Bezirksliga Herren 
Absichtliche »Kopfnuss« hatte Nachspiel vor Gericht
Ein Vorfall bei einem Fußballspiel hatte ein Nachspiel vor dem Acherner Amtsgericht Bildquelle Archivfoto: Matthias Heidinger

Ein Nachspiel gab es vor dem Gericht für einen Spieler des FC Ottenhöfen. Dieser soll im Spiel gegen den SV Vimbuch einem Gegenspieler absichtlich eine »Kopfnuss« verpasst haben. Beim Täter-Opfer-Ausgleich gab es keine Einigung.

Im Punktespiel FC Ottenhöfen II gegen den SV Vimbuch am 30. September wurde der Angeklagte in der 70. Minute eingewechselt, wie er am Freitag vor Gericht darlegte. Kurz darauf grätschte er einem Stürmer auf der linken Seite den Ball ab, so dass es zu einem Eckstoß kam. Beide wären zu Fall gekommen und beim Aufstehen habe er einen Tritt erhalten. Danach hätte er sich umgedreht, um den Gegenspieler anzusprechen. Dieser wäre aufgestanden und dabei seien sie mit dem Kopf zusammengestoßen. Dabei hatte sich der Vimbucher Spieler über der linken Augenbraue einen Cut zugezogen. Anschließend soll es Tumulte gegeben haben. Ein absichtliches Handeln habe nie bestanden. 

Amtsrichter Thomas Röber fragte nach, warum man sich nicht beim Täter-Opfer-Ausgleich geeinigt hätte. Da ihm die geforderte Schmerzensgeldsumme zu hoch erschien, habe er einen Anwalt zu Rate gezogen, meinte der Angeklagte. Sein Verteidiger Wilhelm wollte eine überhöhte Forderung vermeiden. Doch die in der Akte angeführten Zeugenaussagen deuteten darauf hin, dass es eine bewusste Aktion gewesen sein könnte. 

Folgenreicher Vorfall

Wie der Spieler des SV Vimbuch als Zeuge schilderte, sei die Grätsche in Ordnung gewesen, man wäre zu Boden gegangen und danach wieder aufgestanden. Auf dem Weg in den Strafraum habe er seitlich einen Kopfstoß erhalten. Der Schnitt musste genäht werden. Er hätte in der Folge Kopfschmerzen gehabt, habe sich ständig übergeben, sei zwei Tage nicht arbeitsfähig gewesen und hätte wegen Augenflimmern zum Arzt müssen. Deshalb habe er Anzeige erstattet. 

Dass der Täter-Opfer-Ausgleich nicht erfolgreich war, habe am Kontrahenten gelegen, dem die 800 Euro zu viel waren. Schmerzensgeld wolle er nicht, lediglich seinen finanziellen Verlust ersetzt. So habe er als Privatversicherter die Arztkosten übernehmen müssen, da er einen Passus im Vertrag hätte, der eine Eigenbeteiligung von 400 Euro beinhalte. Gleichzeitig habe er seinen Bonus verloren. Die Entschuldigung seines Gegenspielers habe er akzeptiert. 

Für Amtsrichter Röber stellte sich die Frage nach einer Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage in der Höhe des Täter-Opfer-Ausgleichs. Warum man diesen so schnell beendete und die Staatsanwaltschaft ebenfalls relativ schnell reagierte, verwundere ihn. Er könne sich vorstellen, dass dem betroffenen Spieler 400 Euro zukämen und einer gemeinnützigen Vereinigung die weiteren 400 Euro. 

Einstellung befürwortet

Rechtsanwalt Wilhelm beantragte daraufhin eine Sitzungspause, um dies mit seinem Mandanten zu besprechen. Nachdem der Staatsanwalt die Einstellung des Verfahrens befürwortete, erklärte der Verteidiger, dass man mit der Einstellung des Verfahrens unter Einbeziehung der genannten Geldauflage ebenfalls einverstanden sei. Allerdings müsse ein Passus in den Beschluss, der nachfolgende Forderungen ausschließe. Dem stimmte auch der Spieler aus Vimbuch zu. 

So fasste der Richter den Beschluss, dass dem verletzten Spieler 400 Euro und dem Förderverein für krebskranke Kinder Freiburg auf Wunsch der Mutter des Angeklagten die gleiche Summe bis Ende Juni zu überweisen sei. Erst wenn dies dem Gericht vorliege, werde das Verfahren endgültig eingestellt.


Top-Torjäger der Liga

1. Frederic Burger (SV Oberwolfach) 30
2. Jonas Wolf (SV Oberwolfach) 29
3. Stefan Schwarz (FV Unterharmersbach) 26
4. Dimitri Holm (SV Oberschopfheim) 23
5. Lars Bischler (VfR Elgersweier) 22
6. Jens Kiesele (FV Sulz) 20
7. Fabian Kloos (FSV Seelbach) 19
Aliu Cisse (SC Offenburg) 19
Oissim Nabti (SV Niederschopfheim) 19
Michael Schwanz (FV Ettenheim) 19
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