Frauen Bundesliga 
Top Premiere von SC-Sand-Keeperin Manon Klett
Manon Klett, die neue Torhüterin des SC Sand, wurde in Wolfsburg nur durch einem verwandelten Elfmeter von Pernille Harder bezwungen. Bildquelle Boris Schmelter

Dass es für den Deutschen Meister und Pokalsieger VfL Wolfsburg am Sonntag beim Start der Frauenfußball-Bundesliga nur einen 1:0-Sieg gab, lag an einer Wolfsburgerin - und die stand beim SC Sand im Tor: Manon Klett, der SC-Neuzugang aus Gütersloh.

Flanken abgewehrt, Schüsse pariert, gut mitgespielt - die 22-jährige Ex-U20-Nationaltorhüterin feierte ein überragendes Bundesliga-Debüt im Tor der Ortenauerinnen. Ihre Karriere begann im Nachwuchs-Team des VfL, in der U20 stand sie im Tor, Trainer war damals Sascha Glass, der Coach des SC Sand. 2018 wechselte Manon Klett nach Gütersloh, im Sommer holte sie Sascha Glass zum SC Sand.
 

Glückwunsch Frau Klett, Ihre Erstliga-Premiere ist geglückt. War vor dem Anpfiff damit zu rechnen, dass der SC Sand nach zwei Klatschen in der Vorsaison, diesmal nur einen Gegentreffer gegen den VfL Wolfsburg kassieren würde?

Manon Klett: Wir wussten, dass wir auf die Spiele der Vorbereitung aufbauen können und mit einer guten geschlossenen Mannschaftsleistung vieles möglich ist. Im Laufe der Testspiele der vergangenen Wochen konnten wir uns konstant steigern und so als Team zusammenwachsen und das nötige Selbstvertrauen sammeln. Ich finde wir haben als Mannschaft super gekämpft und jede einzelne Spielerin hat dazu beigetragen möglichst lange die Null zu halten.

Ihre Leistung wurde auch vonseiten des VfL Wolfsburg gefeiert. »Die beste Wolfsburgerin stand im Tor des Sand«, wurde eine Spielerin des VfL zitiert. Wie sehr freuen Sie sich über solche Komplimente?

Klett: Natürlich freut man sich über diese Komplimente, vor allem wenn sie von solch Weltklasse-Fußballerinnen kommen. Vor allem zeigt es uns aber, dass wir unser Ziel, es dem VfL möglichst schwer zu machen, erreicht haben.

Wann haben Sie erfahren, dass Sie den Vorzug vor ihrer Torhüter-Kollegin Charlotte »Charly« Voll erhalten würden?

Klett: In der letzten Trainingswoche haben die Trainer mit uns gesprochen und uns die momentane Situation erklärt, sodass noch genug Zeit war sich auf das Spiel einzustellen.

Es war sicher ein Risiko für Sie, ausgerechnet gegen die Wolfsburger »Torfabrik«  den Erstliga-Einstand geben zu müssen. Wie groß war die Aufregung, wie sehr hat Sie das belastet?

Klett: Ein Risiko würde ich das gar nicht nennen, sondern eher eine Chance gleich das erste Bundesliga-Spiel gegen so einen Gegner bestreiten zu dürfen, um sich auf diesem Niveau zu beweisen. Ich habe mich sehr über das mir entgegengebrachte Vertrauen gefreut und wollte mich mit einer möglichst guten Leistung dafür bedanken. Natürlich gehört eine gewisse Anspannung vor so einem Debüt dazu, aber meine Mitspielerinnen haben mich die ganze Zeit unterstützt und versucht mir die Nervosität zu nehmen.

Sportlich sind Charlotte Voll und Sie Konkurrentinnen, wie versteht Ihr beide Euch denn privat, oder gibt es da eher wenige Kontakte?

Klett: Auch wenn wir auf dem Rasen Konkurrentinnen sind, verstehen wir uns neben dem Platz sehr gut. Selbst auf dem Platz unterstützen wir uns gegenseitig und profitieren von den jeweiligen Stärken der anderen. Gerade als Torhüter ist man zusammen nochmal ein eigenes Team, indem man sich gemeinsam Ziele setzt, sich verbessern möchte und gegenseitig dabei auch unterstützt.

Hat sich bisher alles erfüllt, was Sie sich von Ihrem Wechsel erhofft hatten?

Klett: Bisher bin ich sehr zufrieden mit meiner Entscheidung, den Schritt zum SC Sand in die erste Liga zu wagen. Mir gefällt vor allem, dass trotz der Professionalität der familiäre Faktor im Verein nicht zu kurz kommt und einem so der Einstieg wirklich leicht gemacht wird.

Am Sonntag gastiert die SGS Essen. Was erwarten Sie gegen die Damen aus dem Ruhrpott?    

Klett: Nach der guten letzten Saison von Essen rechne ich damit, dass wir auch am Sonntag durch deren starke Offensive gefordert werden. Wenn wir defensiv wieder so gut stehen und arbeiten wie in Wolfsburg und dann noch unsere offensive Stärke ausspielen, wie in der Vorbereitung, haben wir sicher sehr gute Chancen unseren Heimspielauftakt positiv zu gestalten.

Sie spielten beim VfL Wolfsburg II und danach bei Gütersloh 2000 in der zweiten Bundesliga. Jetzt der Wechsel zum SC Sand in die erste Bundesliga. Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?

Klett: In erster Linie möchte ich mich im Torwartspiel weiter entwickeln und auch persönlich den nächsten Entwicklungsschritt gehen. Ich möchte möglichst viele Erfahrungen in der höchsten deutschen Spielklasse sammeln und gemeinsam mit der Mannschaft viele Punkte sammeln und einen guten Tabellenplatz erreichen.


Top-Torjäger der Liga

1. Pernille Harder (VfL Wolfsburg) 8
2. Nicole Billa (1899 Hoffenheim) 7
3. Tabea Waßmuth (1899 Hoffenheim) 6
4. Lea Schüller (SGS Essen) 5
Ewa Pajor (VfL Wolfsburg) 5
Isabella Hartig (1899 Hoffenheim) 5
Lara Prasnikar (1.FFC Turbine Potsdam) 5
8. Ivana Rudelic (Bayer 04 Leverkusen) 4
Alexandra Popp (VfL Wolfsburg) 4
Turid Knaak (SGS Essen) 4
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