Verbandsliga Südbaden 
Denkwürdiger Doppelwechsel für Luca Kehl und Nils Kaspar
Kurz vor der Pause verpasste Michael Kern vom SC Hofstetten nur knapp gegen den früheren Torwart des SV Haslach, Sinan Süme, den 1:1-Ausgleich gegen den OFV. Im Hintergrund verfolgen mit Luca Kehl (links) vom OFV und Nils Kaspar vom Sportclub zwei Cousins diese Szene. Bildquelle Marc Faltin

Dass zwei Fußball-Mannschaften gleichzeitig personell wechseln, kommt durchaus oft vor - für gewöhnlich allerdings in der Schlussphase. Der eine Trainer will zum Beispiel mit dem Spielerwechsel etwas Zeit gewinnen, der andere einen neuen Impuls setzen. Beim Verbandsliga-Spiel zwischen dem SC Hofstetten und Offenburger FV kam indes jeweils ein Akteur schon in der 28. Minute aufs Grün. Und das war nicht das einzig Ungewöhnliche.

Für den am Rücken verletzten Jannik Schwörer brachte Martin Leukel auf SC-Seite Nils Kaspar, anstelle des wegen einer Fußprellung angeschlagenen Sascha Ruf entschied sich Kai Eble für Luca Kehl. Womit zwei Cousins gemeinsam als Gegenspieler das Spielfeld betraten. Der eine ist der Sohn von Reinhard Kaspar, früher Stürmer beim SC und bekannt als »Lindenwirt«, der andere von Joachim Kehl, überregional bekannt als früherer Top-Torwart auch des OFV und Trainer beim erstmaligen Verbandsliga-Aufstieg des SC Hofstetten sowie derzeit Coach von Bezirksligist SV Oberwolfach. Das Gasthaus »Linde« und das Elternhaus von Kehl sind nur einen weiten Steinwurf entfernt. »Und Opa der beiden Cousins ist Alt-Linden-Wirt Albert Kaspar, der zugleich Gründungs- und Ehrenmitglied beim SC ist«, merkt Edgar Mäntele, Vorstandssprecher des SC Hofstetten, an. »Die beiden Jungs haben schon als Kinder zusammen gekickt, ab und zu auch auf der Wiese zwischen beiden Elternhäusern«, sagt Reinhard Kaspar schmunzelnd.

»Das war schon cool, als plötzlich Luca auch an der Seitenlinie bereit stand«, sagt der 19-jährige Nils Kaspar über diese »irgendwie verrückte 28. Minute«. Luca Kehl (18) staunte ebenfalls: »Ich habe gesehen, dass Nils sich auch warm gemacht hat, aber dass wir gleichzeitig reinkommen, ist so eine Geschichte, die eben nur der Fußball schreibt«. Es sei schon etwas Besonderes gewesen, im Heimatdorf gegen den Heimatverein zu spielen, »und dann noch so was, denn Nils und ich verstehen uns super!«

Im Telefonbuch trennen die Familien Kaspar und Kehl übrigens gerade mal drei andere Namen. In der Liga-Tabelle liegen derzeit aber zwölf Teams zwischen dem ambitionierten OFV und dem doch schon abgeschlagenen Schlusslicht aus dem Kinzigtal.


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