SBFV-Rothaus-Pokal 
SV Oberachern muss immer an die Belastungsgrenze gehen
Der Blick geht nach oben: Trainer Marc Lerandy hofft auf eine sorgenfreie Saison. Bildquelle Peter Heck

Die dritte Oberliga-Saison in Folge beginnt für den SV Oberachern mit komplett neuen Vorzeichen.

Nach der siebenjährigen Tätigkeit von Thomas Leberer hat Marc Lerandy das Traineramt übernommen und geht seine Aufgabe mit voller Energie an. Die Blau-Weißen möchten möglichst nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben.

Der SV Ober­achern ist auf dem besten Weg, sich als feste Größe der Oberliga zu etablieren. Dem überragenden siebten Platz im Aufstiegsjahr 2015/16 folgte mit Platz 13 zwar ein kleiner Rückschritt, aber dennoch spielte der höchstklassige Fußballverein der Ortenau eine solide Rolle. Trotz zwischenzeitlicher Vertragsverlängerung mit SVO-Urgestein Thomas Leberer entschied man sich dann jedoch, auf der Trainerbank einen Neuanfang zu starten und verpflichtete Marc Lerandy, der den Offenburger FV 2016 in die Oberliga geführt hatte. Entgegen der ursprünglichen Planung ist Leberer auch nicht mehr in anderer Funktion für den SVO tätig. »Es hat sich nicht so ergeben, wie wir es vorgesehen hatten«, erklärte Sport-Vorstand Mark Bosselmann.
Der Blick geht beim Sportverein aber ohnehin nach vorne. Denn die Oberliga zu halten, wird im dritten Jahr keinen Deut einfacher ? ganz im Gegenteil. »Da kommen mit Freiberg oder Villingen zwei Aufsteiger, die ordentlich aufgerüstet haben und sicher eine gute Rolle spielen. Und auch der Rest der Liga ist stärker geworden«, macht sich Bosselmann auf schwere Spiele gefasst.
Gute Vorbereitung
Davon geht auch Lerandy aus. Trotzdem ist dem langjährigen Regionalligaspieler nicht bange. »Ich habe von Thomas Leberer eine toll ausgebildete Mannschaft übernommen. Er hat hier klasse Arbeit geleistet und mir den Einstieg leicht gemacht«, hat Lerandy für seinen Vorgänger nur lobende Worte parat. Trotzdem sieht er in der jungen Truppe noch jede Menge Entwicklungspotenzial. »Das sind alles junge, hungrige Spieler und ich denke, ich habe bereits beim OFV bewiesen, dass ich jeden einen Tick besser machen kann und die Mannschaft damit wächst.«
Mit der Vorbereitung ist der 35-Jährige sehr zufrieden. »Wir hatten zwar ein paar Ausfälle, aber es hätte schlimmer sein können. Auch in den Testspielen hat die Mannschaft meine Anweisungen gut umgesetzt.« Im Gegensatz zu anderen Trainern ist für Lerandy auch bei Testspielen das Ergebnis ein wichtiger Faktor. »Ich will der Mannschaft das Gewinner-Gen übertragen. Ganz egal, ob in der Meisterschaft, im Pokal oder in Testspielen.«
Auf den Unterschied zwischen Lerandy und Leberer angesprochen, ging Bosselmann nicht zu sehr ins Detail. »Es sind zwei völlig verschiedene Typen, die eines gemeinsam haben: Sie wollen bedingungslosen Erfolg.« Lerandy setze im Gegensatz zu Leberer mehr auf »Kurzpassspiel mit schnellen Pässen in die Spitze.« Für Lerandy ist es einfach, seinen Spielstil mit wenigen Worten zu beschreiben: »Geschwindigkeit, Sprints, voller Einsatz. Es geht immer an die Belastungsgrenze.« Dies haben seine Jungs in der Vorbereitung bereits verinnerlicht. »Alle wissen genau, was ich verlange, und ziehen voll mit.«
Führungsspieler Volk
Sebastien Noe fällt mit einer Innenbanddehnung noch mindestens vier Wochen aus, für Oguzhan Tasli dürfte die Vorrunde nach seinem Wadenbeinbruch beendet sein. Der am Knie verletzte Torjäger Fabian Herrmann steigt diese Woche wieder ins Mannschaftstraining ein. Ansonsten kann Lerandy aktuell auf den kompletten Kader zählen.
Auch die Integration der Neuzugänge läuft laut Bosselmann und Lerandy bestens. Besonders hohe Erwartungen setzt man in Andreas Volk. Der gebürtige Nordracher hat bereits die Stationen Offenburger FV, SC Freiburg, SpVgg Unterhaching und FC Augsburg II hinter sich und soll beim SVO mittelfristig eine Führungsrolle übernehmen. »Er war länger verletzt und braucht noch Zeit. Die kriegt er bei uns. Man darf nicht vergessen, dass er erst 20 Jahre alt ist«, sagt Lerandy, »aber er bringt eine wahnsinnige Qualität mit.«
Von den weiteren Neuen sind Markus Feger, Emanuele Giradini und Fabian Ganster laut Lerandy »sehr nah dran an der Mannschaft«. Die restlichen sechs Zugänge sollen erst mal die Chance bekommen, sich über die zweite Mannschaft zu empfehlen. »Es ist ein großer Vorteil für uns, dass der Kader zwei in der Landesliga spielt«, freut sich der Coach.
Zwar mussten mit André Walica oder Andreas Fischbach wichtige Spieler abgegeben werden, aber das Gerüst der Vorjahre mit Akteuren wie Torhüter Logan Kleffer, Timo Schwenk, Sinan Gülsoy, Felix Armbruster, Gabriel Gallus oder Fabian Herrmann spielt weiter beim SVO. So etwas wie eine Stammplatzgarantie gibt es unter Lerandy aber sowieso nicht. »Bei mir werden immer die Leute spielen, die frisch sind und die Vorgaben gegen den entsprechenden Gegner am besten umsetzen können.«
Das Auftaktprogramm mit den Spielen gegen Neckarsulm sowie in Pforzheim und Villingen hat es in sich. »Ich hab' mir aber auch die Spiele danach angeschaut, es wird nicht leichter«, warnt Lerandy. Seinen Optimismus lässt er sich jedoch nicht nehmen: »Wir freuen uns auf alle Herausforderungen und sind bereit, diese zu bewältigen.

Steckbrief SV Oberachern

Der Verein (www.svoberachern.de):
Gründung: 1928
Mitglieder: 609
Präsident: Stefano Buck
1. Vorsitzender: Ralf Lorenz
2. Vorsitzender: Elmar Glaser
Vorstand Sport: Mark Bosselmann
Spielleiter: Dieter Ruh
Vorstand Finanzen: Helmut Andres
Vorstand Jugend: Simon Betsch
Vorstand Marketing: nicht besetzt
Pressewart: Richard Morgenthaler

Erfolge: Landesliga-Aufstieg 1994 und 2005, SBFV-Pokalfinalist 1996 und 2016, Verbandsliga-Aufstieg 2009, Oberliga-Aufstieg 2013 und 2015, Platz sieben in der Oberliga Baden-Württemberg 2016

Saison 2016/2017: Platz 13 in der Oberliga Baden-Württemberg
Saisonziel 2017/2018: Frühzeitig den Klassenerhalt sichern

Stadion: Sportplatz am Waldsee Oberachern
Ausrüster: Uhlsport
Vereinsfarben: Blau-Weiß
Trikotwerbung: Auto- und Zweirad Rest
Etat 2017/2018: Keine Angaben

E-Mail: info@svoberachern.de

Der Kader (mit Rückennummer)
Tor: Manuel Buss (1), Julien Guthleber (21), Logan Kleffer (22), Omar Bounatouf (23), Joachim Schnurr (34)
Abwehr: Sebastien Noe (2), Luca Fritz (3), Alphan Demir (7), Cedric Krebs (8), Kemal Sert (28), Andreas Volk (29), Timo Schwenk (31), Markus Feger (37), Minteh Junkung (39), Janis Leberer (41), Kevin Weber (43)
Mittelfeld: Sinan Gülsoy (5), Felix Armbruster (6), Mathieu Krebs (10), Cem-Salih Gürsoy (14), Pascal Sattelberger (15), Oguzhan Tasli (16), Andreas Weisgerber (17), Julian Hauer (24), Gabriel Gallus (25), Anthony Decherf (30), Leonardo Hocak (35), Niclas Metzinger (36), Ali Gütel (38), Egzon Neziri (42), Andre Badea (45)
Angriff: Philip Keller (9), Nico Huber (11), Domagoj Petric (12), Fabian Herrmann (18), Emanuele Giradini (19), Gregor Dörflinger (20), Sascha Raz (26), Fabian Ganster (33), Diogo Carolina (40), Constantin Koch (97)

Zugänge: Manuel Buss (SV Frei­stett), Markus Feger (Offenburger FV), Fabian Ganster (SV Bühlertal), Emanuele Giradini (SV Kuppenheim), Andreas Volk (FC Augsburg II), Kevin Weber (SV Fautenbach), Omar Bounatouf, Constantin Koch (beide Offenburger FV A-Jugend), Minteh Junkung, Nicolas Metzinger (beide SV Sinzheim A-Jugend)
Abgänge: Sebastian Braun (SV Baiersbronn), Dejan Djuric (SV Kuppenheim), Tobias Huber (Studium), Andreas Fischbach (Freiburger FC), Christian Miesch, Franklin Ntsinjang, Anil Orhan (alle Ziel unbekannt), Petrit Muslija (Kehler FV), Andrè Walica (FC 07 Heidelsheim), Matthias Zehnle (SV Sasbach)

Trainer: Marc Lerandy (1. Saison)
Co-Trainer: Sreco Pleic
Torwarttrainer: Simon Panter, Andreas Ruf
Mannschaftsarzt: Dr. Ulrich Hoffmann
Physiotherapeutin: Conny Huber

Stadionsprecher: Frank Dickerhof

Vorbereitungsspiele
SV Bühlertal ? SVO0:3
SV Stadelhofen ? SVO0:4
SV Linx ? SVO1:4
SV Endingen ? SVO4:2
VfB Bühl ? SVO0:1

Südbadischer Pokal, 1. Runde
SV Bühlertal ? SVO1:3

 


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