im Mai gegen Bundesliga-Konkurrent VfL Wolfsburg (1:2) »Blut geleckt haben. Denn ich will mit dem SC Sand den nächsten Schritt gehen«, erklärt der Fußball-Lehrer und ergänzt: »Ich will nicht, dass es schön ist, wenn man gewinnt, und es nicht schlimm ist, wenn man verliert. Ich will schaffen, dass die Mädels etwas wollen«, betont Colin Bell, der dafür seine Spielerinnen emotional erreichen will. »Denn wenn man eine persönliche Beziehung hat, hat man mehr Erfolg«, ist seine Überzeugung, zu der auch gehört: »Es gibt keinen Ersatz für harte Arbeit.«

 

Ziel: Gute Rolle spielen

Der Verein ist dabei auf seiner Wellenlänge. »Nachdem wir uns im ersten Bundesliga-Jahr schwertaten, unsere Mannschaft überschätzten und die Liga unterschätzten, dann in der zweiten Saison eine gute Vorrunde hatten, aber nach dem Erreichen des DFB-Pokalfinales die Luft raus war und wir nur Neunter wurden, wollen wir nun eine gute Rolle spielen. Wir wissen, dass wir nicht am FC Bayern oder dem VfL Wolfsburg kratzen können, aber alle anderen sind auch nicht besser als wir«, nennt Dieter Wendling die Ziele des Vorjahresneunten für das dritte Bundesliga-Jahr.

 

Zwei weitere Neue

Am gestrigen Mittwoch, pünktlich zum Trainingsstart, verkündete der SC Sand auch noch die Neuzugänge Nummer sieben und acht für den 25-köpfigen Kader. Vom serbischen Erstligisten ZFK Spartak Subotica kommt Offensivspielerin Milena Nikolic, 15-fache Nationalspielerin von Bosnien-Herzegowina. Ab dem 1. August wird auch noch Torfrau Doris Bacic den SC Sand verstärken. Die 1,85 Meter große Nationaltorhüterin von Kroatien hat schon Auslanderfahrungen bei den europäischen Spitzenteams Arsenal LFC (England) und FC Rosengård (Schweden) gesammelt.

»Wir haben nur Nationalspielerinnen geholt und damit mehr Qualität im Kader als vergangenes Jahr«, ist Gerald Jungmann überzeugt. Neben Nikolic und Bacic wurden zuvor schon die beiden öster­reichischen Nationalspielerinnen Verena Aschauer (SC Freiburg) und Laura Feiersinger (Bayern München), die deutschen U20-Spielerinnen Jenni Gaugigel (Bayern München) und Torfrau Carina Schlüter (Herford), die irische Nationalspielerin Diane E. Caldwell vom Absteiger 1. FC Köln und die polnische Nationalspielerin Silvana Chojnowski von der TSG Hoffenheim, die auch schon für die deutschen U-Teams auflief, verpflichtet.

 

 

 

Sonntag Testspiel gegen Zürich

Diese acht Spielerinnen dürften die fünf Abgänge, Julia Zirnstein, Stefanie Wendlinger,  Kristina Kober (hören alle drei auf), Maria Korenciova (in die Schweiz) und Sabine Stoller (Ziel unbekannt), mehr als ersetzen. Erstmals präsentiert sich das neue Bundesliga-Team mit Trainer Colin Bell, der ab sofort auch in Sand eine Wohnung hat, im Rahmen des Sander Sportfestes am Sonntag, 13 Uhr, beim Testspiel gegen den Schweizer Erstligisten Grashoppers Zürich der Öffentlichkeit. Das erste Pflichtspiel findet am 21. August in der 1. Runde des DFB-Pokals beim Zweitligisten Hessen Wetzlar statt, bevor zum Bundesliga-Start am 4. September der VfL Wolfsburg zur Pokal-Revanche nach Sand kommt. 

 


Top-Torjäger der Liga

1. Mandy Islacker (1. FFC Frankfurt) 18
2. Vivianne Miedema (Bayern München) 14
3. Hasret Kayikci (SC Freiburg) 11
4. Tabea Kemme (Turbine Potsdam) 10
Lina Magull (SC Freiburg) 10
6. Alexandra Popp (VfL Wolfsburg) 8
Lea Schüller (SGS Essen) 8
8. Svenja Huth (Turbine Potsdam) 7
Nina Burger (SC Sand) 7
Felicitas Rauch (Turbine Potsdam) 7
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