Trotz Überzahl: Karlsruher SC gibt Sieg aus der Hand
Enttäuschung beim Karlsruher SC Bildquelle GES

Als das 1:1-Unentschieden beim SV Wehen Wiesbaden unter Dach und Fach war, schlichen die Spieler des Drittligisten Karlsruher SC traurig Richtung eigener Fankurve. Lange Zeit hatte der KSC, der eine Halbzeit lang in Überzahl spielte, schließlich wie der sichere Sieger ausgesehen, ehe Stephan Andrist  in der 80. Minute die frühe Karlsruher Führung durch Fabian Schleusener (7.) doch noch ausglich.

Zug hatte Verspätung
Die Partie gestern Abend war aus Rücksicht auf den verspäteten Zug der KSC-Fans eine Viertelstunde später angepfiffen worden, um 19.15 Uhr herrschte dann die Atmosphäre, die Marc Lorenz prognostiziert hatte. Der Karlsruher Mittelfeldmann hatte mit der Expertise von zwei Jahren im Dress der Wiesbadener »ein Heimspiel für uns« prognostiziert. Tatsächlich unterstützten 2000 Anhänger der Badener die Elf von Alois Schwartz, die keine lange Anlaufzeit brauchte, um für »Auswärtssie«-Rufe zu sorgen. 
In der 7. Minute ging der KSC durch Schleusener in Führung. Nach einem Zuspiel des starken Lorenz schoss der Angreifer vom rechten Strafraumeck aus platziert ins kurze Eck. Wehens Torwart Markus Kolke war machtlos. Die Gastgeber reagierten wütend, aber zunächst weitgehend planlos, so dass die KSC-Abwehr lange Zeit keine größeren Bewährungsproben hatte.

 
Zielstrebiger war der KSC, ein 16-Meter Schuss von Anton Fink strich am linken Pfosten vorbei (27.). Ein Schuss aus 25 Metern von Moritz Kuhn, den KSC-Torwart Benjamin Uphoff mühelos festhielt, war noch die beste Chance des Tabellen-Dritten im ersten Durchgang (40.), der spektakulär endete: Kurz vor dem Pausenpfiff hatte der KSC Überzahl. Nach einem langen Ball von Marvin Wanitzek aus der eigenen Hälfte gewann Schleusener das Laufduell gegen Sascha Mockenhaupt und wurde vom Wehener von den Beinen geholt. Da der dabei letzter Mann gewesen war, stellte Schiedsrichter René Rohde den Verteidiger vom Platz (45.). Den anschließenden Freistoß zirkelte Lorenz über die Mauer und zwang Kolke zu einer tollen Parade (45.+2.). 
Nach dem Seitenwechsel drängte Wehen trotz Unterzahl auf den Ausgleich, doch Agyemang Diawusie scheiterte nach Zuspiel von Stephan Andrist an Uphoff (55.). Auf der Gegenseite schoss Florent Muslija nach Zuspiel von Lorenz übers Tor (58.), ehe wieder Aufregung herrschte. Doch nachdem SVWW-Keeper Kolke Schleusener an der Strafraumgrenze mit einer Grätsche zu Fall gebracht hatte, blieb die Pfeife von Schiedsrichter Rohde stumm (59.).

Gerechtes Remis
In der 80. Minute dann der Schock für die Badener, als die Abwehr einen Freistoß nicht klären konnte und Andrists Schuss aus 16 Metern im Karlsruher Kasten landete. Trotz der Kopfballchance des eingewechselten Marvin Pourié war das Remis das gerechte Ergebnis einer spannenden und hochklassigen Partie. Der KSC bleibt somit sechs Zähler hinter den Rheinhessen, die Platz drei festigen konnten. Die Badener haben allerdings noch ein Nachholspiel in Osnabrück, bei dem sie Boden gutmachen können. Zudem bedeutete das Remis das elfte Spiel des Zweitliga-Absteigers ohne Niederlage.


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