Racing Straßburg schafft die Sensation
Die Racing-Akteure ließen sich nach ihrer grandiosen Leistung zurecht von den 25?327 Fans im Meinaustadion feiern. Bildquelle Philipp Cleiß

Racing Straßburg hat am Samstagabend mit einer Fußball-Sensation europaweit für Aufsehen gesorgt. Der Aufsteiger brachte im ausverkauften Meinaustadion dem Starensemble von Paris St. Germain mit 2:1 (1:1) die erste Saisonniederlage bei.

 

Ein Fußballabend der Superlative endete inach Treffern von Nuno da Costa und Stephane Bahoken und einem Gegentor von Kylian Mbappe mit dem sensationellen Triumph von Racing Straßburg. Für den Titelaspiranten der Champions League und morgigen Gegner von Bayern München war es die erste Pflichtspielniederlage seit sieben Monaten bei. Racing Straßburg verbessert sich mit den drei Punkten auf den 16. Tabellenplatz.
»Racing hat nicht die geringste Chance gegen die aktuelle Mannschaft von PSG«, prognostizierte Raymond Domenech, Ex-Profi bei Racing und PSG und ehemaliger Nationaltrainer Frankreichs, vor der Partie. Und das dachte sich wohl auch das Star-Ensemble um Neymar, Kylian Mbappe und den deutschen Weltmeister Julian Draxler. Aber es kam anders. Mit unbändigem Kampfgeist, einer nie dagewesenen Kaltschnäuzigkeit im Abschluss und einer beeindruckenden Diszipliniertheit bis in die 99. Spielminute (!) schaffte der Underdog aus der Europametropole das Unmögliche.
Von der ersten Spielminute an warfen sich Jonas Martin, der unermüdliche Dauerrenner im Straßburger Mittelfeld, und seine Mitspieler mit Brachialgewalt in jeden Zweikampf. Vor dem eigenen Strafraum stellten die Laurey-Schützlinge mit zwei Vierer-Ketten einen engen Abwehrriegel auf und nach vorne setzten sie mit da Costa, Bahoken und Martin Terrier immer wieder zu schnellen Kontern an. Als Dimitri Lienard nach 13 Minuten von der linken Außenbahn einen Freistoß vor das Gehäuse von Nationalkeeper Areola zirkelte, überraschte Nuno Da Costa die gesamte Pariser Hintermannschaft und köpfte unbedrängt zur umjubelten 1:0-Führung für Racing ein.
Starke Racing-Torhüter
Paris legte nun einen Zahn zu. Technisch hochklassig spielte zuerst Pastore seinen Sturmpartner Mbappe frei, aber dessen Absatzkick konnte der sichere Racing-Torwart Bingourou Kamara zur Ecke abwehren. Wenige Minuten später überlief der starke Julian Draxler auf der linken Außenbahn die Racing-Hintermannschaft und verfehlte mit seinem Schlenzer nur um wenige Zentimeter das Straßburger Tor. Kurz vor dem Pausenpfiff bediente Neymar den weit aufgerückten Rabiot und dessen Hereingabe verwandelte Mbappe zum 1:1 (42.). Danach hatte Racing Glück bei einem Pfostenschuss von Pastore.
Nach der Pause spielten dann nur noch die Gäste. Aber immer dann, wenn die Pariser auch noch den letzten Racing-Abwehrspieler überwunden hatten und zum Abschluss kamen, stand da noch Kamara im Racing-Tor oder der Schuss verfehlte das Ziel knapp.
Endgültig in ein Tollhaus verwandelte sich der Straßburger Hexenkessel, als Kamara nach einer Abwehr den Ball weit nach vorne schlug, Da Costa das Leder direkt per Kopf in den Lauf von Bahoken verlängerte und dieser das Leder zum 2:1 (65.) unter die Latte hämmerte. Wütende Gegenangriffe der Pariser folgten im Minutentakt. Aber ob Mbappe, Kimbembe oder Neymar, sie scheiterten alle. Selbst als Kamara verletzungsbedingt seinen Platz Alexandre Oukijda überlassen musste, änderte dies nichts mehr am Spielverlauf. Oukijda rettete in der achten Minute der Nachspielzeit mit einem tollen Reflex sogar noch den Heimsieg.
»Wir waren gut, aber die zwei Szenen in denen wir unaufmerksam waren hat Racing genutzt. Und vorne haben wir es versäumt, unsere Chancen zu verwerten« räumte der geknickte PSG-Abwehrspieler Marquinhos nach der Partie ein. Dimitri Lienard dagegen konnte sein Glück nicht fassen. »Was für ein Hammer. Das ist die erste Niederlage für Paris. Einfach unglaublich, mit diesen drei Punkten hat niemand gerechnet.« Trainer Thierry Laurey dagegen blickte schon wieder nach vorn. »Jetzt wird man zwei Tage von uns reden und am Montag beginnt wieder der Ernst des Lebens.«

Racing Straßburg - Paris St. Germain 2:1
Straßburg:
Kamara (71. Oukijda), Mangane, Koné, Lala, Lienard , Seka, Aholou, Martin, Da Costa (86. Grimm), Bahoken (82. Saadi), Terrier
Paris: Areola, Dany Alves, Marquinhos, Kimpembe, Berchiche, Pastore (80. Lo Celso), Rabiot, Draxler (80. Verratti), Di Maria (75. Cavani), Mbappe, Neymar
Zuschauer: 25?327 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Da Costa (13.), 1:1 Mbappe (42.), 2:1 Bahoken (65.)

 


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