Bundesliga 
SC Freiburg macht aus einem 0:3 ein 4:3
SC-Trainer Christian Streich. Bildquelle Michael Heuberger

In einem verrückten Schneespiel hat der SC Freiburg beim 1. FC Köln einen 0:3-Rückstand noch in ein 4:3 gedreht und den ersten Auswärtssieg der Saison gefeiert. Nils Petersen erzielte drei Tore, zwei per Elfmeter, dazu traf Janik Haberer per Kopf nach einer Ecke. 

Als die Freiburger Spieler, Trainer und Betreuer in die Katakomben gingen, schüttelten sie nur ungläubig die Köpfe. »Noch nie« habe er so ein Spiel erlebt, sagte Christian Günter und Dreifach-Torschütze Nils Petersen fand wie so oft einen passenden Kommentar zum Spiel: »Man hatte gedacht, Dortmund gegen Schalke war legendär, aber ich glaube, das heute war es noch mehr.« Über großen Willen und eine bessere fußballerische Leistung in der zweiten Halbzeit haben sich die Freiburger den Sieg verdient, profitierten aber auch davon, dass die Europa-League- und verletzungsgeschwächten Kölner in der zweiten Hälfte nachließen.

Zwei Elfmeter
Außerdem hatte der SC ein bisschen Glück, dass sich in den Schlussminuten Salih Özcan ungeschickt gegen Nicolas Höfler anstellte und ihn im Strafraum foulte, und danach auch noch Sehrou Guirassy einen Ball im Sechzehner faustete. Zweimal hieß die Entscheidung von Schiedsrichter Robert Kampka Elfmeter, zweimal verwandelte Petersen, in der 90. und in der 96. Minute. »Der erste war der schwierigere, der zweite vom Kopf her einfacher«, erklärte der Stürmer. Janik Haberer, der in der 65. Minute eine Ecke von Yoric Ravet zum 2:3 einköpfte, hatte ihm diese Last der Elfer auf die Schultern gelegt.

Keiner der glücklichen Sieger wollte allerdings die erste Viertelstunde verschweigen, in der die Freiburger mit den widrigen Bedingungen überhaupt nicht zurecht kamen. Beim Aufwärmen mussten Spieler die Helfer umkurven, die mit ihren Schneeschiebern versuchten, das Spielfeld frei zu kriegen. Das gelang nicht ganz, obwohl der Anpfiff um eine halbe Stunde verschoben wurde. Auf dem teilweise noch schneebedeckten Rasen kam Köln deutlich besser zurecht und ging früh in Führung. Nach einem Pass von Milos Jojic verwandelte Lukas Klünter (8. Minute), den Interimstrainer Stefan Ruthenbeck überraschend in der Offensive aufgestellt hatte.

Lienhart verletzt
Diesem Nackenschlag folgte kurz darauf der nächste mit der Verletzung von Innenverteidiger Philipp Lienhart, der zunächst weiterspielte, einige Minuten später aber doch raus musste und von Caleb Stanko ersetzt wurde. Da in der Zwischenzeit auch noch das 2:0 durch einen von Julian Schuster verursachten und von Guirassy (16.) verwandelten Foulelfmeter fiel, gab es einen Doppelwechsel. Tim Kleindienst kam für Schuster. Der SC stellte von der Deierkette auf ein 4-4-2 um, kam im nachlassenden Schneefall auch etwas besser zurecht und hatte eine erste Chance durch Marco Terrazzino (27.), der an FC-Torwart Timo Horn scheiterte. Die Hoffnungen auf den Anschluss machte Stanko (29.) zunichte, indem er eine Hereingabe von Konstantin Rausch unglücklich ins eigene Tor abfälschte.

Wie in der letzten Saison lagen die Freiburger schon in der ersten Hälfte 0:3 zurück, gingen damit aber nicht in die Pause, weil Petersen (39.) mit einem sehenswerten Volleytreffer nach einem Freistoß von Ravet auf 1:3 verkürzte. »Die Jungs haben einen enormen Willen gezeigt und eine Frustrationstoleranz, die weit über meiner liegt«, lobte Christian Streich. Der SC-Trainer war allerdings extrem unzufrieden mit der Anfangsphase und auch mit vielen der insgesamt 24 Torschüsse (Köln hatte 6), die »zu selten richtig gefährlich waren«. Aber nach dem Tor von Petersen sei »der Glaube total da« gewesen, »und sie haben es gewissermaßen erzwungen«.


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