Bundesliga 
Yoric Ravet will beim SC Freiburg neu durchstarten
Yoric Ravet. Bildquelle Verein

Der Franzose Yoric Ravet hatte beim SC Freiburg einen unglücklichen Start. Er ist der erste Spieler in der Fußball-Bundesliga, der nach einem Video-Beweis die Rote Karte sah. Jetzt will er wieder Gas geben.

Viel unglücklicher hätte es für Yoric Ravet kaum laufen können. Bei seinem Debüt für den SC Freiburg schickte der Schiedsrichter den Franzosen nach einem Videobeweis vorzeitig zum Duschen. Danach war der Neuzugang drei Spiele gesperrt und kehrte beim Sieg gegen Hoffenheim auf den Platz zurück. Seinen holprigen Start hat er abgehakt und blickt voller Vorfreude auf das Spiel bei den Bayern.

»Für solche Spiele bin ich in die Bundesliga gewechselt«, sagt Yoric Ravet mit glänzenden Augen vor dem Auswärtsspiel am Samstag beim FC Bayern München. Die Entscheidung über die Aufstellung liege natürlich beim Trainer, aber der 28-Jährige betont: »Ich bin bereit.« Das sagt er auf Deutsch, obwohl er sich sonst mit der Sprache noch etwas schwer tut, sie aber möglichst schnell besser lernen will. Mit dem Verstehen klappt es sowieso schon ganz gut und auf Englisch und Französisch kann er sich mit Mitspielern und Trainern ohnehin verständigen

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»Gradliniger werden«
Nicht nur sprachlich hat der Franzose aber noch einen Lernprozess vor sich. Nach der 1:2-Niederlage im Test gegen Racing Straßburg, bei dem Ravet zur Startelf gehörte, sagte Trainer Christian Streich, dass sich der Neuzugang von Young Boys Bern im Spiel gegen den Ball noch verbessern müsse, »und er muss gradliniger werden und zum Abschluss kommen«. In der Schweizer Super League hat das gut geklappt. Nachdem er 2013 aus Frankreich kam, spielte er zunächst für Lausanne Sport, dann für Grashoppers Zürich und zum Schluss für Bern und kam in 136 Spielen auf 36 Tore und 54 Vorlagen.

So viele könne man in der Bundesliga nicht von ihm erwarten, erklärt Ravet, denn das Niveau sei nicht mit dem der kleineren Schweizer Liga zu vergleichen. »Ich versuche natürlich immer mein Bestes zu geben«, sagt der Offensivspieler, »aber an erster Stelle steht der Erfolg des Teams.« Deswegen hat er sich auch sehr über den ersten Saisonsieg gegen Hoffenheim gefreut, bei dem er in der 52. Minute eingewechselt wurde.

»Videobeweis stört«
Bei seinem Debüt für den SC gegen Dortmund gehörte er sogar zur Startelf, musste jedoch schon nach einer knappen halben Stunde den Platz verlassen. Nach einem Foul an BVB-Kapitän Marcel Schmelzer hatte er zunächst eine Gelbe Karte, nach dem Einschreiten des Video-Assistenten aber die Rote Karte gesehen. Es war die erste in seiner gesamten Profikarriere, was dazu beitrug, dass seine Sperre von vier auf drei Spiele und einem zur Bewährung reduziert wurde. Trotzdem hieß es zunächst Tribüne statt Rasen. »Ich war sehr enttäuscht und will aus meinen Fehlern lernen«, sagt Ravet, »aber ich will nur noch nach vorne schauen.«

Immerhin geht er in die Bundesliga-Geschichte ein, als erster Spieler, der nach einem Videobeweis vom Platz gestellt wurde. Dass er sich mit der neuen Technik nicht so richtig anfreunden kann, hat aber nichts damit zu tun. »Meine Karte war berechtigt, auch wenn ich sie ohne Videobeweis nicht gesehen hätte.« Ravet stört sich daran, dass »das Schöne am Spiel zerstört wird«, weil es längere Unterbrechungen gebe und weil man nach einem Tor nicht mehr unbeschwert jubeln könne, da es möglicherweise zurückgenommen werde. »Andererseits hilft es den Schiedsrichtern, und vielleicht muss sich alles nur noch besser einspielen.«

Trotzdem hofft er, dass diese Hilfe von außen am Samstag in München nicht nötig ist. Dass sich nach der Rückkehr von Jupp Heynckes alles auf die Bayern konzentriert, kann nach Ansicht von Ravet auch ein Vorteil für den SC sein, »und bei uns muss jeder mehr als hundert Prozent geben, dann ist in einem Spiel immer alles möglich«.


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