Frauen-Bundesliga 
SC Sand ohne Druck im Rhein-Energie-Stadion
Vor Ort am Rhein-Energie-Stadion: Vorstand Sport und Manager Gerald Jungmann, Spielerin Claire Savin und der sportliche Leiter Dieter Wendling (v. links). Bildquelle SC Sand
Zum zweiten Mal nach 2016 steht Frauenfußball-Bundesligist SC Sand im DFB-Pokalfinale, das am 27. Mai im Kölner Rhein-Energie-Stadion angepfiffen wird.

Erneut ist der VfL Wolfsburg der Gegner und klarer Favorit. Den "Pott" in die Orrtenau zu holen wäre für den sportlichen Leiter des SC Sand, Dieter Wendling, ein Traum, aber sportlich sei Wolfsberg momentan das Beste was es im nationalen Frauen-Vereinsfußball gibt. Im vergangenen Jahr unterlagen die Sanderinnen dem VfL mit 1:2. Neben Fußball gibt es am Finaltag rund ums Stadion, ab 11:11 Uhr, ein sattes Unterhaltungsprogramm - auch die Kultband "Höhner" tritt auf.

Drei Spieltage vor Saisonende der Allianz Bundesliga: Ist die sportliche Leitung mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?

Dieter Wendlinge: Unsere Saisonziele haben wir mit dem gesicherten Klassenerhalt und dem erneuten Einzug ins Pokalfinale übertroffen. Störend war natürlich der Trainerwechsel zu Beginn der Rückrunde.

 

Seit die Mannschaft aber das Pokalfinale erreicht hat läuft es im Bundesliga-Alltag nicht mehr rund. Ähnlich war es in der vergangenen Saison. Worauf ist das zurückzuführen?

Wendling: Das kann man so nicht sagen. Die Leistungen in den Spielen stimmt. Die Bilanz ist jetzt schon besser als letzte Saison nach dem Halbfinale gegen Bayern München, als die Spannung völlig weg war. Es gab zwei knappe unglückliche Niederlagen, aber die Einstellung der Mannschaft hat gestimmt.

 

Der SCS entwickelt sich zu einem Pokal-Team. Wie groß ist die Freude über die erneute Fahrt ins Kölner Stadion am 27. Mai?

Wendling: Das ist eigentlich unbeschreiblich. Es gibt zahlreiche Lizenzspieler-Clubs mit Bedingungen von denen wir nur träumen können und trotzdem haben wir es wieder geschafft ins Finale einzuziehen. Alle die letztes Jahr dabei waren sind elektrisiert von diesem größten Ereignis, das es im deutschen Frauenfußball gibt. Ich weiß nicht wie viele Busse aus der Ortenau nach Köln fahren, aber ich glaube es sind noch einige mehr als letztes Jahr und damals waren schon zwei Drittel des Stadions blau-weiß. Es ist wirklich ein tolles Fest, das der DFB und die Stadt veranstalten. Ab 11:11 Uhr (Kölner Zeit) finden um das Stadion herum Veranstaltungen statt. Es spielen die Höhner (Kölner Kultband). Für beste Unterhaltung ist jedenfalls gesorgt.

 

Erneut ist der VfL Wolfsburg Kontrahent. Wäre Ihnen der SC Freiburg lieber gewesen?

Wendling: Es gibt keine Wunschgegner im Finale. Die beiden Mannschaften, die sich qualifizierten, haben es auch verdient um den Cup zu spielen. Sportlich ist Wolfsburg das Beste was es momentan gibt. Aber chancenlos ist man nie, und wir haben gar keinen Druck sondern können das Spiel einfach genießen.

 

Spürt man schon eine gewisse Anspannung mit Blick auf das Endspiel?

Wendling: Natürlich sind wir alle gespannt, ich würde es aber eher Vorfreude nennen. Wir konzentrieren uns jetzt erst auf die restlichen Ligaspiele und anschließend geht es im Volldampf nach Köln.

 

Wie weit ist man mit den Vorbereitungen?

Wendling: Was die Logistik angeht ist alles geregelt. Sportlich hoffen wir, dass alle Spielerinnen gesund bleiben um die beste Mannschaft ins Spiel schicken zu können.

 

Wie hilfreich sind die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr?

Wendling: Das hat uns sehr geholfen. War letztes Saison noch alles Neuland, so hatten wir jetzt schon die Kontakte zur Stadt Köln und zu den Stadionbetreibern, die uns bei allen Dingen super unterstützt haben.

 

Außer der Pokaltrophäe, gibt es auch eine gewisse finanzielle Beteiligung für die Endspiel-Clubs oder streicht der DFB komplett die Zuschauer-Einnahmen und TV-Gelder ein?

Wendling: Einige Euros bleiben schon hängen, doch wenn man bei den Amateuren Südbadischer Pokalsieger ist, erhält man wesentlich mehr. Eigentlich geht es uns nicht ums Geld, sondern wir wollen einfach das Endspiel genießen und uns möglichst gut präsentieren.

 

Sie waren kürzlich zusammen mit Kollegen des VfL Wolfsburg und der DFB-Administration vor Ort im Rhein-Energie-Stadion zur Lagebesprechung. Gibt es gravierende Änderungen beim Programmablauf im Vergleich zum Vorjahr?

Wendling: Der Ablauf ist vom DFB generalstabsmäßig geplant. Es gab ein paar zeitliche Änderungen, ansonsten bleibt es wie letztes Jahr. Wir sind die Heimmannschaft, beziehen die linke Kabine und dürfen die Trikots auswählen.

 

Ist damit zu rechnen, dass der DFB-Pokalsieger - wie bei den Männern üblich - demnächst auch am internationalen Wettbewerb (Champions League) teilnehmen kann oder bleibt es "nur" bei der Ehre "Cupsieger" zu sein?

Wendling: Der Pokalsieger spielt nicht international. Dies ist den beiden erstplatzierten Clubs der Liga vorbehalten. Änderungen sind nicht geplant.

 

Was sind die Gründe, dass der UEFA da nicht mitmacht?

Wendling: Ich weiß gar nicht ob es dafür überhaupt Bedarf oder Anträge gibt.

 

Wann beginnt der Kartenvorverkauf fürs Finale für die Fans in der Ortenau und wo können Tickets erworben werden?

Wendling: Unsere Kartenkontingent ist schon weg. Der DFB vermarktet die Tickets direkt über seine Homepage dfb.de. Die Sander Blocks sind gekennzeichnet. Es gibt noch genügend Tickets auch am Spieltag vor Ort an den Stadionkassen.

 

Wie groß ist das Kartenkontingent für Sand und Wolfsburg oder gibt es keine Begrenzung, weil das Rhein-Energie-Stadion ohnehin ein großes Fassungsvermögen hat?

Wendling: Es gibt keine Einschränkungen. Im Schnitt kommen zwischen 15 000 und 20 000 Zuschauer. Das ist ein schöner Rahmen, aber immer noch Platz genug im Rhein-Energie-Stadion.

 

Setzt der SC Sand wieder Fan-Busse ein?

Wendling: Es laufen etliche Busse. Die Anmeldung läuft über unseren Fanclub.

 

Wird auch Ex-Coach Collin Bell, der jetzt Irlands Nationalteam der Frauen coacht, und an den bisherigen Pokalerfolgen der laufenden Runde beteiligt war, Ehrengast des SC Sand am 27. Mai in Köln sein?

Wendling: Die beiden schwierigsten und wichtigsten Siege hat unser jetziger Trainer Richard Dura eingefahren. Vorher hatten wir mit Wetzlar und Weinberg sowie Mainz keine wirklichen Hochkaräter als Gegner. Bremen und Leverkusen, beide auswärts, waren da schon andere Hausnummern. Ehrengäste lädt ausschließlich der DFB ein, weil es eine DFB-Veranstaltung ist. Ob Colin Bell darunter ist weiß ich nicht.

Ab wann wird vonseiten der Mannschaft und Trainer der Fokus auf diesen Saisonhöhepunkt gerichtet?

Wendling: Nach dem letzten Spiel gegen Frankfurt konzentrieren wir uns aufs Finale.

 

Ihr "Bauchgefühl": Packts der SC Sand im zweiten Anlauf, revanchiert sich für die 1:2-Niederlage 2016, und holt den Pott?

Wendling: Es sagt mir, dass wir eine Topleistung an den Tag legen werden. Wenn Wolfsburg keinen so guten Tag erwischt ist die Überraschung drin. Vielleicht übertreiben die Wolfsburgerinnen auch ein wenig bei der Meisterschaftsfeier. Den Pott zu holen wäre ein Traum.

 

Mit wie vielen Fans rechnen sie, die die Mannschaft in die Domstadt begleiten?

Wendling: Rein aus der Ortenau werden es sicherlich um die 3000 Leute sein. Wenn wir die Neutralen im Stadion, wie letztes Jahr, wieder auf unsere Seite bekommen, dann wird die Untertsützung bombastisch.

 


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