Jugendbezirkstag: Weniger Teams, weniger Schiris
Kerstin Rendler (stellvertretende Bezirksvorsitzende), Christian Hermann (Jugendwart) sowie die Geehrten Andreas Bonath, Jonas Azam, Thomas Müller und Franz Hoferer sowie Bezirksvorsitzender Heinz Schwab beim Jugendbezirkstag. Bildquelle Thorsten Mühl

Beim Jugendtag des Fußball-Bezirks Offenburg fiel die Bilanz der Spielzeit 2017/2018 durchwachsen aus. Rückläufige Mannschaftszahlen, ein nach wie vor rauer Umgangston gegenüber Schiedsrichtern und viele Spielverlegungen bereiten Sorgen.

Der Trend bei den Mannschaftsmeldungen ist im Nachwuchsbereich des Fußball-Bezirks Offenburg weiter rückläufig. Das ging aus der Bilanz von Jugendwart Christian Hermann (Lahr) beim Jugendtag am Donnerstagabend in Ebersweier hervor. 542 Mannschaften zum Rundenende 2017/2018 bedeuteten ein Minus von 19 gegenüber dem Vorjahr. 17 Mannschaften fehlten davon im Bereich E- und F-Jugend, daneben wurden viele Mannschaften zurückgezogen. Hermann stellte die Entwicklung in anderem Kontext dar: »Gegenüber meinem Anfang im Bezirks-Jugendausschuss (BJA) vor 17 Jahren sind wir bei etwa 200 Jugendmannschaften weniger. Der demographische Wandel ist an dieser Stelle extrem spürbar.« 

Rauer Umgangston
Sorgen bereitet den Verantwortlichen auch der raue Umgangston gegenüber Schiedsrichtern und Aktiven. Zwar ging die Zahl der Vergehen insgesamt etwas zurück, von Entspannung könne laut Bezirksvorsitzendem Heinz Schwab (Oppenau) jedoch längst keine Rede sein. »Wir stehen kurz davor, die Begegnungen der Kreisligen B nicht mehr mit Schiedsrichtern besetzen zu können«, warnte er. Immerhin 13 neue Schiedsrichter seien zu verzeichnen gewesen, weit mehr ältere Unparteiische haben aber aufgehört. Jeder Einzelne sei dazu aufgerufen, sein Verhalten am und auf dem Platz, speziell auch gegenüber dem Schiedsrichter, eingehend zu hinterfragen, mahnte Schwab. Sollten keine neutralen Verbandsschiedsrichter mehr gestellt werden können, müssten Heimschiedsrichter die Aufgabe übernehmen, ergänzte Hermann. »Ob diese Alternative wünschenswerter wäre, vermag sich jeder selbst beantworten«, so der Jugendwart.

Ein weiteres Schlagwortthema waren die erhebliche Zunahme von Spielverlegungen. Darüber ließ sich nicht nur der stellvertretende SBFV-Jugendwart Martin Mayer (March) länger aus, sondern auch Christian Hermann. Er gab bekannt, dass sich der Bezirk beim Freiburger Staffeltag ansehen werde, wie dem Thema andernorts begegnet werde, um sich mögliche Lösungsansätze zur weiteren Diskussion betrachten zu können.

Direkter Vergleich
Entscheidungsspiele bei Auf- und Abstieg sollen im Nachwuchsbereich nach Möglichkeit stark eingeschränkt werden, wie Christian Hermann unter Hinweis auf Paragraph 14 der Satzung ankündigte. Der direkte Vergleich wird als Kriterium nun wieder stärker betont, sodass Entscheidungsspiele kaum oder gar nicht zum Einsatz kommen sollten. Heinz Schwab wies noch auf die probeweise Einführung des digitalen Spielerpasses im Verbandsgebiet bis zur E-Jugend hin. 

Geehrt wurden in der Versammlung verschiedene Jugendstaffelleiter in der Eigenschaft als langjährige BJA-Mitglieder. Franz Hoferer (Zell am Harmersbach) erhielt die silberne Verbandsehrennadel, Verbandsehrennadeln konnten Andreas Bonath (Appenweier), Jonas Azam (Willstätt) und Thomas Müller (Oberkirch) entgegennehmen. Der Bezirksjugendtag am 5. Juli 2019 findet beim SV Ulm statt, Ausrichter 2020 wird Wolfach sein.


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