Bundesliga 
SC Freiburg: Drama total - mit Happy End
SC-Trainer Christian Streich. Bildquelle dpa-pipeline

Nach dem spektakulären 4:3 im Hinspiel war auch das Rückspiel gegen den 1. FC Köln war an Dramatik kaum zu überbieten. Durch ein Tor von Lucas Höler in der dritten Minute der Nachspielzeit hat der SC Freiburg 3:2 gewonnen, den Relegationsplatz verlassen und Köln in die Zweite Liga geschickt.

Als Lucas Höler in der 93. Minute das Siegtor gegen Köln erzielte, war der Jubel der SC-Fans wahrscheinlich bis auf den Gipfel des Roßkopfs zu hören. Nicht nur seine Mitspieler, auch die Ersatzspieler und die Ausgewechselten rannten quer über das Feld, um mit dem Stürmer seinen ersten Bundesligatreffer zu feiern. »Wenn du so das Glück auf deiner Seite hast, musst du heute eine Kerze anzünden«, sagte Doppeltorschütze Nils Petersen, der in der 72. Minute von Krämpfen geplagt ausgewechselt werden musste und durch Höler ersetzt wurde. »Es freut mich brutal für Lucas, dass er dieses wichtigste Tor der Saison erzielt hat«, so Petersen, »das tut ihm ungemein gut und ist ein Dosenöffner für ihn.«

Trotz der großen Freude über den Heimsieg erinnerte nicht nur Petersen warnend an die Situation vor drei Jahren, als der SC zuhause gegen die Bayern gewann und einen Spieltag später in Hannover abstieg. »Wir haben von den letzten neun Spielen nur eins gewonnen, das vergessen wir nicht, wie müssen demütig bleiben und brauchen noch einen Sieg«, erklärte Petersen, der auch erleichtert war, dass er nach einer kleinen Durtsstrecke wieder getroffen hatte. Nach einer Flanke von Mike Frantz, der erstmals seit seiner Verletzung im November wieder in der Startelf stand, köpfte er den SC in der 14. Minute in Führung und erhöhte nach einem langen Abschlag von Keeper Alexander Schwolow und einer schönen Einzelleistung in der 52. Minute auf 2:0.

Elfmeter verschossen
Knapp zehn Minuten nach seinem ersten Treffer hatte Petersen außerdem einen Foulelfmeter herausgeholt, den Christin Günter (23.) allerdings so ungefährlich schoss, dass ihn Torwart Timo Horn problemlos halten konnte. Da Petersen gegen Wolfsburg einen Strafstoß vergeben hatte, wollte er die Verantwortung diesmal weiter geben, und Trainer Christian Streich versicherte, dass der Linksverteidiger im Training ein sicherer Elferschütze sei. Unter Wettkampfbedingungen und im Abstiegskampf sah das anders aus. Frantz war froh, dass am Ende trotzdem sein Team jubeln durfte und er rund 50 Minuten einen Beitrag dazu leisten konnte, dann musste er entkräftet ausgewechselt werden.

Die dramatische Schlussphase, in der Freiburg einen fast schon sicheren Sieg beinahe aus der Hand gegeben hätten, erlebte der 31-Jährige von der Bank aus. Zuerst passte der eingewechselte Janik Haberer nicht auf, dann Rechtsverteidiger Lukas Kübler. Beide Male war Leonardo Bittencourt (82./87.) der Nutznießer, der innerhalb von fünf Minuten für Köln ausglich. Dann vergaben zuerst Haberer und Höler (88.) eine Riesenchance zum 3:2, ehe der eingewechselte Claudio Pizarro (90.) den Siegtreffer für Köln auf dem Fuß hatte. »Dann hätten wir im Tal der Tränen gestanden, und wären nach dann sechs Niederlagen in Folge der so gut wie sichere Absteiger«, sagte Petersen.

Durch Hölers Tor war Freiburg aber am andere Ende der Gefühlsskala angelangt und hatte nicht nur Glück, sondern den Sieg »über 90 Minuten mit einer guten Leistung verdient«, wie Streich betonte: »Für die Moral und die Luft, die man spürt, war das enorm wichtig.« Trotz des bitteren Abstiegs versprach FC-Trainer Stefan Ruthenbeck Schützenhilfe seines Teams, das am letzten Spieltag gegen Wolfsburg spielt: »Wenn ihr da unsere Hilfe braucht, werden wir alles tun.«


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